27.01.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Immer mehr Frauen über 35 Jahre entscheiden sich für ein Kind Spätes Mutterglück

Der Trend ist längst bekannt: Seit Jahren steigt die Zahl der Frauen, die sich erst jenseits der 35 für eine Schwangerschaft entscheiden. Im Landkreis ist das bei fast jeder fünften Geburt der Fall.

Nicht nur Promis entscheiden sich heute spät für ein Kind. Die Zahl der Frauen, die jenseits der 35 ihr Mutterglück suchen, steigt beständig. Auch im Landkreis. Archivbild: dpa
von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Amberg-Sulzbach. 18,2 Prozent der Mütter im Raum Amberg-Sulzbach sind Spätgebärende. Das haben die Auswertungen der Krankenkasse IKK classic ergeben. Deren Zahlen basieren auf Angaben des Statistischen Landesamtes. Wobei hier aktuell das Jahr 2015 als Grundlage dient. Das Durchschnittsalter aller Mütter beträgt laut Regionalgeschäftsführer Josef S. Mirbeth 30,6 Jahre - und ist damit niedriger als im ganzen Freistaat (31,5 Jahre).

Bei fast jedem fünften Kind, das 2015 im Landkreis zur Welt gekommen ist, war die Mutter aber bereits 35 Jahre oder älter. Die Gruppe der 30- bis 34-jährigen Frauen hat laut Krankenkasse die meisten Kinder zur Welt gebracht: 285 von insgesamt 808 Babys. Unter 20 Jahre waren 23 Frauen, zwischen 20 und 24 dann 75 und zwischen 25 und 29 Jahre 278 Gebärende. 116 Frauen waren im Alter zwischen 35 und 39 Jahre alt, 31 sogar 40 Jahre und älter. "Gegen ein spätes Mutterglück spricht grundsätzlich nichts, allerdings steigt statistisch gesehen das Komplikationsrisiko bei Spätgebärenden", sagt Josef S. Mirbeth. So liege das Risiko von schwangerschaftsspezifischen Erkrankungen bei älteren Schwangeren höher. Es werde auch etwas häufiger Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert. "Ältere werdende Mütter sollten deshalb die Vorsorgeuntersuchungen besonders gewissenhaft wahrnehmen."

Obwohl statistisch gesehen Spätgebärende häufiger per Kaiserschnitt entbinden, ist die Rate in der Oberpfalz um über 5 Prozent auf 29,2 Prozent zurückgegangen. "Kaiserschnitte sind bei bestimmten Indikationen und Geburtsrisiken für Mutter und Kind lebenswichtig", so Mirbeth. Jedoch sollte bei einem normalen Verlauf der Schwangerschaft immer die Notwendigkeit eines derartigen operativen Eingriffs abgewogen werden.

"Ein frühzeitiger Kontakt zu einer Hebamme kann bei der Entscheidung hilfreich sein. Außerdem vermitteln Geburtsvorbereitungskurse vielen Schwangeren Sicherheit und helfen Ängste abzubauen", erklärt Mirbeth.

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