25.08.2017 - 17:20 Uhr
Oberpfalz

Prozess um spektakulären Überfall Rolex, Geld und ein toter Zeuge

Es bleibt spannend, obwohl der zweite Prozesstag um einen spektakulären Raubüberfall im südlichen Landkreis ausfiel. Der Grund: Einer der Rechtsanwälte war wegen eines familiären Notfalls unabkömmlich. So mussten Zeugen abgeladen und für Dienstag vor das Landgericht bestellt werden.

von Autor HWOProfil

Es geht um einen brutalen Angriff, den zwei Männer am Abend des 22. November 2016 starteten (www.oberpfalznetz.de/1712793). Sie gaben sich an der Haustür eines damals 59-Jährigen als zivile Polizeibeamte aus, drängten den Mann in seine Wohnung und forderten ihn dort auf, Wertgegenstände herauszugeben. Das Opfer, während der Tat mit Pfefferspray attackiert, übergab eine Rolex-Armbanduhr und eine Designerbrieftasche von Louis Vuitton. Darin befanden sich 1200 Euro in einer sogenannten Geldklammer.

Er schweigt aus Angst

Nur einer der mutmaßlichen Täter, in der Frankfurter Türsteherszene tätig, 27 Jahre alt und von der Ehefrau (45) des 59-Jährigen zu einer Fahrt in den Kreis Amberg-Sulzbach animiert, sitzt jetzt auf der Anklagebank.

Den Namen seines Komplizen verschweigt der Mann. Angeblich aus Angst, weil er bei Nennung der Identität um sein Leben fürchten müsse. Am frühen Abend des ersten Verhandlungstages hatte sich herausgestellt, dass die geraubte Rolex-Uhr und 1200 Euro, die in ein Kuvert gesteckt waren, bei dem 27-Jährigen von Kriminalbeamten in Frankfurt sichergestellt wurden. Ein ebenfalls abhanden gekommenes Laptop des 59 Jahre alten Verbrechensopfers wurde bis heute nicht gefunden. Auf dem Notebook hatten sich angeblich wichtige Daten befunden.

Der am 22. November 2016 überfallene und ausgeraubte Mann war heuer am 16. Januar im spanischen Malaga tot aufgefunden worden. Seine kurz nach der Tat vor der Kripo Amberg in drei Vernehmungen gemachten Angaben waren am ersten Verhandlungstag verlesen worden. Daraus ließ sich zwar einiges entnehmen. Doch die Strafkammer und Oberstaatsanwalt Thomas Strohmeier hätten diesen wichtigen Zeugen dringend gebraucht. Allein schon wegen des offenbar zerrütteten Verhältnisses zu seiner Ehefrau, die nun als mutmaßliche Anstifterin des Raubes angeklagt ist.

Mehrere Vorstrafen

Fest steht unterdessen: Die 45-Jährige hat sechs Vorstrafen. Darunter mehrere wegen Betrugs. Auch ihr Mann, zu dem sie die Räuber quasi als Rollkommando angeblich wegen einer in ihren Augen dringend notwendigen "Abreibung" geschickt haben will, war als Betrüger bei den Behörden bekannt.

Die Strafkammer hat nun am Dienstag noch drei Zeugen zu vernehmen. Danach könnte es zu Urteilen kommen.

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