06.08.2017 - 18:59 Uhr
Oberpfalz

Meinung Volksmusik statt Lärm auf der Kirwa

Die Fronberger Kirwamusikanten.
von Autor HOUProfil

Kommentar von Wolfgang Houschka

Unlängst bei der Kirchweih in einem Dorf unserer Region. Bratwürste, Tellersulz, Wurstsalat und eine Maß Bier auf dem Tisch. Früher Abend unter Bäumen und Sonnensegel. Alles idyllisch. Bis die Tischnachbarin mitteilt: "Wenn du noch etwas zu sagen hast, mach's jetzt." Sie wusste schon aus dem Vorjahr, was kommen würde.

Zwei Minuten später formieren sich auf der Bühne drei junge Männer, die eine Alpenpop-Lärmdampfwalze aus Niederbayern mitbringen. Sie gehen wie mit einem Presslufthammer gegen die Gehörgänge vor und lassen Unterhaltungen verstummen. Das stampfende Stakkato, nur unterbrochen von dümmlichen Trinksprüchen, zieht sich bis Mitternacht hin. Da haben wir längst die Flucht ergriffen.

Das Brauchtum der Kirchweih, so scheint es, ist zur Plärr-Arena verkommen. Doch dann erscheinen plötzlich ein paar Männer, die mit imposanter Statur genau das anbieten, was der Oberpfälzer eigentlich erwartet: Volksmusik und kein Geschrei. Blasinstrumente, aus denen Walzer und Zwiefache ertönen. Nirgends Verstärker, einfach nur schön.

Diese Leute nennen sich Fronberger Kirwamusikanten und sind bei einem Familienfest auf dem Dürnsrichter Reitplatz auf der Bühne gesessen. Eine Wohltat fürs Publikum. Endlich Klänge, bei denen der Schweinsbraten nicht vom Teller fliegt, der Nachbar das "Prosit" hört und so getanzt werden kann, wie es sich bei uns in der Oberpfalz gehört. Eine Kirwa vom Allerfeinsten - obwohl es eigentlich gar keine war. Mit Bombardon, Klarinettl und Trompete.

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