01.12.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Waldbesitzervereinigung Sulzbach-Rosenberg zieht positive Bilanz Käfer, Klima, Sturm im Fokus

Borkenkäferbefall, Klimawandel und Sturmschäden beherrschen die gut besuchte Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung Sulzbach-Rosenberg (WBV) im Gasthof Heldrich in Forsthof. Trotz ist von einem erfolgreichen, angenehmen Wirtschaftsjahr die Rede.

Viele Waldbauern nahmen an der WBV-Jahreshauptversammlung teil.
von Josef IbererProfil

Sulzbach-Rosenberg. Vorsitzender Robert Pirner berichtete, dass seit der Gründung vor 48 Jahren die Zahl der Mitglieder auf 1788 (mit einer Waldfläche von 12 339 Hektar) gewachsen sei. 26 047 Festmeter Holz wurden durch Vermittlung der WBV im Geschäftsjahr eingeschlagen. Neben den Gebietsversammlungen in Auerbach, Neukirchen und Gebenbach wurde bei weiteren Ortsterminen über waldbauliche Themen, wie Eschentriebsterben, Sturmschäden im Wald, richtiges Pflanzen und Zaunbau informiert.

Den Weihnachtsmarkt in Sulzbach-Rosenberg nutzte die WBV zur Öffentlichkeitsarbeit. Für den Bereich der Unfallverhütung organisierte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Amberg in Oberklausen eine Rettungsübung "Forst", bei der die WBV teilnehmen durfte. Bei der Laubwertholz-Submission in Pretzfeld wurde mit einem Durchschnittspreis von 355 Euro je Festmeter ein gutes Ergebnis erzielt. Der Maschinenpark, so Pirner, soll im Bereich des oberen Vilstals um einen Liegendspalter erweitert werden. Als Standort ist Ödgodlricht vorgesehen. Anfallende Schäden an den Maschinen sollten nur von Fachkundigen behoben werden.

Die Geschäftsführer Jörg Berendes und Uwe Gmach informierten über den Holzmarkt. Seit dem trocken-heißen Sommer und Herbst 2015 habe die Käferkalamität den Holzmarkt beeinflusst. Sie dominiere immer noch das Geschehen und sei für Zurückhaltung beim Frischholzeinschlag ursächlich. Sehr günstig habe sich das frostige Winterwetter im Januar und Februar 2017 ausgewirkt, ebenso das sehr trockene Frühjahr für Durchforstungen.

Die Konjunkturaussichten seien durch hohe Umsätze im Bauhauptgewerbe als sehr gut anzusehen. Die Preise für Frischholz hätten sich gefestigt. In vielen Segmenten rechne die Holzbranche mit steigenden Preisen auf den Abnahmemärkten. Eine Belastung stelle die gute Versorgung der Sägewerke aus dem europäischen Ausland dar. Deshalb sei die Pflege der Kundenbeziehung durch Termintreue, Verlässlichkeit und kontinuierliches Liefern wichtig. Die Säger seien mit Rundholz sehr gut versorgt gewesen. Ausgehend von einer guten Baukonjunktur und Exportwirtschaft bestehe eine sehr hohe Nachfrage auf den Schnittholzmärkten, besonders bei Kiefer.

Ein kurzzeitiges Chaos am Holzmarkt sei durch Gewitterstürme verursacht worden. Im Bereich der WBV seien etwa 12 000 Festmeter angefallen, was jedoch im Vergleich zu Niederbayern nur einen Bruchteil darstelle. Probleme bereiteten die Vermarktung und die Abfuhr von Kleinmengen sowie die mangelnde Erschließung der Abfuhrplätze durch schlechte Wege. Eine Möglichkeit zur Abhilfe sei die Zusammenlegung an Sammelplätzen.

Insgesamt sei die Entwicklung am Holzmarkt vom Käferholz im Frühjahr 2018 und Schadmengen aus Südbayern abhängig. Geplante Durchforstungen sollten bald angepackt und bis Ende Februar abgeschlossen werden. Als Unterstützung einer aktiven Waldwirtschaft werde eine Gratis-Beratung durch staatliche Revierleiter und Geschäftsführer der WBV (für Mitglieder) angeboten.

Zum Thema "Waldschutzrisiken als Herausforderung für den Waldbesitz" informierte Ralf Petercord (Bayerische Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft) aus Freising. Das beherrschende Problem für alle Waldbäume sei der Klimawandel. Hier seien alle gefragt und gefordert. Für die nächste Baumgeneration sei das Jahr 2100 schon da. Es gehe um eine Lebensgrundlage für unsere Nachkommen. Die extremen Wetterverhältnisse nähmen zu, die Niederschläge würden geringer.

Die Temperaturanstiege und Wetterkapriolen brächten eine Vermehrung der Waldschädlinge mit sich. Es gebe keine Baumart, die dadurch nicht gefährdet sei. Schlimmster Schädling sei der Borkenkäfer. Der müsse bekämpft werden. Der Referent appellierte an eine konsequente Durchforstung der Waldbestände und Vermarktung durch die WBV.

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