Kassenprüfung beim Kreisfeuerwehrverband noch nicht abgeschlossen
Funkenflug in der Gerüchteküche

Er steht im Feuer: Richard Meier, Chef des Kreisbrandrats. Bild: dob
Politik
Kreis Neustadt/WN
19.05.2017
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Einer der schärfsten Kritiker: Karl Völkl aus Letzau. Bild: aw

Feuerwehren stehen im Ruf, eine feste Burg von Frauen und Männern der Tat zu sein. Für Gerüchte und Klatsch sind sie nicht die erste Adresse. Seit der abgebrochenen Versammlung des Kreisfeuerwehrverbands am 28. April ist das anders.

Neustadt/WN. Die NT-Redaktion erreichen vermehrt Anrufe, diese und jene Ortsfeuerwehr würde sich angeblich weigern, dem Kreisverband Mitgliedsbeiträge zu überweisen, so lange noch Vorwürfe im Raum stünden, dass dessen Kasse jahrelang nicht ordentlich geführt worden sei. Auf Nachfrage bestätigt sich dies jedoch bislang nicht.

Zur Erinnerung: Die Staatsanwaltschaft Weiden hat gegen den Vorstand wegen Veruntreuung von Vereinsgeld ermittelt, weil zehn Jahre lang keine Versammlung des Kreisverbands stattgefunden hatte, bei der es Einblick in die Kasse gegeben hätte. Laut Satzung hätte dies jährlich einmal geschehen müssen. Dieses Verfahren ist inzwischen eingestellt. Stellvertretender Landrat Albert Nickl hatte trotzdem angeboten, dass sich die Rechnungsprüfung des Landratsamts sich die Bücher mal anschaut. Noch ist dies nicht abgeschlossen, teilte die Behörde mit. Wenn aber die Justiz nichts zu beanstanden hat, dürfte es nicht sehr wahrscheinlich sein, dass die Rechnungsprüfer des Lobkowitzerschlosses zu einem anderen Ergebnis kommen.

Prüfer nicht autorisiert

Karl Völkl aus Letzau, der die Kassenführung und ausgebliebene Versammlungen öffentlich angeprangert hat, ist dennoch sauer: "Der Tropfen, der in der Kreisverbandsversammlung das Fass zum Überlaufen gebracht hat, war, dass die Kasse erst am Nachmittag der Veranstaltung schnell mal geprüft wurde. Bei 91 Mitgliedswehren sind das 91 Buchungen im Jahr über 10 Jahre. Da hatten die Prüfer aber ganz schön viel zu tun." Es gehe dabei immerhin um ein Umsatzvolumen von über 200 000 Euro. Zudem habe Völkl erfahren, dass die Kassenprüfer erst am Versammlungstag informiert worden seien, dass sie tätig werden sollten. Ein gewählter Kassenprüfer sei obendrein gar nicht anwesend gewesen. Der Ersatzmann sei jedoch nicht für die Aufgabe autorisiert gewesen.

Völkl meint, dass die Sache spätestens nachdem die Staatsanwaltschaft 2015 das Verfahren eingestellt hatte, hätte aufgearbeitet werden müssen. "Außerdem hätte man die Mitgliedswehren darüber informieren können", erklärt er auf Nachfrage.

Diese Kritik richtet sich vor allem an Kreisbrandrat Richard Meier. Er ist nicht nur Chef der Aktiven, sondern zudem Vorsitzender des Feuerwehrverbands. Diese Ämter sollen künftig getrennt werden. Das wird wohl Teil der neuen Satzung sein, die der Kreisvorstand gerade ausarbeitet. Im Herbst soll eine Versammlung darüber beschließen und einen neuen Vorstand wählen. Mindestens so interessant verspricht die Versammlung der Aktiven im Mai kommenden Jahres zu werden.

Meier zögert

Bei der könnte der 60-jährige Meier noch einmal für eine sechsjährige Periode als Kreisbrandrat antreten. Mit 65 müsste er allerdings aufhören. "Ob eine Kandidatur dann Sinn macht, weiß ich nicht", sagt der oberste Feuerwehrmann im Landkreis. Das deutet auf Rückzug hin. Wer Meier beerben könnte, ist offen. Namen kursieren höchstens hinter vorgehaltener Hand. Die Ortswehren können zwar Personen ins Spiel bringen, das Vorschlagsrecht hat als Dienstherr aber der Landrat. Als dessen Fahrer ist Richard Meier am Entscheidungsprozess nah dran. Er wird sich vermutlich auch anschauen, wer sich als Kritiker oder Unterstützer seiner Ägide besonders hervortut.
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