Mann (35) wegen zweier Gewalttaten vor Gericht
Glimpflich davongekommen

(Foto: Peter Steffen/dpa)

Wie es oft so ist bei Gericht: Ein Freispruch wäre dem Angeklagten am liebsten gewesen. Doch den konnte es angesichts zweier Gewaltdelikte nicht geben. So wurde zwei Stunden lang vor dem Landgericht geredet, diskutiert und abgewogen, wie man mit dem 35-Jährigen verfahren sollte.

Amberg-Sulzbach. Es gab zwei Anklagepunkte. Der erste: Die Ex-Ehefrau des Angeklagten war im Mai vergangenen Jahres mitten in der Nacht körperlich misshandelt worden. Das gab der 35-Jährige zu. Nächster Vorwurf von Staatsanwalt Holger Vogl: Der in Amberg wohnende Arbeiter war im Juni 2016 mit Schlägen gegen vier Fußgänger vorgegangen, die nach dem Altstadtfest auf dem Sulzbach-Rosenberger Friedhofsberg des Weges kamen. Drei Männer und ihre Begleiterin, dem Beschuldigten völlig unbekannt, trugen dabei Verletzungen davon.

Die beiden Fälle waren schon einmal verhandelt worden. Beim Amtsgericht bekam der bis dahin nicht Vorbestrafte sechs Monate Haft zur Bewährung. Mit seinem Anwalt Jörg Sodan (Regensburg) ging er in Berufung. Das tat aber auch die Staatsanwaltschaft. Was folgte, war eine Neuauflage des Verfahrens beim Landgericht. Vor der 3. Strafkammer unter Vorsitz von Gerd Dreßler räumte der 35-Jährige zwar die Attacke auf seine Ex-Frau ein, bestritt aber den Übergriff in Sulzbach-Rosenberg.

Richter Dreßler gab zu bedenken: "Es könnte durchaus auch eine höhere Strafe geben." Dann informierte er, dass der Arbeiter erst in den vergangenen Tagen offenbar erneut gewalttätig gegen seine Ex-Frau geworden war. Daraus folgerte Dreßler: "Sie sollten über eine Zurücknahme der Berufung nachdenken." Das tat der 35-Jährige schließlich.

Auch Staatsanwalt Vogl entschloss sich zur Rücknahme seines Einspruchs. Dazu führte er ein Gespräch mit Leitendem Oberstaatsanwalt Joachim Diesch. Als Ergebnis wurde dem Angeklagten mitgeteilt, dass ein neuerlich gegen ihn anhängiges Verfahren wegen Tätlichkeiten an seiner Ex-Frau möglicherweise eingestellt werden könne. "Wenn es", wie Holger Vogl offen ließ, "beim momentan ermittelten Sachverhalt bleibt und keine erschwerenden Umstände hinzukommen."
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