12.02.2018 - 20:00 Uhr

Verbraucher soll wissen, wo seine Lebensmittel herkommen Der Landwirt als Botschafter

Viele Verbraucher haben überhaupt keine Ahnung, wie Lebensmittel produziert werden. Das sagt Peter Beer, Kreisobmann des Bauernverbands. Und verbindet damit einen Appell: "Wir Bauern müssen mehr für unser Ansehen tun."

Eva-Maria Haas (Zweite von rechts) stellte den Verein "Unsere Bayerischen Bauern" vor. BBV-Kreisobmann Peter Beer (links), Angelika Hüttner (Zweite von links), Sprecherin des Bauernmarktvereins, sowie BBV-Kreisbäuerin Brigitte Trummer (rechts) überreichten ihr eine kleine Auswahl regionaler landwirtschaftlicher Produkte. Bild: gf
von Autor GFRProfil

Fichtenhof. Landwirte seien eine Minderheit, die von der Bevölkerung viel zu wenig wahrgenommen werde: Zu diesem Schluss kam Peter Beer, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, bei einer Informationsveranstaltung des Vereins "Unsere Bayerischen Bauern" im Gasthof Erras in Fichtenhof. Er hatte aber auch gleich einen Lösungsvorschlag parat: "Wir müssen uns und unsere Arbeit transparenter darstellen."

Beer bedauerte, dass sich die Gesellschaft immer mehr von der Landwirtschaft entferne, dass viele Verbraucher überhaupt keinen Schimmer davon hätten, wie ihre Lebensmittel hergestellt werden. Der beste Botschafter seien bei diesem Thema die Landwirte - und speziell im Raum Amberg die Direktvermarkter auf dem Bauernmarkt. Um das Image der Landwirtschaft zu verbessern, sollten Verbraucher die Möglichkeit haben, sich auf dem "offenen Hof" vor Ort zu informieren, wie dort Lebensmittel produziert werden.

Wo kommen unsere hochwertigen Lebensmittel her? Das transparenter dazustellen, sei Aufgabe des vor zwei Jahren gegründeten Vereins "Unsere Bayerischen Bauern" (UBB) erläuterte dessen Geschäftsführerin Eva-Maria Haas (Hintergrund). Sie sagte: "Wir streben eine stärkere Wahrnehmung für die bayerische Landwirtschaft bei der Bevölkerung an."

Angelika Hüttner, Sprecherin des Bauernmarktvereins, wies darauf hin, dass es den Bauernmarkt in Amberg am Freitagvormittag seit 25 Jahren gebe. Hier habe der Verbraucher die Gelegenheit, frische Produkte aus der Region direkt und ohne Zwischenhandel zu beziehen. Für Landwirte seien Aktionen mit Schulklassen auf dem eigenen Hof sehr zeitaufwendig. Landwirtschaft sei eben schwer zu vermitteln. BBV-Kreisobmann Peter Beer bat darum, es trotzdem zu tun: "Es darf seitens der Verbraucher keine Frage an die Landwirte geben, die wir nicht offen und ehrlich beantworten können."

Es darf seitens der Verbraucher keine Frage an die Landwirte geben, die wir nicht offen und ehrlich beantworten können.BBV-Kreisobmann Peter Beer

Hintergrund

UBB-Geschäftsführerin Eva-Maria Haas warb in Fichtenhof dafür, den Verbrauchern eine größere Wertschätzung der regionalen Erzeugnisse zu vermitteln. Ziel des UBB seien zudem Schutz und Erhalt von Kulturlandschaft und Brauchtum. Dem Verein gehören viele Institutionen an, der Bauernverband und zahlreiche Organisationen aus allen Bereichen der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft sowie der Landwirtschaft nahe stehende Unternehmen wie Baywa, Maschinenringe und Erzeugergemeinschaften.

Haas wies auf die UBB-Internetseite (www.unsere-bauern.de) hin: Hier hätten Interessierte Zugriff auf nahezu alle in Bayern hergestellten landwirtschaftlichen Produkte, auf Einkaufsmöglichkeiten, Veranstaltungen, sogar auf spezielle Rezepte mit heimischen Lebensmitteln. Bei Kurzfilmen zu Milch, Raps, Kartoffeln und Wald stehe allerdings nicht Technik im Vordergrund, sondern Personen - untermalt mit Musik von den Cuba-Boarischen. Viel Geld habe sie auch schon für Radiospots mit dem "Fleischi", Radiomoderator Bernhard Fleischmann ausgegeben, sagte Haas: Diese sollen zum Nachdenken anregen.

Mit einer Live-Cam (Internet-Kamera) im Stall soll artgerecht Tierhaltung vermittelt werden, lautete ein Vorschlag der Expertin. Aber auch weniger angenehme Themen wie Massentierhaltung dürften nicht aus der öffentlichen Diskussion verbannt werden. Der UBB sei auf überregionalen Messen und Landwirtschaftsausstellungen präsent. Ausdrücklich betonte Eva-Maria Haas, der beste Botschafter für die Landwirtschaft sei immer noch der Landwirt vor Ort. Bei Hoftagen könnten Verbraucher Einblick in das Leben auf dem Bauernhof und die Lebensmittel-Produktion bekommen. (gfr)

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