08.05.2018 - 20:16 Uhr
Oberpfalz

In Dießfurt drohen Sperrungen am Ufer Zoff am See

Das lange Vatertagswochenende ist vorentscheidend für das künftige Badevergnügen am Freizeitsee Dießfurt. Sollte das Ufer danach wieder einer Müllkippe gleichen, sperren die Staatsforsten wohl die drei Hauptzufahrten.

Wilde Müllkippen ärgern Staatsforsten und Lokalpolitiker gleichermaßen, obwohl sie am Dießfurter Baggersee sonst nicht in sehr vielen Dingen einig sind. Bild: spi
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Dießfurt. Rudolf Zwicknagel, dem Leiter des Forstbetriebs Schnaittenbach, auf dessen Grund der Baggerweiher liegt, schwant nichts Gutes. "Jeden Montag muss ich zwei Leute einen halben Tag zum Saubermachen rausschicken. Das kostet jedes Mal rund 500 Euro ohne Auto und Anhänger." Einigermaßen gutes Wetter und Vatertag: So etwas lädt eine bestimmte Klientel, die ihren Müll einfach liegen lässt, wohl wieder zu nächtlichen Grill- und Saufgelagen ein. Die Täter sind kaum zu ermitteln, in einigen Fällen sind es offenbar Amerikaner. Sollte es zu Sperrungen kommen, tut es Zwicknagel schon leid um die anständigen Badegäste: "Mit denen haben wir keine Probleme. Sie müssten dann aber leider 100 Meter weiter gehen."

Die normalen Schwimmer und Planscher nimmt auch der Wirtschaftsausschuss des Kreistags in Schutz. Landrat Andreas Meier zürnt ebenfalls den "Saubären". Bei manchen Kreisräten war indes ein Anklang von Häme durchzuhören, weil die Staatsforsten nun ein Problem haben und der Stadt Pressath, die das Areal gerne mit dem Kreis zusammen entwickeln will, so gar nicht beim Verkaufspreis entgegenkommen. "1,2 Millionen Euro plus die Ablösung von Jagd- und Fischereirecht plus Investitionen", rechnete zweiter Bürgermeister Max Schwärzer vor. Viel zu viel. Doch selbst das bayerische Innenministerium beißt beim Forst auf Granit, beklagt Landtagsabgeordnete Annette Karl: "Ich war mit meinem Kollegen Tobias Reiß bei Staatssekretär Gerhard Eck. Der engagiert sich wirklich, aber die Staatsforsten wollen halt einfach ihren Gewinn maximieren."

Dabei lägen Ideen bereits auf dem Tisch: Seehäuschen wie am Rußweiher, Camping, Surf- und Wasserski-Anlagen. "Wenn die Konditionen stimmen, würden wir auch was richtig Großes machen", sagt Landrat Meier. Immerhin: Der Draht zwischen Politik und Forst reißt nicht ab. Am Samstag trifft sich die Kreistagsfraktion der Freien Wähler mit Zwicknagel am See.

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