19.02.2018 - 20:00 Uhr

Mitgliederversammlung des Maschinenrings optimistisch Mehr Geld für Betriebshilfe

Landwirte gelten bisweilen als lautstarker Klagechor. Die Mitgliederversammlung des Maschinenrings (MR) widerlegt dieses Klischee.

Bauer Willi referierte bei der Mitgliederversammlung des Maschinenrings Neustadt über „Das Dilemma der Essensmacher – mehr Mut zur kreativen Kommunikation“.
von Benedikt GrimmProfil

Neustadt/WN. "Wir stehen auf soliden und gesunden Beinen. Die Zusammenarbeit in der Gesamtvorstandschaft ist hervorragend - alle ziehen mit nach vorne", sagte Vorsitzender Sebastian Scharnagl bei der Versammlung in der Stadthalle. Der Verein und die Tochterunternehmen würden immer vielfältiger.

Ende 2017 hatte der Verein 1462 Mitglieder. Die Landwirte darunter erzielten einen Leistungswert von gut 3,6 Millionen Euro. In der Betriebshilfe leisteten Bauern und fest angestellte Betriebshelfer 28 090 Stunden in 1594 Einsätzen im sozialen und wirtschaftlichen Bereich.

Am 1. Januar wurde die Betriebshilfe im sozialen Bereich mit einer Erhöhung des Stundensatzes auf 17,50 Euro noch attraktiver. Es werde zunehmend schwerer gut qualifizierte Betriebshelfer zu finden, begründete MR-Geschäftsführer Wolfgang Härtl die Erhöhung. "Die Leistungen spiegeln sich auch im Haushalt des Vereins wider."

Kassenprüfer Hermann Ott bestätigte einen Überschuss, aus dem der Ring Rücklagen bilde. Ebenfalls eine deutliche Umsatzsteigerung um 20 Prozent konnte Härtl bei der MR Dienstleistungs GmbH, einer 100-prozentigen Vereinstochter, vermelden, über die alle nichtlandwirtschaftlichen Leistungen für Privatpersonen, Firmen und Kommunen abgewickelt werden.

Stattlicher Umsatz

Kernbereiche der GmbH sind Garten- und Landschaftspflege, Winter- sowie Forstdienste. Mit inzwischen 35 Mitarbeitern in Büro- und Außendienst erwirtschaftete das Unternehmen 2,29 Millionen Euro Umsatz. Über die GmbH werde auch der Neubau des "Hauses zum Ring" in der Weidener Conrad-Röntgen-Straße geschultert.

"Da können wir stolz drauf sein", wertete Härtl das Ergebnis des ersten vollen Kalenderjahres der MR Agrarservice GmbH. Seit April 2016 bietet das gemeinsame Unternehmen der Maschinenringe Neustadt und Tirschenreuth Klauenpflege und Spaltenschnitt für landwirtschaftliche Betriebe an. Im Jahr 2017 kümmerten sich die Klauenpfleger in 263 Betrieben um 9323 Tiere.

Positive Entwicklung

In 17 Betrieben mit 2060 Quadratmetern Stallböden kam der Spaltenschnitt zum Einsatz - zusammen ein Umsatz von 145 000 Euro. Die Maschinenringe rechnen mit einer weiteren positiven Entwicklung und setzen ab 1. April mit Max Sternkopf aus Kohlberg einen eigenen Geschäftsführer ein.

Bei den Aktivitäten des Vereins erinnerte Härtl an die erste Skifahrt zum Wilden Kaiser, das Sommerfest am Butterhof mit knapp 300 Besuchern, zwei Bauernmärkte und ein Treffen mit den Landfrauen des Bauernverbandes. Bei der Abstimmung über die Anwendung des Ringvertretersystems votierten die Mitglieder für die Beibehaltung des bisherigen Systems. "Man sieht, dass es eine Gemeinschaft ist, die fest zusammenhält und zukunftsfähig ist. Man bleibt nicht stehen", lobte Bürgermeister Rupert Troppmann den Verein. Beeindruckt vom "Spirit" des Maschinenrings zeigte sich auch Landtagsabgeordnete Annette Karl.

"Wir haben unsere Mitbürger nicht mitgenommen auf dem Weg vom bunten Bauernhof mit vielen Tieren und dem Bauerngarten hinter Haus zur heutige Wirtschaftsweise, die zunehmend von der Gesellschaft kritisiert wird", sagte "Bauer Willi" alias Willi Kremer-Schillings in seinem Vortrag "Das Dilemma der Essensmacher - mehr Mut zur kreativen Kommunikation".

Der promovierte Landwirt und Buchautor aus der Nähe von Köln riet zu einem ernsthaften Dialog mit den Mitbürgern. "Wichtig ist dabei nicht nur die eigene Sicht der Dinge darzulegen, sondern bei den Gesprächspartnern durch Nachfragen deren Problemlage herauszuhören", betonte Bauer Willi, der zum Beispiel am Rande eines Ackers eine Tomatenpflanzung angelegt hat, an der sich Spaziergänger bedienen dürfen. Über eine Whatsapp-Gruppe informiert er seine Nachbarn über bevorstehende Gülleausbringung oder Erntemaßnahmen, die bis in die Nacht hinein dauern können.

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