30.01.2017 - 17:40 Uhr
Oberpfalz

Kreisfeuerwehr Amberg-Sulzbach wirbt für Rauchmelder Unscheinbare Lebensretter

Klein und unscheinbar hängen sie an der Decke. Doch im Notfall leisten sie wertvolle Dienste: Rauchmelder sind wahre Lebensretter. Denn immer noch sterben jährlich in Bayern 60 Menschen bei Bränden. "Das sind 60 Tote zuviel", findet die Feuerwehr.

Viel Rauch für eine wichtige Sache: Gemeinsam mit Landrat Richard Reisinger (Siebter von links) wirbt der Kreisfeuerwehrverband mit Kreisbrandrat Fredi Weiß (Sechster von links) an der Spitze für die Installation von Rauchmeldern. Seit 2013 sind diese kleinen Geräte, die im Notfall Leben retten, Pflicht für Neubauten, bis Ende 2017 müssen Altbauten nachgerüstet werden. Bild: Steinbacher
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Um darüber aufzuklären, wie wichtig Rauchmelder sind, hat der Kreisfeuerwehrverband bereits vor einigen Jahren die Kampagne "Damit dein Schutzengel in Ruhe schläft" ins Leben gerufen. Die Feuerwehr ließ Flyer und Plakate drucken und schickte eine kleine Ausstellung auf Wanderschaft. Auch beim Gesundheitstag im Landratsamt klärten die Aktiven über die Rauchmelder auf. Gerne unterstützt auch Landrat Richard Reisinger die Aktion, wie er gestern im Beisein von Feuerwehr-Führungskräften im Landratsamt betonte. "Wir sind seit einiger Zeit in einer Symbiose, um für Brandschutzmelder zu werben", sagte er über die Kooperation von Landratsamt, insbesondere Bauamt, und dem Kreisfeuerwehrverband.

Bis Ende 2017 nachrüsten

Reisinger verglich Rauchmelder mit Sicherheitsgurten. Seit deren Einführung seien viele Leben gerettet worden. Bereits seit 2013 sind Rauchmelder Pflicht in Neubauten, informierte Alois Schlegl, Bauamtsleiter im Landratsamt. Bis Ende 2017 müssen auch alle bestehenden Gebäude in Bayern mit diesen Geräten ausgerüstet sein.

Die Feuerwehr will deshalb verstärkt nochmals für Rauchmelder werben. "Das ist ein wichtiges Thema", erklärte Kreisbrandmeister Jürgen Ehrnsberger vom Fachbereich Brandschutzerziehung des Kreisfeuerwehrverbandes. Auch wenn die Zahl der Brand- beziehungsweise Rauchtoten immer weiter zurückgehe, sieht Ehrnsberger durchaus noch Aufklärungspotenzial in der Bevölkerung. Alle an der Kampagne beteiligten Akteure stehen seiner Aussage nach "voll hinter der Sache". Kreisbrandrat Fredi Weiß sprach von 60 Brand- und Rauchtoten pro Jahr in Bayern. "Das sind 60 zuviel", betonte er. Brandschutz fängt für die Feuerwehr bereits bei den Kleinsten an. So gehen Brandschutzerzieher auch in die Kindergärten, um dort die Mädchen und Buben für die Gefahren von Feuer zu sensibilisieren. Diese Arbeit trägt durchaus Früchte, die Kinder sind häufig Multiplikatoren. "Sie gehen nach Hause und sagen den Eltern, dass sie Rauchmelder brauchen", so Fredi Weiß.

Jetzt, im Endspurt für die Übergangsphase für Altbauten, will die Feuerwehr nochmals verstärkt die Werbetrommel für die kleinen Lebensretter rühren. "Unsere Zielgruppe sind vor allem diejenigen, die schon lange in ihrem Haus leben und noch keinen Rauchmelder haben", erklärte Landrat Richard Reisinger. "Mein Appell an alle: Bringt's so ein Ding an."

Optimaler Schutz

Als Mindestschutz nennt der Flyer "Damit dein Schutzengel in Ruhe schläft" des Kreisfeuerwehrverbandes Rauchmelder im Flur, Kinder- und Schlafzimmer. Optimaler Schutz umfasse Wohn-, Hobbyräume, Küche mit Dunstabzug, Dachboden und Heizungskeller.

Mein Appell an alle: Bringt's so ein Ding an.Richard Reisinger über die Installation von Rauchmeldern

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