27.04.2017 - 16:36 Uhr
Oberpfalz

Sparkasse Amberg-Sulzbach mit Bilanzgespräch 2016 Zwei Milliarden und "Kwitt"

Zu viert mit dem Taxi nach Hause. Jeder zu seiner Wohnung. Der Letzte, der aussteigt, zahlt den Chauffeur. Damit er nicht auf den Kosten sitzen bleibt, dafür sorgt "Kwitt". Die Sparkasse Amberg-Sulzbach stellte diese digitale Neuerung vor. Gleichzeitig freuten sich die Vorstände, dass sie bei der Bilanzsumme die Zwei-Milliarden-Euro-Stufe überschritten haben.

In der Zentrale an der Marienstraße in Amberg blickten die drei Sparkasssenvorstände Alexander Düssil, Vorsitzender Dieter Meier und Werner Dürgner (von links) auf das Jahr 2016 zurück. Die Bank übertraf dabei die Zwei-Milliarden-Euro-Bilanzsumme. Bild: Hartl
von Erich Lobenhofer Kontakt Profil

Amberg-Sulzbach. Die Umstrukturierung, einhergehend mit Filialschließungen bei der Sparkasse, hat dieser einst einigen Ärger und Verdruss bereitet. Unterdessen haben sich die Wellen weitgehend geglättet. Das Vorstandstrio mit Vorsitzendem Dieter Meier und dessen Kollegen Werner Dürgner und Alexander Düssil ist nun überzeugt, damals die richtigen Schritte eingeleitet zu haben, um mit der forciert betriebenen Digitalisierung und der Wandlung hin zu noch mehr Kundenberatung weiterhin im Markt bestehen zu können. "Es war ein spannendes Jahr mit vielen Erfolgen", beschrieb Meier die Lage. Dass die Spannung wohl bleiben werde, führte er auf die "spürbaren Veränderungen in der Branche" zurück. Und damit meinte er nicht nur das anhaltende Zinstief.

Gemeinsam mit Kunden

An weitere Strukturveränderungen sei in absehbarer Zeit dennoch nicht gedacht, versicherte Meier. Die Ausrichtung auf Telefon und Internet habe sich mehr als bewährt. "Damit gehen wir den gemeinsamen Weg mit unseren Kunden mit", fügte Dürgner hinzu. Denn, so habe sich herausgestellt, "hier festigen wir die persönliche Bindung zu unseren Kunden und bauen sie auch noch aus".

Noch nie so zugelegt

Immer mehr rücke das Vertrauensgeschäft in den Vordergrund, erläuterte Vorsitzender Meier und meinte damit die Bereiche Wertpapiere, Kredite, Altersvorsorge, Immobilien und Haftpflicht. Noch nie zuvor habe dieses Vertrauensgeschäft so zugelegt wie 2016.

Einen anderen Aspekt nach erfolgter Umstrukturierung vertiefte Alexander Düssil: "Über die Hälfte unserer privaten Girokonten sind inzwischen online-fähig." Auch ältere Kunden befassten sich immer stärker mit dieser Materie, schließlich gehe es auch um die Flexibilität für jeden Einzelnen. "Das ist kein Teufelszeug", unterstrich er und kündigte eine Initiative an, mit der Möglichkeiten im Alltag auf einfache Weise dargestellt werden sollen, denn: "80 Prozent der üblichen Bankgeschäfte sind mittlerweile von zu Hause aus zu machen." In der Praxis werde dazu in den vier Hauptstellen in Amberg, Haselmühl, Sulzbach-Rosenberg und Vilseck W-LAN eingerichtet, um mit den Kunden die Neuerungen direkt an deren Handy oder Smartphone zu üben. Die Filialen würden folgen.

Bestandteil der Initiative sei aber auch, den Umgang mit den beiden Sparkassen-Apps darzustellen. Sie ermöglichen es beispielsweise, bei anstehenden Rechnungen den Überweisungsträger zu fotografieren und so den Geldtransfer an den Empfänger zu vollenden. "Das mühsame Eintippen entfällt damit."

