23.05.2017 - 15:00 Uhr
Oberpfalz

Polizei präsentiert Sicherheitsbericht für Kreis Amberg-Sulzbach Biker bereiten Sorgen

Fast kein Wochenende, an dem nicht irgendwo ein Biker verunglückt. "Das macht uns wirklich Sorgen", sagt Polizeipräsident Gerold Mahlmeister. 25 tödliche Motorrad-Unfälle waren 2016 in der Oberpfalz zu verzeichnen.

Es passieren viel zu viele Motorradunfälle - nicht nur im Landkreis Amberg-Sulzbach. Die Polizei will jetzt mit Präventionsarbeit gegensteuern. Archivbild: gf
von Uli Piehler Kontakt Profil

"Wir müssen hier verstärkt tätig werden", erklärte der Oberpfälzer Polizeipräsident, als er Landrat Richard Reisinger die Einsatzzahlen des vergangenen Jahres vorstellte. Erst vor zwei Wochen zog sich ein Biker bei einem Unfall in der Nähe von Freudenberg schwere Verletzungen zu.

Mit "tätig werden" meint der Polizeichef Kontrollen, aber in erster Linie auch Präventionsarbeit. Mit Flyern in Herzform appellieren die Beamten bei Biker-Treffen, in Schulen und bei Festivals an die Vernunft der Motorradfahrer. "Es liegt an dir, ob Du die Kurve kriegst...", steht beispielsweise auf den Flugblättern. In den Texten wird eindringlich um Rücksichtnahme und eine vorausschauende Fahrweise geworben. 2016 gab es in der Oberpfalz 567 Motorradunfälle. Erfreulich sei die Entwicklung bei den Alkoholunfällen. Hier und auch bei den Unfällen, denen überhöhte Geschwindigkeit zugrunde liegt, setze sich der positive Trend der vergangenen Jahre fort.

Weniger Einbrüche

Auch sonst sind Mahlmeister und seine Kollegen mit der Sicherheitslage im Landkreis aber recht zufrieden. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im Vergleich zu den Vorjahren massiv zurückgegangen. Und der Trend setzt sich fort. "Heuer registrieren wir bislang ein Minus von 30 Prozent in diesem Bereich", erklärte der Polizeichef. Für ihn besteht eine Aufgabe nun auch darin, die "objektive Sicherheitslage" in ein "subjektives Sicherheitsgefühl" zu übertragen. Das heißt: die sinkenden Zahlen haben sich noch nicht auf das allgemeine Empfinden durchgeschlagen. Gerade auf dem Land funktioniere die Nachbarschaftshilfe relativ gut - ein Faktor, der es Einbrechern schwer macht. "Wenn es so läuft wie vor ein paar Monaten in Auerbach, dann ist das natürlich der Idealfall." Dort haben Anwohner Einbrecher beobachtet, sofort die Polizei informiert und die Täter bei der Flucht auch noch verfolgt.

Ausländer im Blick

Die Statistik gibt auch einen Überblick über Tatverdächtige, die keine deutsche Staatsbürgerschaft haben. Die Fallzahl steigt zwar leicht an, hat sich aber seit 2013 - also lange vor der großen Welle von Asylanträgen 2015 - nicht gravierend verändert. Von 1527 Tatverdächtigen im vergangenen Jahr waren 405 keine Deutschen (Verstöße nach dem Aufenthaltsrecht eingerechnet). Im Vorjahr waren es noch 1450 Verdächtige, davon 351 Ausländer. "Wir hatten früher meist Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Ethnien", erklärte Mahlmeister im Hinblick auf Asylbewerber. Aktuell gebe es hier einen Trend zu mehr Fällen in der Öffentlichkeit. "Wir sind hier hellwach dabei."

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Der komplette Sicherheitsbericht im Internet

www.polizei.bayern.de/oberpfalz

Günstige Zahlen für Amberg-Sulzbach

Wie lässt sich die Sicherheitslage in einer Region messen? Die Polizei greift dabei auf die Häufigkeitszahl zurück. Das Präsidium in Regensburg hat für jeden Landkreis und jede kreisfreie Stadt in ihrem Zuständigkeitsbereich die Zahl der Straftaten pro 100 000 Einwohner ermittelt. Dieser Wert gibt auf den ersten Blick Auskunft darüber, wie es um die Sicherheit in einer bestimmten Region bestellt ist. Ländliche Bereiche schneiden dabei bayernweit günstiger ab als Städte. Das ist auch in der Oberpfalz so. Die Häufigkeitszahl für den Kreis Amberg-Sulzbach liegt bei 2723 nach 2597 im Vorjahr. Zum Vergleich: Mit der Zahl 4760 verzeichnet die Oberpfalz den drittbesten Wert aller Regierungsbezirke nach Unterfranken (4335) und Schwaben (4652). In der Stadt Regensburg liegt die Zahl bei 12 342. (upl)

Wenn es so läuft wie vor ein paar Monaten in Auerbach, dann ist das natürlich der Idealfall.Polizeipräsident Gerolf Mahlmeister über Nachbarschaftshilfe
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