02.10.2017 - 16:58 Uhr
Oberpfalz

Fischereiverein Amberg legt Bilanz vor Biber und Fischotter aktiv

Der Biber bereitet den Fischern nach wie vor Sorgen. Auch der Fischotter tritt immer wieder auf. Dagegen stimmt die Wasserqualität der Vils durchaus zuversichtlich.

An der Vils bei Heroldsmühle 2014): Diese beiden stattlichen Eichen mussten inzwischen gefällt werden. Dort wo Biberschutz fehlt, bittet der Verein um Informationen. Archivbild: oe
von Autor OEProfil

Amberg-Sulzbach. Pflege und Hege der Gewässer standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Fischereivereins Amberg. Vorsitzender Dr. Timm Jüntgen begrüßte im Schützenheim Raigering viele Aktive, aber auch neue Mitglieder. Weit über 1000 Arbeitsstunden seien im vergangenen Jahr an den Gewässern geleistet worden, informierte er. Dazu noch jede Menge Zeit, die die 18 Gewässeraufseher investierten, um Kontrollen vorzunehmen und auch auf Veränderungen des Wassers und der Uferbereiche zu achten. Erfreulich sei die Mitgliederentwicklung mit 14 Neuaufnahmen seit der Frühjahrsversammlung, darunter viele Jugendliche, teilte Jüntgen mit.

Innerhalb des Artenhilfsprogramms (AHP) wurden rund 7000 einsömmrige Nasen, die zu der Karpfenfamilie gehören und extrem bedroht sind, in die Vils eingesetzt. Demnächst werden etwa 7000 Nerflinge, auch Aland oder Orfe genannt, 500 Rutten, ein dorschartiger Fisch, sowie 3000 Barben in die Vils eingebracht - alle einsömmrig.

An der OTH Amberg-Weiden sei eine Wasseranalyse aus der Vils im Bereich Amberg-Knandörfl gemacht worden, so Jüntgen. Dabei habe es keinen Nachweis von leichtflüchtigen Kohlenwasserstoffen gegeben. Die festgestellten PAK-Mengen (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) seien "vernachlässigbar gering". Die Ergebnisse von Proben aus dem Vils-Schmidt-Wasser (Nähe Schönlind): weder leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe noch von PAK.

"Die Biber sind nach wie vor rund um die Gewässer aktiv und es gilt insbesondere Altbäume vor Verbiss zu schützen", fuhr Jüntgen fort. Er bat die Mitglieder um Meldung schützenswerter Bäume mit fehlendem Biberschutz oder ausgefallener Bäume. In Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt sei es möglich, mit Zaunmaterial Vorsorge zu treffen und auch neue Bäume zu pflanzen.

Anhand von Fraßspuren, Trittsiegeln und Ausscheidungen stehe fest, so Jüntgen, dass der Fischotter an den Gewässern unterwegs sei. Bilder von angefressenen Karpfen belegten dies zusätzlich. Der Vorsitzende forderte dazu auf, jede Beobachtung in dieser Richtung dem Verein melden.

Die vielen Aktivitäten und Veranstaltungen des Vereins rund um die Fischerei - mit Schwerpunkt auf Hege, Pflege und Umwelt - hätten viele Interessierte erreicht, besonders Kinder und Jugendliche. Innerhalb des "Grünen Klassenzimmers" verlegten mehrere Schulklassen den Unterricht ins Fischerzentrum Bühl. All den Aktiven, die fleißig die Veranstaltungen - Schnupperangeln, Kurse Fliegenfischen, Vorbereitung für die staatliche Fischerprüfung, Kochkurs - organisiert und begleitet haben, dankte der Vorsitzende.

Die Jugend nahm am Amberger Kinderfest teil, hat ein Zeltlager organisiert. Gemeinsam wurden Insektenhotels gebaut und Ferienprogramm angeboten. Positiv für den heimischen Fluss sei ISEK - das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept der Stadt Amberg - führte Jüntgen aus.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.