13.03.2017 - 17:36 Uhr
Oberpfalz

Zahl der FSME-Fälle steigt wieder: Zecken: Experten empfehlen Impfung

Mit den ersten warmen Frühlingstagen werden sie aktiv: Zecken. "Der Stich des kleinen Parasiten ist kaum spürbar", schreibt das Klinikum St. Marien in einer Pressemitteilung - "die Erkrankungen, die er auslösen kann, dafür umso mehr": Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine viral bedingte Infektionskrankheit, die das zentrale Nervensystem (Gehirn, Rückenmark) befällt und meldepflichtig ist. 2016 waren im Landkreis Amberg-Sulzbach und in der Stadt Amberg 13 Patienten betroffen. 11 von ihnen mussten stationär im Klinikum St. Marien Amberg versorgt werden.

Mit den ersten warmen Frühlingstagen werden sie aktiv: Zecken.
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Diese Zahlen liegen vor, weil der Chefarzt der Klinik für Neurologie, Dr. Frank Huber, und sein Oberarzt Dr. Thorsten Heider jedes Jahr mit dem Leiter des Gesundheitsamts Amberg-Sulzbach, Dr. Roland Brey, die gemeldeten FSME-Erkrankungen abgleichen. Mit den aktuellen Ergebnissen steht fest: Nach 2014 mit 12 gemeldeten FSME-Fällen und 2015 mit 10 ist die Zahl wieder gestiegen. Unter den Betroffenen von 2016 war auch ein Patient, "der wochenlang mit schwersten neurologischen Ausfällen intensivmedizinisch betreut werden musste", wie das Klinikum wissen lässt.

Die Praxis habe zudem gezeigt, dass insbesondere Erwachsene in der fünften Lebensdekade unter schweren Symptomen leiden: "2016 hatten wir vier Männer und drei Frauen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren bei uns. Nach Abklingen der Akutphase zeigten diese Patienten häufig sehr belastende Restsymptome wie Merkfähigkeits-, und Konzentrationsstörungen, die teils monatelange Krankheitszeiten zur Folge hatten", berichtet Chefarzt Dr. Frank Huber.

Eine Besonderheit 2016: Alle FSME-Patienten waren Landkreisbewohner - die Amberger blieben verschont. "Diese Tatsache darf aber keinesfalls Sicherheit vermitteln. Selbstverständlich kann sich die Situation in diesem Jahr wieder ändern", relativiert Gesundheitsamts-Leiter Dr. Roland Brey. Seit Jahren werde Amberg-Sulzbach vom renommierten Robert-Koch-Institut als Risikogebiet für FSME-Erkrankungen eingestuft. Bezogen auf die Einwohnerzahl liege die Region sogar bundesweit an der Spitze, was die Zahl an FSME-Erkrankungen betrifft.

Vorsorge sei hier besonders wichtig, macht Neurologe Dr. Heider deutlich: "Denn im Gegensatz zu Borreliose, die ebenfalls von Zecken übertragen wird, sind Antibiotika bei FSME wirkungslos." Das bedeute, diese Patienten könnten nur symptomatisch behandelt werden.

Nach Abklingen der Akutphase zeigten diese Patienten häufig sehr belastende Restsymptome wie Merkfähigkeits-, und Konzentrationsstörungen, die teils monatelange Krankheitszeiten zur Folge hatten.Dr. Frank Huber

Vorbeugen

Der Rat der Experten beim Thema FSME: Erwachsene und Kinder ab einem Alter von drei Jahren sollten sich unbedingt vorbeugend impfen lassen - und das im Idealfall noch vor den kommenden, wärmeren Wochen. Ansprechpartner dafür ist der Hausarzt. Zusätzlichen Schutz bieten bei Wald- und Wiesenspaziergängen geschlossene Kleidung und Schuhe mit hohem Schaft. Hilfreich sind auch insektenabweisende Mittel aus der Apotheke.

Besonders wichtig: Den Körper nach dem Aufenthalt in freier Natur auf Zecken absuchen - und diese möglichst schnell entfernen.

Im Gegensatz zu Borreliose, die ebenfalls von Zecken übertragen wird, sind Antibiotika bei FSME wirkungslos.Dr. Thorsten Heider
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