Bauernverband fordert Kompaktmasten
Schlanke Schneisen für Ostbayernring

Der Kompaktmast (rechts) ist weniger breit als ein Gittermast (links) und verbraucht weniger Flächen. Deshalb favorisieren ihn die Landwirte der Region. Grafik: exb/ Bundesverband Kompaktmasten
Politik
Kreis Neustadt/WN
30.06.2017
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Klaus Denzinger der Vorsitzende des Bundesverband Kompaktleitungen

Weniger Flächenverbrauch und Ersatzneubau auf der bestehenden Trasse: So wirbt der Bauernverband für schlanke Kompaktmasten auf dem Ostbayernring.

Neustadt/WN. (fz) "Es ist ja wieder so, dass man jetzt Flächen braucht und die wieder einmal vom Bauern", beklagte Kreisobmann Josef Fütterer in der Stadthalle. Und bei einem Ersatzbau gebe es keine Ausgleichsflächen. Der Vorsitzende des Bundesverbands Kompaktleitung, Klaus Denzinger, einer Lobby-Organisation, machte deutlich, dass sich sein Verband aus der Trassenführung raushalte. "Wir wollen als Institution nicht gegen etwas sein, sondern eine interessante Alternative mit weniger Schneisengröße und damit Grundverbrauch aufzeigen."

"Idealer" Mast

Denzingers Mitarbeiter Jürgen Kasparek stellte den Kompaktmast als "ideal" für den Ostbayernring vor und verglich ihn mit dem herkömmlichen Gittermast. Die Kompaktvariante sei ein Vollwandmast aus Beton oder Stahl. Er werde in Teilstücken zusammengesetzt. Der viersystemige Gittermast mit der 380 kV- und zwei 110 kV-Leitungen mit einer Höhe von 60 von 70 Meter benötige eine Breite von 35 Meter und verbrauche am Boden 64 Quadratmeter. Der schlanke Kompaktmast verlange bei gleicher oder geringerer Höhe nur 16 Meter und einen Grundverbrauch am Bodenaustritt von 3,14 Quadratmetern. Ein zweisystemiger Gittermast mit ledigleich zwei 380 kV-Leitungen hat einen Höhe von 50 bis 60 Meter und eine Breite von 30 Meter. Der Kompaktmast sei also bei 19 Meter geringerer Trassenbreite machbar.

Bei der einstündigen Diskussion war vor allen Dingen der neue Aspekt, dass der Kompaktmast auf der bestehenden Trasse machbar ist, ein Thema. Hans Kick aus Grünau fühlte sich von Netzbetreiber Tennet "verarscht". Er habe bei dessen Veranstaltungen den Kompaktmasten angesprochen. "Die haben getan, als ob sie das nicht kennen." Der Weidener Stadtrat der Grünen, Karl Bärnklau, fügte an, dass er ebenfalls Tennet auf den Kompaktmasten angesprochen habe. Die Antwort sei gewesen, dass es noch technische Probleme gäbe.

Auf bestehender Tasse

Für Bärnklau ist die Möglichkeit des Baus auf der bestehenden Trasse das zentrale Argument, das für den Kompaktmasten spricht. Wichtig sei zu wissen, ob dabei die Abschaltzeiten wesentlich länger seien als beim Bau von Gittermasten. Dies verneinte Kasparek. Auf die Wirtschaftlichkeit angesprochen, antwortete er, dass im Vergleich zum Gittermasten die gleiche Wirtschaftlichkeit ohne Einschränkungen bei guter Integration in die Landschaft gegeben sei. Ein Wernberger Waldbesitzer hat auf seinem Grund einen Gittermasten stehen. Er will keine neue Trasse. Bei Tennet angefragt, ob dieser Gittermast durch einen Kompaktmast ersetzt werden könne, sei die Antwort gekommen, dass es dann zwei Masten brauche. Kasparek widersprach.

Die Möglichkeit, mit Kompaktmasten auch Wälder zu überspannen, sieht Kasparek gegeben. Karl Bäumler wollte wissen, ob es schon einmal praktiziert wurde, auf bestehenden Trassen zu bauen. Kasparek bejahte auch das, allerdings mit einer 110 kV Leitung und nicht mit einer 380 kV Leitung. Aber das Verfahren und die Technik sei die gleiche.
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