21.11.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft Amberg-Sulzbach Konjunkturlage ausgezeichnet

"Die Konjunktur im Handwerk ist besser denn je", so Jürgen Kilger, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz. Eine Umfrage habe ergeben, dass 93 Prozent aller Handwerksbetriebe mit ihrer Auslastung zufrieden sind.

Jürgen Kilger: "Die Konjunkturlage ist ausgezeichnet und die Handwerksbetriebe sind mit Aufträgen ausgelastet." Bilder: gf (2)
von Autor GFProfil

Amberg-Sulzbach. (gfr) Bei der Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft im Haus des Handwerks stellte Kreishandwerksmeister Johann Weber stolz fest, dass die Ergebnisse der jüngsten Gesellenprüfungen "allererste Sahne" sind. Die Noten der jungen Facharbeiter seien anerkennenswert und das sei auch den Ausbildungsbetrieben und den dort für die Ausbildung verantwortlichen Mitarbeitern zu verdanken. Über "Aktuelles aus dem ostbayerischen Handwerk" berichtete Jürgen Kilger, "noch" stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, der 2018 das Amt des Hauptgeschäftsführers übernimmt.

Die Situation im Handwerk bezeichnete er weitaus besser als nach der deutschen Wiedervereinigung. Trotzdem kämen in den nächsten Jahren große Herausforderungen auf das Handwerk zu, etwa die zunehmende Digitalisierung. "Wir müssen uns den immer anspruchsvolleren Wünschen des Kunden anpassen, der in den Abendstunden wegen eines Auftrags per E-Mail anfragt und erwartet, dass er am nächsten Vormittag ein Angebot auf dem Schreibtisch liegen hat", verdeutlichte der Sprecher.

Konstant 16 000 Azubis

Sieben Millionen Euro investiere die Handwerkskammer in ein Kompetenzzentrum für Digitalisierung im Raum Schwandorf, um den Fachkräftenachwuchs entsprechend ausbilden zu können. "Viele handwerkliche Berufsbilder werden sich verändern", so Kilger. Fachkräftemangel sei ein großes Problem, selbst wenn die Anzahl der Auszubildenden in Ostbayern mit jährlich 16 000 konstant geblieben sei. Vielfach würden Eltern für ihre Kinder Gymnasium und anschließendes Studium vorziehen.

Erfreulich sei, dass vor Jahren noch knapp 3,5 Prozent der Abiturienten sich für die duale Handwerksausbildung entschlossen, derzeit seien es bereits acht Prozent: "Auch in handwerklichen Berufen haben sich die Einkommenschancen verbessert." Im ostbayerischen Handwerk seien 37 500 Betriebe mit 220 000 Beschäftigen registriert. Der Umsatz liege bei 26 Milliarden Euro.

Ausdrücklich wies Kilger darauf hin, dass handwerkliche Ausbildung bei entsprechender Fortbildung durchaus Karrierechancen eröffne. Zur Flüchtlingssituation meinte er, der Fachkräftemangel könne, trotz der Integrationsklassen, die Bayern als einziges Bundesland geschaffen habe, um Flüchtlingen die deutsche Sprache zu vermitteln - was Grundvoraussetzung für eine Berufsausbildung sei -, nicht behoben werden. Eine weitere Reform der Erbschaftssteuer lehnt Kilger ab, da eine Betriebsfortführung nicht durch zusätzliche Steuern auf bereits versteuertes Vermögen gefährdet werden dürfe.

Sinnlose Gespräche

In einer kurzen, aber heftigen Diskussion bemängelte Manfred Rauscher, Obermeister der Metall-Innung, dass die Vorlage von Berichtsheften für die Gesellenprüfung unterschiedlich gehandhabt werde. Der Obermeister der Schreiner-Innung, Richard Siegler, meinte, auf ohnehin sinnlose Obermeistergespräche könne er künftig verzichten.

Der neue Vorstand: Kreishandwerksmeister Hans Weber, Stellvertreter Rudolf Gössl; Vorstandsmitglieder: Manfred Engelhard, Andreas Schönberger, Markus Schmidt, Georg Wittmann, Claudia Rubenbauer, Hans Lotter, Helmut Pilhofer und Bernd Kopp; Revisoren: Britta Bachfischer, Bernhard Nagler.

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