09.01.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Hirschauer Notarzt-Standort besteht seit einem Jahr Knapp 900 Einsätze

Hirschau. Am 1. Januar 2017 waren Rüdiger Schnappauf, Leiter der BRK-Rettungswache Hirschau, und sein Stellvertreter schon sehr zeitig aufgestanden. Pünktlich um 7 Uhr, als der Notarzt-Standort in Betrieb ging, waren sie auf der Wache, um mit Sekt auf den Start anzustoßen - natürlich mit Schaumwein in der alkoholfreien Variante. Jetzt, nach einem Jahr, zieht Rüdiger Schnappauf Bilanz.

von Kristina Sandig Kontakt Profil

An der Rettungswache Hirschau war auch vor dem 1. Januar 2017 schon rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr ein Rettungswagen stationiert, besetzt mit zwei Mitarbeitern des BRK. Das Rote Kreuz stellt jetzt zusätzlich den Fahrer für den Notarzt. "Wir haben fünf Leute neu eingestellt", erklärt Schnappauf. Somit ist die Zahl der BRK-Mitarbeiter an diesem Standort auf mittlerweile 14 angewachsen.

20 Prozent Ehrenamtliche

"Unterstützt werden wir zudem von Ehrenamtlichen", sagt Schnappauf und äußerst sich anerkennend über diesen Dienst, den Freiwillige leisten. "Der Anteil der Ehrenamtlichen liegt bei knapp 20 Prozent", erläutert der Hirschauer Wachleiter. Im Jahr 2017 waren die Notärzte am Hirschauer Standort 879 Mal im Einsatz, das Notarzt-Einsatzfahrzeug (NEF) legte über 37 000 Kilometer zurück. Der Notarzt und sein Fahrer rücken nicht nur in den Städten Hirschau und Schnaittenbach aus, sondern fahren auch zu Einsätzen nach Kohlberg oder in den Süden von Weiden sowie nach Vilseck, Freihung und Kaltenbrunn (Landkreis Neustadt/Waldnaab), mitunter auch nach Wernberg (Landkreis Schwandorf). "Das funktioniert Landkreis-übergreifend", freut sich Schnappauf über die gute Zusammenarbeit über territoriale Grenzen hinweg.

Internistische Notfälle

Zusätzlich deckt der Hirschauer Notarzt auch Bereiche der Wachen Sulzbach-Rosenberg und Amberg ab, wenn die dortigen Notärzte schon ausgerückt sind und noch ein Einsatz ansteht. Doch auch in den beiden Kaolinstädten ist das Einsatzaufkommen nicht gerade gering. Schließlich gibt es dort zwei Seniorenheime, mehrere große Unternehmen und auch den Freizeitpark am Monte Kaolino mit Campingplatz, Sommerrodelbahn und Hochseilgarten. "Da kommt es im Sommer sehr häufig zu Freizeitunfällen", weiß Rüdiger Schnappauf.

Das Gros der Einsätze der Notärzte entfällt auf internistische Fälle, zu denen zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen. "Das ist aber an allen Standorten gleich", erläutert der Hirschauer Wachleiter. Die Mehrzahl der Patienten, zu denen der Notarzt gekommen ist, wird ins Krankenhaus gebracht, sowohl nach Amberg und Weiden, aber auch nach Sulzbach-Rosenberg, mitunter nach Schwandorf. "Vieles bedarf einer genaueren Abklärung, was man vor Ort nicht leisten kann", erläutert er. Die Leute sind froh, dass es den Notarzt-Standort in Hirschau gibt, im Notfall Hilfe rasch geleistet wird. Auch den Notärzten, die in der Kaolinstadt Dienste verrichten, gefalle es. "Sie fühlen sich bei uns im Team wohl", sagt Schnappauf. Den Notärzten steht auf der Wache ein eigenes Zimmer zur Verfügung - Fernsehen und Internet inklusive. Die Notärzte am Standort Hirschau haben seit September einen eigenen Obmann: Dr. Moritz Männer, der auch für die Einteilung der Dienste zuständig ist.

Ein Team aus 15 Notärzten

Dem Kernteam für den Hirschauer Standort gehören 15 Notärzte an, die regelmäßig dort ihre jeweils zwölf Stunden dauernden Schichten absolvieren. Zusätzlich habe man noch ein paar Mediziner, die aushelfen. Einer kommt sogar aus Fürstenfeldbruck. "Das sind Anästhesisten, die komplett freiberuflich als Notärzte arbeiten", erklärt Rüdiger Schnappauf, Leiter der BRK-Rettungswache in Hirschau. "Es ist auch nicht so wie in Amberg und Sulzbach-Rosenberg, wo tagsüber die Krankenhäuser die Notärzte stellen." Wer in Hirschau Dienst verrichte, mache das in seiner Freizeit oder an freien Tagen. "Wir haben auch einige niedergelassene Ärzte, die sich nachts und an Wochenenden einteilen lassen."

Der gemeinsame Rettungswachen- und Notarztstandort ist für Rüdiger Schnappauf ein entscheidender Vorteil: "Man ist gemeinsam auf der Wache, das ist gut für die Teambildung." (san)

2017 waren es 879 Einsätze, gefahren wurden über 37 000 Kilometer.Rüdiger Schnappauf, Leiter der BRK-Rettungswache Hirschau
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