Neues Projekt des ZEN Ensdorf für Schulen
Lüften gegen dicke Luft

Ihre Messergebnisse halten die Schüler in einem Protokoll fest.

Steigt der Kohlendioxid-Gehalt, sinkt die Konzentrationsfähigkeit und das Lernen fällt schwerer: Ein guter Grund, für "gute Luft im Klassenzimmer" zu sorgen. Das tut jetzt das Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) Ensdorf.

Amberg-Sulzbach. "Gute Luft im Klassenzimmer" heißt ein neues Angebot der Arbeitsgemeinschaft (AG) Schule des ZEN. Unter dem Motto "Lüften, aber richtig!" gestaltete die Erasmus-Grasser-Grundschule Schmidmühlen in Kooperation mit dem ZEN im Zuges des Projekts "Energieschule Amberg-Sulzbach" ein Unterrichtsangebot.

Förderlehrerin Eva Lichtenegger will frischen Wind in die Klassenzimmer bringen: "Gerade im Schulalltag ist dicke Luft für die Kinder ein ständiger Begleiter." Gespannt nehmen die Dritt- und Viertklässler die Luft in ihrem Klassenzimmer unter die Lupe. Durch Messungen finden sie heraus, wie sie bedarfsgerecht lüften. Sie lernen dabei auch, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsmangel vorzubeugen. Das CO2-Messgerät macht Unsichtbares sichtbar: Strömung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Kohlendioxid. Ziel eines Wettbewerbs in der 3. und 4. Klasse ist es, die Klasse mit den besten Lüftungsaktivitäten herauszufinden.

Schulleiterin Ursula Braun unterstützt die Kinder: "Durch die Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden wird die Grundlage für engagiertes Arbeiten und erfolgreiches Lernen geschaffen." Zunächst zielt das neue Energieschule-Projekt darauf ab, Schüler und Lehrer zu sensibilisieren. Das "Lüften, aber richtig!" soll sich als Selbstverständlichkeit in allen Schulen etablieren.

Landrat Richard Reisinger betont dazu: "Um das Klimaschutzkonzept mit ehrgeizigen Zielen und die Energiewende im Landkreis nachhaltig zu verankern, muss Energie- und Klimabildung bei den Jüngsten jetzt einsetzen, wenn sie 2035 wirken soll."

Die Ampel im KlassenzimmerDie Schmidmühlener Schüler richten einen Lüftungsdienst ein. Sie wissen: Gekippte Fenster ermöglichen keinen richtigen Luftaustausch, Energie geht verloren.

"Es ist besser, dass wir die Fenster und die Tür ganz öffnen", so brachte es Rebekka aus der 3. Klasse auf den Punkt. Auch in der Krötensee-Mittelschule in Sulzbach-Rosenberg ist das Raumklima Thema. Im Klassenzimmer von Lehrerin Lichtenegger in Schmidmühlen ist eine CO2-Ampel aufgestellt. Sie zeigt optisch und akustisch an, wann es Zeit wird, zu lüften. Für mehrere Tage bleibt die Ampel im Klassenzimmer: So werden die Kinder für richtiges Lüften sensibilisiert. Der praxisorientierte Lösungsansatz der Pädagogin lautet: Neugier wecken - selbst messen und das Ergebnis ins Diagramm eintragen. (sön)
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