11.10.2017 - 11:02 Uhr
Oberpfalz

Richard Reisinger ist begeistert von E-Autos und lässt dafür gerne seinen Dienst-BMW stehen Landrat fährt jetzt öfter Postauto

Der Landrat steigt in letzter Zeit öfter um: vom dicken Siebener-Dienst-BMW ins Auto der Poststelle des Landkreises. Wieso das? Fährt Richard Reisinger jetzt höchstpersönlich die Briefe seiner Behörden aus? Nein, es ist das Thema E-Mobilität, das ihn elektrisiert und ab und an zu "Mister Postman" werden lässt.

Landrat Richard Reisinger (links) ist jetzt immer öfter mit Postauto unterwegs - einem Elektromobil. Chauffiert wird er dabei von seinem Fahrer Stephan Dießner (rechts). Bild: Wolfgang Steinbacher
von Thomas Amann Kontakt Profil

Amberg-Sulzbach. Na ja, zumindest beschert ihm das ähnliche Sprüche, wenn der Landrat erzählt, dass es sich bei seinem "neuen Fahrzeug" ums E-Auto der Poststelle handelt. Das aber ist humorvoll und anerkennend gemeint, weil Reisinger eben so von dieser Fahrweise begeistert ist, dass er sich nicht zu fein ist, in den lieferwagenartigen mausgrauen Citroën Berlingo zu steigen.

Mit Chauffeur am Steuer

Das tut er natürlich nicht für jeden Termin. Aber vor allem am Abend, wenn das Auto in der Poststelle nicht mehr benötigt wird, lässt er sich damit gerne mal nach Hause oder zu Anlässen bringen, wo es passt und der Auftritt vor der Tür keine Rolle spielt.

Am Steuer sitzt er dabei nicht selbst, sondern lässt seinen Chauffeur Stephan Dießner das umweltfreundliche lautlose Gleiten genießen. Obwohl: Dem fiel es am Anfang nicht ganz leicht, das Lenkrad des Siebener-BMW-Flaggschiffs mit dem des Citroën zu tauschen.

Schließlich bietet die dicke Limousine einiges mehr an Sicherheit und Komfort. Aber zumindest auf Letzteres kommt es auf den eher kurzen Strecken innerhalb des Landkreises nicht so sehr an. Der Landrat kann darauf in seiner ohnehin bescheidenen Art gerne verzichten und überzeugt seinen Fahrer immer öfter, den Umstieg (auch gedanklich) zu wagen. Denn er möchte, dass beim Thema Elektromobilität in Amberg-Sulzbach die Post abgeht. Und dafür passt ja das Postauto wieder ganz gut, könnte man augenzwinkernd sagen.

Spaß beiseite: Reisinger lebt mit diesem Beispiel vor, dass ihm an dem Thema, für das der Landkreis ein eigenes Realisierungskonzept entwerfen hat lassen (AZ berichtete), etwas liegt. Das ist nicht nur aufgesetzt oder weil er als Landrat diese Vorbildrolle übernehmen sollte. Wenn der 53-Jährige ins E-Auto steigt, schwärmt er wie ein kleiner Bub.

"Die Beschleunigung ist geil", entfährt ihm ein Wort, das er sonst nicht in den Mund nimmt. Aber tatsächlich eilen die E-Autos mit ihrer anderen Antriebstechnik meist deutlich schneller auf Tempo 100 als Pkw mit Verbrennungsmotor.

Nur im Hof

"Das ist Formel-1-mäßig", schwärmt Richard Reisinger. Klar, dass er sich bei so viel Begeisterung auch schon selber ans Steuer gesetzt hat. Aber bisher ist er nur im Hof des Landratsamtes rumgedüst - zumindest mit dem Postauto, das auch dank dieser Aufwertung mit seinem prominenten Nutzer keine graue Maus mehr ist.

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