Für Taxi oder Biergarten

Ein weiteres digitales Schmankerl demonstrierten die drei Vorstände mit "Kwitt" - etwa für die Heimfahrt per Taxi, den Café-Besuch oder die vorläufige Übernahme der Zeche im Biergarten. Oft genug hört man hier den Satz: "Ich übernehme das und lass mir den Rest von meinen Freunden selbst geben." Dazu brauche es kein Bargeld mehr, sondern die Überweisung geht ohne Gebühr von Handy zu Handy vonstatten. Etwa 2,80 Euro für ein Bier. "Vorausgesetzt das Girokonto ist gedeckt", schränkte Düssil ein.

Gemeinsame Filiale

Abschließend berichtete Vorstandsvorsitzender Meier von ersten positiven Erfahrungen in der gemeinsam mit der Volksbank Neumarkt in Kastl betriebenen Filiale: "Die Menschen loben uns, weil sie nun jeden Tag in ihre Bank gehen können." Die Sparkasse stehe diesem Modell weiter positiv gegenüber: "Für uns ist das immer ein Thema, wenn wir Partner finden, die mitmachen", so Meier.

An Fusionen mit anderen Geldunternehmen indes sei nicht gedacht. "Wir sehen dazu momentan keine Notwendigkeit", bekräftigte Meier mit Blick auf die eigene Stärke. Er könne für einen solchen Schritt keinen Mehrwert ausmachen.

Sparkasse Amberg-Sulzbach in Zahlen

Eitel Sonnenschein bei der Sparkasse Amberg-Sulzbach im Frühjahr 2017. Die Klippen, die sich durch die Strukturveränderungen der jüngeren Vergangenheit aufgeworfen hatten, scheinen umschifft beziehungsweise überwunden. Die Freude stand Vorstandsvorsitzendem Dieter Meier beim Bilanzgespräch für 2016 ins Gesicht geschrieben, als er verkündete: "Die Bilanzsumme stieg auf über zwei Milliarden Euro."

Gleichzeitig sei die Zahl der Mitarbeiter auf nunmehr 452 gesunken. Tendenz weiter fallend, wie Meier nach vorne schauend wissen ließ: "Durch Fluktuation ausscheidende Mitarbeiter sollen nicht mehr ersetzt werden."

Gewachsen seien die Möglichkeiten für Kunden, Bargeldgeschäfte vor Ort abzuwickeln, wie Meier und seine Vorstandskollegen Alexander Düssil und Werner Dürgner versicherten: 55 Auszahlungsstellen gibt es aktuell, darunter 16 Filialen und 36 Geldautomaten.

Daneben ist die Sparkasse in Amberg und quer durch den Landkreis an 17 Orten im Lebensmitteleinzelhandel, bei Discountern (neuerdings auch bei Aldi in Amberg und Sulzbach-Rosenberg), in Bäckereien, einer Metzgerei sowie in einer Tankstelle vertreten.

Das Kundengeschäftsvolumen für 2016 bezifferte das Vorstandstrio auf 3,492, das Kreditgeschäft mit Kunden auf 1,555 Milliarden Euro. Dass nach der Umstrukturierung Immobilien im Wert von fast 22 Millionen Euro vermittelt wurden, führte Dürgner auf die Kompetenz der 14 Baufinanzierungsspezialisten zurück, die das Unternehmen inzwischen beschäftigt.

Seit fünf Jahren setze die Sparkasse in diesem Bereich auf stete Qualifizierung. Herausgekommen seien 2016 162 Millionen Euro an Kreditzusagen. "Das ist gegenüber 2015 ein Plus von 24,8 Prozent", untermauerte Dürgner. Die gesamten Kreditzusagen, privat und geschäftlich, lagen im Vorjahr bei 281, 3 Millionen Euro.

Seinen Depotbestand 2016 gibt das Geldinstitut (inklusive Deka-Bank) mit 564 Millionen Euro an. Schließlich schüttete die Sparkasse im vergangenen Jahr knapp 214 000 Euro an Spenden und für Sponsoring in der Region aus. Weitere annähernd 39 000 Euro flossen von ihrer Förderstiftung. (ben)

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.