Landkreis Amberg-Sulzbach würdigt Ortsverschönerung
Obstbäume und schöne Dörfer: Gewinn für alle

Die Sieger beim Landkreis-Wettbewerb "Unsere Dorfschätze - Obstbäume" einschließlich der fünf Privatinitiativen.
 
Rund achtzig Besucher füllten den Gmoistodl in Etzelwang bei der Abschlussveranstaltung des Landkreises.

Gefeiert wurden die Preisträger zweier Ortsverschönerungs- Wettbewerbe im Landkreis. Doch nicht nur diese, wie Landrat Richard Reisinger vor rund 80 Gästen in Etzelwang ausdrücklich betonte: Alle Teilnehmer aus 30 Ortschaften seien Sieger - weil sie wertvolle Arbeit geleistet hätten.

Etzelwang. Zum Abschlussabend für die beiden Wettbewerbe "Unsere Dorfschätze-Obstbäume" sowie "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" hatte der Landkreis in den Gmoistodl nach Etzelwang eingeladen. Für die Ehrung waren Vertreter der Sieger-Ortschaften und Gemeinden aus dem gesamten Landkreisgebiet angereist - insgesamt rund 80 Gartenfreunde.

30 Ortschaften dabei

Beachtliche Anstrengungen in 30 Ortschaften des Landkreises in der Ortsverschönerung und beim Obstanbau wurden mit Medaillen und Urkunden gewürdigt - und mit einem Abendessen, zubereitet vom Kirchenreinbacher Gasthaus Goldener Stern. Neben Verantwortlichen aus Bezirks- und Kreisverband, Kommissionsmitgliedern und Abordnungen aus den Gartenbauvereinen waren viele Bürgermeister aus den geehrten Gemeinden anwesend. Landrat Richard Reisinger übernahm deshalb lieber die Funktion des Moderators und bat Kreisräte und Bürgermeister, sich selbst vorzustellen. Anerkennung galt der Feuerwehr Etzelwang, die die Gäste bewirtete. Die vier Damen der Milchbanklmusi bereicherten den Abend mit bodenständiger Musik.

Reisinger machte deutlich, dass trotz der Preisvergabe an einzelne alle Wettbewerbsteilnehmer Sieger seien, weil sie für die Aufwertung der Landschaft und die Stärkung des sozialen Zusammenhalts wertvolle Arbeit leisteten.

Etzelwangs Bürgermeister Roman Berr sprach von einem Trend in vielen Städten und Gemeinden, denen der demografische Wandel Sorgen für die Zukunft bereite: In seinem Ort sei es umgekehrt. Hier steige die Einwohnerzahl wieder, es gebe mehr Geburten, junge Handwerker etablierten sich. Das belohne die Anstrengungen in der Gemeinde, das Freibad zu erhalten und die Dorferneuerung zu realisieren. Etzelwang freue sich über die Unterstützung des Landkreises bei der Neugestaltung der Kreisstraße. Die Sanierung des historischen Gmoistodls mit viel Schweiß und enormen Anstrengungen sei von Erfolg gekrönt.

Lange Obstbaumtradition

Etzelwang kann laut Berr auf eine lange Obstbaumtradition zurückblicken. Zur Sorten-Vielfalt hätten nach dem Krieg die Flüchtlinge beigetragen - mit Früchten aus ihrer Heimat. Mehrere Streuobstwiesen rund um das Dorf, eine davon im Ortskern für jedermann zugänglich, belegten die Wertschätzung der Bäume. Für eine neu angelegte Streuobstwiese konnte Udo Hollweck als Pate gewonnen werden, der die Pflege übernimmt und dafür den Ertrag ernten darf. Landrat Richard Reisinger und Kreisfachberaterin Michaela Basler zeichneten die Gewinner mit Medaillen und Urkunden aus.

"Unser Dorf hat Zukunft"Über den Bezirksentscheid zum 26. Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" berichtete Kreisfachberater Arthur Wiesmet mit alten Ansichten der Orte, Fotos erhaltenswerter Bestände und der Erfolge nach Sanierungen. 13 Ortschaften waren in der Oberpfalz dabei. Ursensollen bekam die Goldmedaille, Atzmannsricht Silber, Ammerthal Bronze. Bei der Bewertung überzeugten gute Infrastruktur, intaktes Vereinsleben, farbenfrohe Gestaltung von Grünflächen, sinnvolle Nutzung historischer Gebäude und zukunftsweisende Absichten mit einem Seniorenwohnheim in Ursensollen. Mit dem Umbau eines landwirtschaftlichen Gebäudes zu einem Gemeinschaftshaus, der Pflege eines Badeweihers und der Ortsrandgestaltung durch Landwirte punktete Atzmannsricht. In Ammerthal waren es die hervorragende Infrastruktur, ein großes Angebot an Vereinen, Nachbarschaftshilfe, Jugendaustausch und Ideen für moderne Baumbestattung und der Vaterunser-Weg. (ds)


Obstbäume als DorfschätzeZum Wettbewerb "Unsere Dorfschätze - Obstbäume" zeigte Kreisfachberaterin Michaela Basler Bilder vorbildlicher Obstbaumanlagen, Streuobstwiesen und Einzel-Objekte. Sie erläuterte die Entwicklung des Obstanbaus vom Mittelalter bis heute. Dabei beklagte sie den Rückgang der Obstbäume in den vergangenen Jahrzehnten angesichts des Angebots im Lebensmittelhandel. Im Wettbewerb gab es drei Kategorien. Bei "Kommunale Obstaktivitäten" waren Etzelwang und Ebermannsdorf erste Sieger unter zwölf Bewerbern. Großschönbrunn, Hohenburg und Lintach siegten bei "Bürgerliche Obstaktivitäten". Gewürdigt wurden auch Privatinitiativen - der Familie Bleisteiner (Brünnthal), im Kloster Ensdorf, in der Kulturscheune Elbart, bei der Familie Pirkl (Albertshof) und der Familie Strobel (Großalbershof). In Ebermannsdorf erhalten neue Bauherren für ihren Garten einen Obstbaum. Außerdem ist eine Obstbaumallee geplant. Etzelwang überzeugte mit Gärten, Baumpaten und dem Erhalt der Obstwiese im Ort. Großschönbrunn umrunden etwa 1000 Obstbäume. Der Obst- und Gartenbauverein bemüht sich um Naturverständnis bei Kindern und Erwachsenen. Hohenburg ermöglichte Kindern einen Zukunftsgarten. Rund 100 Obstbäume sollen der Fledermaus "Große Hufeisennase" Lebensraum bieten. In Lintach dokumentierten auf Initiative des Gartenbauvereins Bürger den Bestand der Obstbäume. (ds)
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