13.03.2018 - 20:00 Uhr

Infoabend in Vilseckl beantwortet Eltern-Fragen Wenn das Kind ein Schulkind wird

Vilseck. Kinder sollen über ein gesundes Selbstbewusstsein verfügen und auf ihr Leistungsvermögen vertrauen. Beides können sie nur entwickeln, wenn sie im Alltag immer wieder Lob, Anerkennung und Zuneigung erfahren. Das verdeutlichten Rektorin Petra Ligensa sowie die Lehrerinnen Ricarda Kräuter und Gabriele Lindenberger bei einem Infoabend über Schulfähigkeit - eines von vielen ähnlichen Angeboten, die es derzeit im Landkreis gibt.

von Autor KHGProfil

Die Grundschule Vilseck erwartet für das Schuljahr 2018/2019 etwa 50 Abc-Schützen. Deren Eltern liegt offenkundig viel am optimalen Schulstart ihrer Sprösslinge. Mütter und Väter waren zahlreich zum Infoabend in die Mehrzweckhalle der Grund- und Mittelschule Vilseck gekommen. Es standen viele Fragen im Raum, die die Referentinnen umfassend beantworteten: Wie bereite ich mein Kind am besten auf den Schulstart vor? Ist es wirklich schon fit für die Schule oder würde es mehr von einem weiteren Jahr im Kindergarten profitieren? Unterfordere ich es dort oder überfordere ich es in der Schule? Wann soll mein Kind eingeschult werden, damit es mit Freuden und erfolgreich seine Schullaufbahn durchlaufen kann?

Auch rechtliche Grundlagen waren Thema. Schulpflichtig im Schuljahr 2018/2019 sind Kinder, die bis zum 30. September 2018 das sechste Lebensjahr erreicht haben. Die Möglichkeit, sie zurückzustellen oder vorzeitig einzuschulen besteht weiterhin (entscheidet in der Regel die Schulleitung). Dies gilt besonders für Kinder, die im Oktober, November und Dezember 2018 oder später sechs Jahre alt werden.

Schulfähigkeit verlangt geistige, soziale und körperliche Voraussetzungen. Zu Ersteren gehören die Aufnahmebereitschaft für Neues, Neugierde, Kreativität, Fantasie, Konzentrationsvermögen, folgerichtiges Denken, Wahrnehmungs- und Merkfähigkeit, Mengen und Zahlen erkennen, aber auch Sprache/Sprachfähigkeit.

Soziale Schulfähigkeit zeichnet sich dadurch aus, dass ein Kind auch in der Gruppe Ansprechbarkeit zeigt, sich von der vertrauten Bezugsperson allmählich löst, mit Gleichaltrigen Kontakt aufnimmt, hilft und sich helfen lässt. Außerdem soll es eigene Interessen in der Gruppe auch einmal zurückstellen können, Ablehnung von Wünschen ertragen, Einordnungsbereitschaft zeigen, Konflikte aushalten oder angemessen austragen und gewaltfrei lösen, sich eine Zeitlang allein konzentrieren und ausdauernd beschäftigen. Weitere Fähigkeiten sind selbständiges Handeln, mit Misserfolgen zurechtkommen und lernen, dass Erfolg auch mit Anstrengung verbunden ist.

Körperliche Voraussetzungen werden geschaffen durch Sport und regelmäßige Bewegung.

Schulreife Eltern

Nicht nur die Kinder, auch die Eltern brauchen "Schulreife". Die Empfehlungen der Expertinnen in Vilseck: Eltern können zuhören, hetzen ihr Kind nicht, schauen mit ihm Bilderbücher an und lesen viel vor, schmusen und lachen mit ihm. Sie verlieren nicht die Geduld, wenn ihrem Kind etwas nicht gelingt, sehen gemeinsam mit ihm eine Fernsehsendung an und sprechen darüber, verbieten aber auch konsequent zu häufiges Fernsehen oder zu viele elektronische Spiele. Sie spielen oder bewegen sich gemeinsam viel im Freien, loben ihr Kind. Sie begründen ihre Maßnahmen, wo möglich/nötig, erfüllen ihrem Kind nicht jeden Wunsch, trauen ihm immer etwas mehr Selbstständigkeit zu und geben ihm dadurch Sicherheit, können sich bei ihrem Kind auch einmal entschuldigen, sind Vorbild (grüßen, bitten/danken, Medien), machen keine Angst vor der Schule und sind auch nach Schulbeginn fürs Kind da. (khg)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp