Grundschüler üben Verhalten im Bus
Wenn der Schulranzen abhebt

Polizeioberkommissar Horst Strehl übt mit einer Klasse der Grundschule Rieden, wie man richtig in den Bus einsteigt. Bild: hfz

Macht doch nichts, wenn die schwere Schultasche mitten im Schulbus steht. Von wegen! Was passiert, wenn der Fahrer plötzlich bremsen muss? Die jüngsten Amberg-Sulzbacher Schüler wissen das jetzt ganz genau. Sie haben selbst miterlebt, wie so ein harmloser Ranzen ganz schön gefährlich werden kann.

Amberg-Sulzbach. Die Lektion mit den Folgen einer Vollbremsung gehört zum Lehrplan der Busschule. Diese wiederum ist eine ganz besondere Art des Verkehrsunterrichts. Den hielten die beiden Verkehrserzieher der Polizeiinspektion Amberg, Polizeihauptkommissar Harald Heselmann und Polizeioberkommissar Horst Strehl, bei den Erst- und Zweitklässlern der Grundschulen in Stadt und Landkreis.

Die Busschule soll als verkehrspädagogisches Projekt vor allem dazu beitragen, Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr für Kinder und Jugendliche sicherer zu machen. Zum Konzept gehören ein rund 25-minütiger theoretischer, aber auch ein etwa 20-minütiger praktischer Unterricht. In der Theorie ging es um Gefahren an der Bushaltestelle und auf dem Weg dorthin. Was hier alles schiefgehen kann, haben die Grundschüler selbst erarbeitet. Sie wissen jetzt: Sie dürfen hier nicht schubsen, raufen, fangen oder Ähnliches spielen - denn sonst könnte es leicht passieren, dass ein Kind auf die Fahrbahn läuft oder stürzt.

Wie wichtig es ist, helle und reflektierende Kleidung zu tragen, um für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbar zu sein, war ebenso Thema wie der Appell, beim Einsteigen in den Bus nicht zu drängeln. Wie's richtig geht, haben die Kinder geübt: Sie stiegen schön geordnet ein und setzten sich im Bus immer gleich auf den nächsten freien Platz - ohne mit der Schultasche Gang oder Sitz zu blockieren -, blieben während der Fahrt sitzen und hielten sich fest. Und natürlich nutzen sie ab jetzt immer den Sicherheitsgurt, wenn es einen gibt. Auch beim Aussteigen haben die Kinder dazugelernt: Sie achten nun auf vorbeikommende Fußgänger und kennen auch den toten Winkel.

Was bei einer Vollbremsung passiertDie Theorie ist das Eine - besonders eindrucksvoll wird die Sache aber, wenn man das Erlernte gleich ausprobieren kann: Diese Möglichkeit bot die Busschule für Grundschüler. Die erlebten auf eine kurzen Fahrt, was bei einer Vollbremsung passiert. Die war in diesem Fall nicht unerwartet, sondern zuvor angekündigt. Und zeigte deutlich, warum man seine Schultasche nicht in den Gang des Busses stellen darf: Der Ranzen rutschte durch das abrupte Bremsmanöver bis zum Fahrer. Auch die Kinder wurden nach vorne gedrückt - was bei allen für einen großen Aha-Effekt sorgte. Unterstützt wurde die Busschule in Amberg durch die Firma Linzer und im Landkreis durch die Unternehmen Herrmann, Lindner, Feuerer, Hipfner, Bruckner sowie Bayer und Krauss, die ihre Busse kostenfrei zur Verfügung stellten.

Insgesamt haben die Busschule 59 Klassen (29 in Amberg, 30 im Landkreis) mit 1332 Kindern besucht. Dieser spezielle Verkehrsunterricht war auch Teil einer Schülerlotsenausbildung mit zwei Übergangsklassen der Luitpold-Mittelschule Amberg.
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