30.06.2017 - 14:40 Uhr
Oberpfalz

Vor 30 Jahren: Sintflutartiger Regen verwüstet das Vils- und Lauterachtal Die große Flut reißt sogar Mauern nieder

Es war eine der größten Katastrophen, die es bis dahin im Vils- und Lauterachtal gegeben hatte. Genau vor 30 Jahren, am 1. Juli 1987, verursachten sintflutartige Regenfälle in nicht gekanntem Ausmaß Schäden in Millionenhöhe.

Die Klostermauer gegenüber der Tankstelle Dollacker hielt den Wassermassen nicht stand: Ihre Trümmer rissen eine Zapfsäule mit bis zum alten Friedhof.
von Hubert SöllnerProfil

Ensdorf/Vilstal. (sön) Zwar hatte der Wetterbericht schwere Gewitter für den Nachmittag des 1. Juli vorhergesagt - mit solchen Unwettern aber hatte keiner gerechnet. Am stärksten traf es neben Rieden, Schmidmühlen, Hohenburg und Kastl die Gemeinde Ensdorf. Hier fühlte sich der Berichterstatter der Amberger Zeitung "nach dem großen Regen stark an die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg" erinnert. Das Landratsamt rief am Tag darauf den Notstand aus. Die Behörde bezeichnete die Lage in Ensdorf als chaotisch: "Das Wasser kam runter wie eine Sintflut."

Schon nach den ersten Regenfällen gegen 16 Uhr war die Staatsstraße 2165, die damals noch durch den Ort führte, vom Kloster bis zum Ortsausgang knietief überschwemmt. Die Feuerwehren waren permanent im Einsatz. Kurz vor Mitternacht brach das Unwetter noch einmal verstärkt über die betroffenen Gemeinden herein. In Ensdorf stieg der Wasserpegel auf etwa eineinhalb Meter. Von der Thanheimer Straße schob sich eine Geröllhalde bis vor die Hauptstraße in Höhe des Kindergartens.

Eine Klostermauer hielt den Wassermassen, die aus dem Schustertal hereindrückten, nicht stand: Ihre Trümmer rissen eine Zapfsäule der Tankstelle Dollacker mit - und auch sonst alles, was ihnen im Weg war. Erde, Steine und Geröll lag nicht nur auf der Ortsdurchfahrt. Ähnlich sah es in Rieden aus, das praktisch unpassierbar war. Autos waren hier mitgerissen worden, Keller überschwemmt. In Schmidmühlen standen die Straßen und auch die Erdgeschosse im Ortskern rund 1,50 Meter unter Wasser.

Da Landrat Hans Wagner den Notstand ausgerufen hatte, rückten auch 100 Soldaten der Panzerpionierkompanie 120 und ein Bereitschaftszug der Kompanie 123, teils mit schwerem Gerät, zur Hilfe an. Die Aufräumarbeiten zogen sich dann über Wochen hin.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.