20.08.2017 - 12:08 Uhr
Oberpfalz

Unwetter verwüstet Teile des Landkreises Amberg-Sulzbach Hagel und Schlammflut

Starkregen, Hagel und Sturm ließen Bäume umstürzen, Keller volllaufen, blockierten Straßen und bedeckten den Boden mit einer Eisschicht: Das Unwetter vom Freitagabend hat in Teilen des Landkreises große Schäden angerichtet. 21 Feuerwehren waren im Einsatz - nicht nur am Freitag zwischen 19 und 20.30 Uhr. Auch am Tag danach mussten sie noch weitere umgestürzte Bäume beseitigen.

Kein Winter-Bild, sondern eine Sommer-Aufnahme vom Freitagabend in Feuerhof (Sulzbach-Rosenberg). Bild: Hartl
von Heike Unger Kontakt Profil

Amberg-Sulzbach. Von Hagelkörnern mit fünf Zentimetern Durchmesser berichtete Kreisbrandrat Fredi Weiß am Sonntag: Die Eisklümpchen überzogen unter anderem in Sulzbach-Rosenberg/Feuerhof und Weigendorf Straßen und Felder mit einer dicken weißen Schicht, zertrümmerten Gewächshäuser und Jalousien und zerfledderten Pflanzen: Mancherorts blieben auf den Maisfeldern nur noch die nackten Stengel stehen. Starkregen spülte Kanaldeckel hoch, überschwemmte Straßen und Keller. Manche Fahrbahn, zum Beispiel die B 14, war vorübergehend unpassierbar. Auch die Feuerwehr selbst war betroffen. Ins Gebenbacher Gerätehaus drang Schlammbrühe ein. Kein Wunder: In diesem Teil des Landkreises wurden laut Weiß gewaltige Niederschlagsmengen von 37 Litern pro Quadratmeter innerhalb einer Viertelstunde registriert.

Besonders betroffen waren auch die Bereiche Sulzbach-Rosenberg, Weigendorf, Königstein, Hahnbach, Freudenberg, Pursruck, Lintach, Hirschau und Ehenfeld. In Hahnbach fiel zweimal der Strom aus, weil umstürzende Bäume Stromleitungen beschädigten. "Eine Viertel- bis halbe Stunde waren ein Großteil der rund 5000 Einwohner und örtlichen Betriebe ohne Strom", teilte das zuständige Bayernwerk mit. Eine Folge der unterbrochenen Stromversorgung war es laut Kreisbrandmeister Michael Iberer, dass der Aufzug des Rathauses vorübergehend ausfiel und eine Person darin festsaß. Gegen 20.45 Uhr konnte das Bayernwerk wieder die Vollversorgung der Marktgemeinde melden.

Das Unwetter kam nicht überraschend - die Verantwortlichen waren per Wetterradar vorbereitet, hatten dann aber doch in kurzer Zeit alle Hände voll zu tun: Von 19 Uhr bis gegen 20.30 Uhr gingen zahllose Hilferufe ein. Auch am Samstag waren die Ehrenamtlichen noch gefordert: Etliche der vielen Bäume, die der Sturm entwurzelt hatte, mussten noch entfernt werden.

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