Sicherheitslage in fünf westlichen Gemeinden des Landkreises
"Kein Grund zur Besorgnis"

"Eure Bereiche sind sicher. Wir werden dafür sorgen, dass es auch so bleibt." Zitat: Polizei-Chef Michael Kernebeck zu den fünf Bürgermeistern
 
Eine eingeschlagene Fensterscheibe zeugt davon, dass sich ungebetene Gäste Zutritt zu einem Haus verschafft haben. Einbrüche sind massive Eingriffe in die Privatsphäre von Menschen. Auch der westliche Landkreis ist 2017 von diesen Delikten nicht verschont geblieben. In Gemeindegebiet von Etzelwang zum Beispiel erbeuteten Unbekannte bei einem Einbruch Schmuck, Münzen und Bargeld im Wert von 10 000 Euro. Symbolbild: Hartl

Auch wenn in der einen oder anderen Gemeinde die Zahl der Delikte angestiegen ist, besteht für die Polizei kein Anlass zur Sorge. Dass Illschwang und Birgland relativ viele Straftaten in der Statistik haben, hat einen Grund: Da spielt die A 6 mit rein.

Sulzbach-Rosenberg. Zum Sicherheitsgespräch hatte die Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg die Bürgermeister von fünf Gemeinden im westlichen Landkreis, nämlich Neukirchen, Etzelwang, Weigendorf, Illschwang und Birgland, auf die Dienststelle eingeladen. Deren Leiter Michael Kernebeck erklärte, dass die Sicherheitslage in den Kommunen gut sei. Zwar sei mancherorts die Zahl der Straftaten angestiegen, "problematisch ist die Tendenz aber nicht". In Neukirchen hat sich die Zahl der Straftaten leicht von 57 auf 61 erhöht. 35 davon wurden geklärt. Mit dieser Quote von knapp über 50 Prozent liege man zwar unter dem Landkreis-Schnitt, "aber in einem akzeptablen Bereich". Die Häufigkeitszahl (Straftaten je 1000 Einwohner) gab Kernebeck mit 24 an.

Diebe am Bahnhof

Steigerungen gab es bei den Diebstählen, vier Mal wurden Fahrräder entwendet, alle am Bahnhof. "Da macht Gelegenheit auch Diebe." Als erfreulich wertete der Polizeichef, dass die Rohheitsdelikte, also wenn Menschen auf Menschen losgehen, im Vergleich von 2016 zu 2017 von 16 auf 9 gesunken sind. Sachbeschädigungen hatte es im vergangenen Jahr insgesamt zehn in der Gemeinde gegeben. Auch von Wohnungseinbrüchen sei die Kommune nicht verschont geblieben.

Super Aufklärungsquote

Für die Gemeinde Etzelwang vermeldete Kernebecks Stellvertreter Peter Krämer einen erfreulichen Rückgang der Straftaten von 42 auf 30, die Aufklärungsquote (von 52,4 auf 73,3 Prozent) sei "fast durch die Decke gegangen". Besonders erwähnte er einen Wohnungseinbruch, bei dem die Täter Schmuck, Münzen und Bargeld im Wert von 10 000 Euro erbeuteten. Für Weigendorf machte die Polizei einen leichten Rückgang der Delikte (von 19 auf 15) aus. Die Häufigkeitsziffer (Straftaten pro 1000 Einwohner) gab Kernebeck mit zwölf an. Zu schweren Straftaten sei es in dieser Gemeinde nicht gekommen. Drei Diebstähle aus Pkw verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr. 2016 war dieses Delikt kein einziges Mal vorgekommen.

Die höchste Häufigkeitszahl aller fünf Gemeinden, deren Bürgermeister zur Dienststelle gekommen waren, hat Illschwang: 76. Allerdings relativierten Kernebeck und Krämer die nüchternen Zahlen. "Das hängt sehr deutlich mit der A 6 und der dortigen Rastanlage zusammen", erläuterte Krämer die 151 Straftaten im Gemeindegebiet im vergangenen Jahr (2016 waren es noch 176 gewesen). Im Ort selbst sei es eher unauffällig gewesen.

