04.12.2017 - 20:10 Uhr
Oberpfalz

Feuerwehr-Fachsymposium in Ebermannsdorf Experten lernen vom Zugunglück in Bad Aibling

Er war einer der Ersten, die nach dem schweren Zugunglück von Bad Aibling am Einsatzort waren: Seine Eindrücke von damals schilderte jetzt Richard Schrank, Kreisbrandmeister des Landkreises Rosenheim, seinen Kollegen vom Kreisfeuerwehrverband Amberg-Sulzbach.

Alle Plätze in der großen Halle im Domcom waren beim Feuerwehr-Fachsymposium in Ebermannsdorf belegt: Weil hier hochrangige Referenten sprachen, war das Interesse weit über den Landkreis hinaus groß. Bild: egl
von Florian Schlegel (egl)Profil

Amberg-Sulzbach. Der Verband traf sich zum Feuerwehr-Fachsymposium unter Regie von Kreisbrandrat Fredi Weiß im Domcom in Ebermannsdorf. In der großen Halle waren alle Plätze belegt. Ebermannsdorfs Bürgermeister Josef Gilch betonte, dass sich Bürger, die in Not geraten, stets auf die Feuerwehr verlassen könnten. Es sei aber "nicht selbstverständlich, dass ihr euch Tag und Nacht zur Verfügung stellt. Dies klappt nur, weil ihr euch so sehr für die Feuerwehr engagiert", würdigte er die Einsatzbereitschaft.

Erstes Thema der Tagung war dann die taktische Ventilation. Kreisbrandmeister Markus Gnan aus dem Nürnberger Land stellte die verschiedenen Möglichkeiten vor, eine verrauchte Wohnung am schnellsten und effektivsten wieder frei zu bekommen. Rico Tschirschwitz von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ging auf "Druckgasbehälter unter Feuerbeaufschlagung" ein. Hier ging es zum Beispiel darum, wann es gefährlich wird, wenn Sauerstoffflaschen großer Hitze ausgesetzt werden - zum Beispiel bei einem Brand in einer Werkstatt.

Anschließend sprach Kreisbrandmeister Kay Marienfeld aus dem Landkreis Nürnberger Land über die Einsatztaktik bei Türöffnungen. Diese muss die Feuerwehr immer häufiger erledigen, um Rettungsdienst oder Polizei Zutritt zu Wohnungen zu ermöglichen. Marienfeld hatte dazu einige Tipps parat.

Im Blickpunkt

Die Amberg-Sulzbacher Feuerwehren treffen sich im zwei-Jahres-Rhythmus zu Fachsymposien. Ähnlich wird es im Kreis Schwandorf gehandhabt, wobei man sich in beide Richtungen auch kreisübergreifend austauscht. Beim Symposium in Ebermannsdorf waren schwerpunktmäßig Aktive aus dem hiesigen Landkreis vertreten. Dazu gesellten sich aber auch auswärtige Führungskräfte, die wegen der hochkarätigen Referenten Anfahrten bis aus Mitterteich oder Nürnberg in Kauf nahmen.

Jörg Thöne von der Berufsfeuerwehr Hannover stellte in Ebermannsdorf die Frage "Anleiterbereitschaft - Pflicht oder doch nur die Kür?" In seinem Vortrag ging es vor allem um die Notwendigkeit, im Notfall einen Platz für die große Drehleiter freizuhalten, damit diese ohne Zeitverzögerung genutzt werden kann - und um möglichen Zeitgewinn durch Hilfsmittel wie eine bereits vorbereitete Steckleiter.

Zum Abschluss stand Richard Schrank auf der Bühne: Der Kreisbrandrat aus dem Landkreis Rosenheim berichtete über das Zugunglück von Bad Aibling im Februar 2016. Er war damals einer der Ersten unter den Einsatzkräften am Unglücksort und konnte diesen außergewöhnlichen Einsatz und seine besonderen Herausforderungen an die Retter deshalb gut aus erster Hand schildern. (egl/eik)

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