19.12.2017 - 16:58 Uhr
Oberpfalz

Mitarbeiter der Firma Godelmann schnüren freiwillig 800 Weihnachtspakete für Rumänien 60 Hände im Helfer-Marathon

Sie sind vollzählig da. 30 Frauen und Männer, die ihren stressigen Job drei Stunden lang ebenso engagiert wie ehrenamtlich machen. 800 Geschenkkartons sind in einer Godelmann-Werkhalle zu packen. Draußen pfeift der eiskalte Wind, drinnen absolvieren die Helfer einen wahren Marathon.

Uli Bauriedl ist, wenn man so will, der Herr über 13 000 Geschenkkartons, die am zweiten Weihnachtsfeiertag nach Rumänien zu Bedürftigen und Kranken gebracht werden. Das ganze Jahr über plant und organisiert der 51-Jährige. Ganz nebenbei versorgt Bauriedl auch noch Armenküchen mit tonnenweise Mehl und anderen Nahrungsgrundstoffen.
von Autor HOUProfil

Högling. Der Großhändler hat wenige Stunden zuvor die Lebensmittel gebracht. Tonnenweise Mehl, Speiseöl, Schokolade, Kakaopulver, Nudeln, Kekse. Fast wie bei einer Care-Aktion der Amerikaner in der Nachkriegszeit. Zahnbürsten und Duschgels liegen der Reihe nach auf den langen aufgestellten Biertischen, Malbücher stapeln sich und Plüschtiere gibt es. Alles griffbereit zur Hand und zum Verpacken in einer riesigen Werkhalle des Höglinger Steinerzeugers Godelmann.

Die Truppe weiß, was zu tun ist. Sie schnappen sich Kartons und befüllen sie. Jede Tour nahezu 150 Meter hin und zurück. "Wir haben diesmal 800 Pakete zu füllen", hat ihnen Uli Bauriedl zu Beginn gesagt. Mehr, als in den Jahren davor. 34 000 Euro hat der 51-Jährige aus dem engen Umfeld von Firmenchef Bernd Godelmann heuer für diese Güter gesammelt. Der Unternehmer lässt Bauriedl für seine Bemühungen freie Hand und unterstützt voll, was sein Werksmanager tut. Was der Mann aus Högling macht, ist weit mehr als eine Geste. Er organisiert seit vielen Jahren die Weihnachtstrucker-Tour nach Rumänien und führt sie auch an.

Die lange Reise, gestartet am zweiten Feiertag und erst an Silvester beendet, hat die Ärmsten der Armen im Blickfeld. Kinder und Kranke, die in Elendsquartieren hausen und es nicht fassen können, dass da jemand kommt, der ihnen Gutes tut. Eigentlich unfassbar in einem geeinten Europa. Aber doch bittere Realität. Weit abseits von Prunkpalästen, die sich Regierende bauen.

Bauriedl hat für alles gesorgt. Auch für Stapel von Bananenkartons, in die seine Leute vom Elternbeirat der Schule Dürnsricht und aus der eigenen Firma das ganze Material samt einem Plüschtier für die Kinder schlichten. Für Gespräche hat er kaum Zeit. Aber so viel verdeutlicht sich trotzdem: Heuer werden rund 13 000 Pakete auf einem Dutzend Lastzügen das Höglinger Godelmann-Werk verlassen. Mit dem "Uli", wie sie ihn nennen, als Trossführer einer Aktion, die das Licht vieler Kerzen in das Elend von Menschen in Osteuropa bringt.

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