Die Rauschgiftkriminalität (die Aufgriffe sind ebenfalls an der Rastanlage) ist von 39 auf 24 Fälle zurückgegangen. Genauso Urkundenfälschungen, ebenso an der Raststätte verübt, wenn nach dem Tanken eine falsche Karte zum Bezahlen vorgelegt wurde. Die Aufklärungsquote für den Bereich Illschwang sei von 72 auf 70,9 gesunken. "Es ist gut, wenn ein Kontrolldruck da ist", kommentierte Bürgermeister Dieter Dehling die Aufgriffe an der A 6.

Im Birgland stiegen die Straftaten laut Polizei von 33 auf 54. Auch diese Erhöhung habe wohl mit der Autobahn und reisenden Tätern zu tun. Kernebeck erwähnte zwei Wohnungseinbrüche ("Das ist ein erheblicher Eingriff in die Privatsphäre von Menschen") und einen Fall, in dem eine rumänische Tätergruppe nachts von landwirtschaftlichen Anwesen Motorsägen und weiteres hochwertiges Werkzeug geklaut habe. Auch sei es so, dass Polizisten einer Dienststelle in Mittelfranken die Täter auf der Autobahn verfolgen und dann an der Anschlussstelle Sulzbach-Rosenberg rausziehen. Somit werde das Delikt im Birgland registriert. "Dadurch kommt es zur erhöhten Anzahl von Straftaten."

Eure Bereiche sind sicher. Wir werden dafür sorgen, dass es auch so bleibt.Polizei-Chef Michael Kernebeck zu den fünf Bürgermeistern


Angriffe auf PolizeiBrigitte Bachmann, Bürgermeisterin der Gemeinde Birgland, erkundigte sich beim Sicherheitsgespräch nach Angriffen auf Polizeibeamten. Laut PI-Chef Michael Kernebeck ist diese Zahl gesunken. 2015 waren es 12 Fälle, 2016 dann 20 und im vergangenen Jahr 8. "Der Trend ist gottseidank rückläufig", kommentierte Kernebeck die Zahlen. Dies könne auch damit zusammenhängen, dass im Sommer 2017 der Gesetzgeber höhere Strafen bei Angriffen auf Polizisten und Rettungskräfte beschlossen habe. "Das hält den einen oder anderen vielleicht davon ab." Überwiegend seien es Beleidigungen. "Die Kollegen brauchen sich nicht alles heißen lassen", so der Standpunkt des örtlichen Inspektionsleiters. (san)


21 Flüchtlinge bei Haid ausgesetztAm Abend des 25. November verständigte eine Frau, die auf der B14 unterwegs war, die Polizei, weil ihr bei Haid (Gemeinde Neukirchen) eine Gruppe Flüchtlinge aufgefallen war. Die Polizei traf 21 Menschen, überwiegende Afghanen, an. Ein Schleuser hatte sie an der B14 ausgesetzt. Die Polizei brachte die Gruppe zur Dienststelle, ein humanitärer Einsatz von Sanitätsgruppen lief an. Die Menschen hatten seit Griechenland zwei, drei Tage auf der Ladefläche eines Lkw verbracht. Später wurden die Asylsuchenden nach Regensburg verlegt. Der Schleuser ist bis heute nicht gefasst, wie Michael Kernebeck, Leiter der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg, beim Sicherheitsgespräch mit Bürgermeistern erklärte. Es sei mit hohem technischen Aufwand nach dem Schleuser gesucht worden. Die Bundespolizei habe die Funkzellen vermessen und abgeglichen, welche Handys sowohl bei Waidhaus, wo vermutlich der Lkw über die Grenze fuhr, als auch im Gemeindegebiet Neukirchen im Funknetz eingebucht waren. Diese seien mit den Nummern bekannter Schleuser abgeglichen worden. "Das hat nicht zum Täter geführt", so Kernebeck. (san)
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