08.03.2018 - 16:24 Uhr

Am Ende steht doch die mehrheitliche Einigung Zoff um Beitragshöhe bei Maschinenring

Großer Diskussionsbedarf zur Jahreshauptversammlung des Maschinen- und Betriebshilferings Amberg-Sulzbach. Stein des Anstoßes: die anvisierte Beitragserhöhung. Der Mehrzahl der ins Gasthaus Kopf nach Altmannshof gekommenen Mitgliedern stößt das sauer auf.

Abstimmung über die Beitragserhöhung, welche um zehn Euro angehoben wurde.
von Andreas Brückmann (brü)Profil

Von Andreas Brückmann

Altmannshof. Zunächst aber gaben Vorsitzender Ulrich Kummer und Geschäftsführer Harald Pilhofer den 94 Anwesenden einen umfassenden Rückblick zum vergangenen Jahr. Pilhofer stellte hierzu die Aufgabenverteilung der 2017 gegründeten Maschinenring Amberg-Sulzbach Verwaltungs GmbH vor.

Neu hinzugekommen sei hier die Maschinenring Agrarservice GmbH, die bereits durch die Maschinenringe Neustadt und Tirschenreuth betrieben wird. Amberg-Sulzbach sei nun als dritter gleichberechtigter Gesellschafter aufgenommen wurde. Diese bietet unter anderem Dienste im Bereich der Klauenpflege.

Zuwachs von Mitgliedern

Dabei sei, so Pilhofer, nicht nur der Maschinenring angewachsen, auch die Zahl der Mitglieder stieg 2017. Mit sechs Neuzugängen habe der Stand Ende Dezember bei exakt 1100 Mitgliedern gelegen, 67 davon als Förderer. Auch die Zahlen der Betriebshilfe könnten sich sehen lassen. 25 Kräfte versähen ihren Dienst, eine Dorfhelferin, fünf im Berufsverband sozialer Fachkräfte, zwei Betriebshelfer des Ländlichen Dienstes Bayern (LBHD) und vier Dorfhelferinnen der Katholische Dorfhelferinnen & Betriebshelfer (KDBH) leisteten zusammen 21 018 soziale Einsatzstunden.

Als wichtigen Punkt bezeichnete Pilhofer die Sammelbestellung für Diesel. Diese gebe es seit 2017 wöchentlich und bringe als reale Ersparnis für Mitglieder drei bis vier Cent zum aktuellen Tagespreis. Im vergangenen Jahr wurden hierbei 850 000 Liter bestellt, was somit zu einer Gesamteinsparung von 25 500 Euro führte.

"Umfangreich war auch das Angebot an über 20 Veranstaltungen, Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen", so Pilhofer. Als besonders wichtig erachtete er hier die Teilnahme an der Ausbildungsmesse im ACC im Juli: "Auch wir Landwirte müssen unseren Beruf präsentieren und darauf hinweisen, dass es in der Landwirtschaft möglich ist, eine Ausbildung zu absolvieren oder gar ein Studium dazu. "Mit unserer Präsentation konnten wir viel erreichen, müssen aber weiter für unseren Beruf werben", so der Geschäftsführer.

Großes Interesse weckte auch die neu eingeführte Düngeverordnung. Bereits im Januar hätten sich die Fachgruppen Milchvieh, Biogas und Schwein sowie Huhn mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt. "Zu der Veranstaltung hatten wir mit 60 Besuchern gerechnet, am Ende waren es über 200", fasste Pilhofer das Interesse zusammen. Ferner wurden dazu im Februar zwei ebenfalls sehr gut besuchte Workshops abgehalten.

Johann Habermeyer vom Kuratorium Bayerischer Maschinenringe war gekommen, um Impulse dafür zu geben, die Chancen durch die Düngeverordnung zum betrieblichen und regionalen Nährstoffmanagement erkennen zu können. "Nach meiner Einschätzung ist die neue Düngeverordnung eine der größten Herausforderungen für intensive tierhaltende Betriebe und Biogasbetriebe in den nächsten Jahren", so Habermayer.

Appell an Landwirte

Gut 45 Minuten lang informierte er über Änderungen, Anpassungen und Konsequenzen und richtete als Fazit den Appell an die Landwirte: "Beschäftigen sie sich erst gar nicht mit Überlegungen die Verordnung zu umgehen. Befassen sie sich lieber intensiv damit. Denn nur wer die Details beherrscht, kann rechtssichere Optimierung finden. Denn es gibt mehr Kontrolleure als sie glauben."

Nicht nur der geschilderte Vortrag sorgte für angeregten Gesprächsstoff unter den Gästen. Noch mehr galt dies für den Punkt Beitragsneugestaltung. Ulrich Kummer verwies dabei zunächst auf die noch aktuelle Festsetzung: "Der bisherige Beitrag resultiert aus einem Beschluss von 2004. Er umfasst einen Grundbetrag von 40 Euro sowie 1,30 Euro pro Hektar. 13 Jahre später müssen auch wir etwas tun, sieht man die Inflation und Steigerung von Un- und Nebenkosten."

Der Vorstand schlage deshalb vor, den Jahresbeitrag - Höchstsumme von 200 Euro je Betrieb - auf einen Grundbeitrag von 70 Euro (bisher 40 Euro) sowie 1,50 Euro pro Hektar anzuheben. Das erschien den Anwesenden zu happig. Mit 53 Gegenstimmen wurde der Vorschlag abgelehnt.

Nach ausgiebiger Diskussion dazu regte Martin Weiß (Kümmersbuch) an, den Mitgliedsbeitrag zwar zu erhöhen, aber nicht gleich um 30 Euro. Sein Vorschlag, den Grundbeitrag auf 50 Euro plus 1,50 Euro pro Hektar (Höchstsumme je Betrieb 200 Euro) anzupassen, wurde - bei 13 Gegenstimmen - angenommen.

In der Versammlung wurde Birgit Bär für ihr zehnjähriges Wirken beim Maschinenring ausgezeichnet.

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