06.03.2018 - 15:50 Uhr

US-Armee stellt klar: Range 213 bei Nitzlbuch Teil des Systems Schießbahn bleibt aktiv

Knappe Befehle hallen durch das Zelt, die Mannschaft am Geschütz meldet Vollzug. "Fire!", der Soldat reißt an der Schnur, und das 45-Kilo-Artilleriegeschoss mit einem Durchmesser von 15,5 Zentimetern verlässt den Lauf für einen fünf Kilometer langen Flug. Ringsum wackelt kurzzeitig der Boden. Die Besucher im Übungsplatz bekommen einen hautnahen Eindruck, welchen Lärm Artillerie verursachen kann.

Der Geschütz-Offizier zeigt die einzelnen Granatentypen mit Sprengköpfen oder Gefechtsfeldbeleuchtung. Army-Pressesprecher André Potzler (rechts) übersetzt für die deutschen Besucher. Bilder: Gebhardt (2)
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Amberg-Sulzbach. Ein ganzer Pulk Bürgermeister, Kommunalpolitiker, Polizisten und Militärs aus dem Umland, aber auch aus Ansbach, war angerückt, um beim Dynamic Front II Community Leaders Day die Übung auf der Schießbahn und der Operationszentrale zu beobachten: 1400 Artilleristen aus neun Ländern üben noch bis Samstag auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr unter amerikanischer Führung den scharfen Schuss mit Rohr und Raketenartillerie.

Mit dabei im Empfangsteam auf amerikanischer Seite neben Brigadegeneral Antonio A. Aguto, dem Kommandeur des 7. US-Heeres-Ausbildungskommandos (7th ATC), war auch sein Vertreter, der Chef des Stabes, Colonel William Lindner. Er sprach mit unserer Zeitung am Rande des Besuches über ein Problem, das derzeit wieder die Gemüter erregt: die Schießbahn 213 bei Nitzlbuch. Das Artilleriefeuer ist bis Sulzbach-Rosenberg zu hören.

Extra Personal eingestellt

Lindner äußerte, ebenso wie vorher der General, sein Verständnis für Probleme, die bei der Bevölkerung durch den Übungslärm entstünden. "Ohne Ihre Gastfreundschaft ginge das alles nicht." Aber er unterstrich auch die Notwendigkeit, solche multinationalen Übungen mit 18 Nato-Ländern abzuhalten. Speziell zur Range 213 meinte Lindner: "Dass irgendwann der Eindruck entstanden ist, wir würden diese Bahn stilllegen, ist ein komplettes Missverständnis!" Davon sei nie die Rede gewesen, im Gegenteil, man habe die Bahn renoviert und mit 25 Mann neu eingestelltem deutschen Personal ausgestattet.

Dass allerdings große Haubitzen von dort aus schießen würden, könne er nicht bestätigen: "Es gibt aber eine Feuerstellung südlich der Bahn, dort stehen tatsächlich bei dieser Übung immer wieder Geschütze mit 155-mm-Kaliber. Auf der 213 selbst wird allerdings nur mit den nicht so lauten 30-mm-Kalibern geschossen." Allerdings parkten die großen Geschütze manchmal dort. Überall am Rande des Übungsplatzes befänden sich solche Bahnen, von denen aus in die Mitte des Gebietes, in die sogenannte Impact Area, geschossen werde. All diese Ranges seien notwendig und Teil eines Systems. Colonel Lindner trat auch Vorurteilen entgegen: "Wir kommunizieren sehr wohl mit den Gemeinden. Weihnachten 2016 war ich bei Bürgermeister Neuß im Rathaus zu Besuch und habe mit ihm darüber gesprochen", trat er dem Vorwurf des Auerbacher Stadtoberhauptes entgegen, die Army rede nicht mit den Betroffenen. "Aber wenn ich ihn einlade zu einer Diskussion oder einem Treffen, so wie heute beim Leader's Day, und er kommt nicht - dann kann ich auch nichts machen. Wir sind jedenfalls offen für jedes Gespräch, das zeigt ja auch der heutige Besuchstag."

Diese Tatsache habe er auch schon in der Bayerischen Staatskanzlei bekannt gemacht: "Ich habe es Herrn Huber selbst gesagt, dass der Bürgermeister offensichtlich keinen Wert auf ein Gespräch legt", erklärte der Colonel achselzuckend. All die Fakten könnten besprochen werden. Man müsse es nur wollen.

Wir sind jedenfalls offen für jedes Gespräch, das zeigt ja auch der heutige Besuchstag.Colonel William Lindner
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