Leader-Projekt dokumentiert Amberg-Sulzbacher Kulturlandschaft in Datenbank
Die Schätze der Region im Internet

Schätez der Kulturlandschaft in einer öffentlich zugänglichen Internet-Datenbank sammeln: Das ist Ziel eines neuen Leader-Projekts im Raum Amberg-Sulzbach. Bild: Armin Röhrer

Streuobstwiesen, Treppen und sogar ganze Ortschaften: Sie alle sind Schätze unserer Kulturlandschaft. Und stoßen auf großes Interesse: Rund 40 Teilnehmer wollten mehr über ein Projekt wissen, das diese Kostbarkeiten bewahrt - in einer Online-Datenbank.

Amberg-Sulzbach. "Erfassung (historischer) Kulturlandschaftselemente" heißt dieses Leader-Kooperationsprojekt. Heimatpfleger, Wanderwarte, Obst- und Gartenbauvereine, Bürgermeister: Über 40 Interessierte aus dem ganzen Landkreis informierten sich darüber im Rathaussaal in Sulzbach-Rosenberg. Dazu eingeladen hatte die LAG (Lokale Aktionsgruppe) Amberg-Sulzbach unter Federführung von Landrat Richard Reisinger, zugleich Vorsitzender, und LAG-Managerin Maria Schmalzl.

Nicht nur historisch

Wichtigstes Ziel ist es, die Kulturlandschaft der Region zu erfassen und dieses Wissen in einer öffentlichen Datenbank zu sichern, heißt es in einer Pressemitteilung der LAG. Das Wort "historisch" stehe im Projekttitel bewusst in Klammern, da auch noch Existierendes dokumentiert wird. In Frage kommen zum Beispiel Brücken, Bäume, Wälder, Streuobstwiesen, Treppen, Hügelgräber und sogar ganze Ortschaften.

Erfasst werden sie über Fragebögen - über die wichtigen Informationen zu Lage und Art des Objekts, sowie (wenn möglich) ein Foto. Die wissenschaftliche Aufbereitung übernimmt ein Projektmanager, der eigens dafür eingestellt wurde. Die Datenbank ist für alle Bürger frei zugänglich und soll nach Projektende in den Bayern-Atlas integriert werden, in dem sich jeder Informationen abholen kann. Nur die Eingabe in die Datenbank übernimmt auch der Projektmanager. Die Datenbank dient rein informatorischen Zwecken, eine "Auswertung" oder "Aufwertung zu Schutzzwecken" wird nicht angestrebt. Erfasst werden sollen Elemente, die noch nicht in einer Denkmalliste stehen. Eine Verknüpfung dieser Listen (Denkmalliste, Naturdenkmalliste, Datenbank Kulturlandschaften) ist ebenso Ziel des ganzen Projekts.

Schon jetzt ein Erfolg

Die Verantwortlichen sehen einen großen Mehrwert darin, die Besonderheiten der Region anschaulich in einer Datenbank darstellen zu können. "Viel Wissen ist vorhanden, doch wenn nichts niedergeschrieben wird, wird viel von diesem Schatz verloren gehen", betont Maria Schmalzl. Möglich seien Führungen zu speziellen Themen in Kommunen oder Vereinen. "Es ist sicher interessant, herauszufinden, welche Kulturdenkmäler landkreisweit zu finden sind - obwohl dies niemand so vermutet hätte. Auch weitergehende Projekte mit Schulen und Kindergärten sind denkbar. Schon alleine dass sich Bürger mit unserer Region und der Geschichte ihrer Heimat beschäftigen, ist ein großer Erfolg des Projekts", betont Schmalzl.

Jeder Beitrag zählt

Zentrales Element des Projekts ist die Erfassung der Elemente, hauptsächlich durch Ehrenamtliche. "Es ist sicherlich nicht möglich und auch nicht das Ziel, direkt alle Kulturlandschaftselemente im ganzen Landkreis zu sammeln und in die Datenbank einzutragen", betont Maria Schmalzl - aber "jedes einzelne Element, das erfasst wird, trägt zum Erfolg des Projekts bei". Es werde nicht ausgewertet, welche Kommune viele oder wenige Elemente liefert oder wer wie viele Stunden investiert: "Das große Ziel ist schließlich eine bayernweite Datenbank, die nach und nach gefüllt wird und wächst."

Workshop erklärt allesZur Datenbank der Kulturlandschaftselemente können viele Zielgruppen beitragen: Verwaltung, Vereinsmitglieder, Heimatpfleger, Archivare, Heimat- und Kulturvereine, Obst- und Gartenbauvereine, Wanderwarte, (staatliche und nichtstaatliche) Museen, Bergknappenvereine, Feldgeschworene, Kulturführer und viele weitere.

Am Samstag, 17. Februar, findet im König-Ruprecht-Saal im Landratsamt in Amberg ein Workshop statt. Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr und wird (inklusive Mittagspause) etwa bis 16 Uhr dauern. Im Workshop werden besonders die Fragen geklärt: Was ist ein Kulturlandschaftselement? Wie erfasse ich ein konkretes Kulturlandschaftselement? Wie übertrage ich die Informationen und Bilder an den Projektmanager?

Eingeladen zur Teilnahme an dem Workshop sind alle Interessierten, die sich an dem Projekt beteiligen wollen - eine Zugehörigkeit zu einem Verein ist nicht erforderlich. Informationen/Anmeldeformular im Internet (www.lag-amberg-sulzbach.de/erfassung-workshop). Anmeldung bis Freitag, 9. Februar, an das LAG-Management (info@lag-amberg-sulzbach.de, 09621/39 171, Fax 09621/37 60 51 71). Auch wer etwas zum Projekt beitragen möchte, aber nicht zum Workshop kommen kann, kann sich über das Anmeldeformular bei der LAG zurückmelden. (exb)
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