22.04.2018 - 15:08 Uhr
Oberpfalz

Was die "Genussorte" im Kreis mit dem Titel planen Gemeinden mit Gütesiegel

Bisher ist es nur ein Titel ohne Mittel: "Genussort". Das bayerische Landwirtschaftsministerium hatte dazu um einen Wettbewerb ausgeschrieben. Nun stehen die Sieger fest. Der Landkreis Neustadt sahnt dabei ziemlich ab.

Tännesbergs zweiter Bürgermeister Hans-Peter Klünner (Zweiter von links) kostet bei der "Bundesarbeitsgemeinschaft Rotes Höhenvieh" Salami und Schinken dieser Rinderrasse. Auch solche Spezialitäten bringen der Gemeinde nun den Titel "Genussort" ein. Archivbild: es
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Neustadt/WN. In der Oberpfalz dürfen sich dieses Jahr zehn Städte und Gemeinden "Genussort" schimpfen. Seit Donnerstag gehören Etzenricht, Moosbach und Tännesberg dazu. Damit hat Neustadt/WN besser abgeschnitten als alle anderen bayerischen Kreise.

Die Marke, die dahinter steht, nennt sich "100 Genussorte Bayern". Eingebunden ist sie in die "Premiumstrategie für Lebensmittel". Das Landwirtschaftsministerium und die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) wollen gezielt besondere Produkte von hoher Qualität ins Bewusstsein der Verbraucher rücken und damit die Einzigartigkeit heimischer Produkte fördern. Das Ganze ist überdies eingebettet in das Jubiläum 100 Jahre Freistaat Bayern. Beworben hatten sich 140 Kommunen. Geld fließt für den Titel keins. Aber als Marketinginstrument kann ein Genussort durchaus etwas hermachen. Unter anderem ist geplant, dass alle 100 ausgewählten Orte in einem bundesweit vertriebenen kulinarischen Reiseführer ausführlich beschrieben werden.

Was etwas verwundert: Der Landkreis hat die einzelnen Orte bei ihrer Bewerbung unterstützt und selbst die Zoiglregion, die sich bis zu den Tirschenreuther Nachbarn erstreckt, ins Rennen geschickt. Doch obwohl der Zoigl der touristische Treibstoff Nummer eins ist, ging er diesmal leer aus. Warum welcher Ort zum Zug kam, wird wohl erst bei der Preisverleihung in Würzburg am 11. Mai verkündet. Martin Schregelmann, Bürgermeister von Etzenricht, ist gespannt. In seiner Bewerbung hat er alle Spezialitäten seiner Gemeinde aufgefahren: Geflügel der Familie Paulus, Gemüse der Familie Beutner oder Rotvieh der Familie Waldeck. Dazu kommen der Honig des Imkervereins, die lokalen Feste und die Haidenaabaue. In München kam das offenbar gut an. Schregelmann denkt nun darüber nach, eventuell mit "Genussort" auf Schildern an den Ortseingängen zu werben.

Max Völkl aus Tännesberg hat Rotvieh, Zoigl, alte Kartoffelsorten, Biodiversität und den Hochseilgarten ins Rennen geschickt. Das Siegel "Genussort" will der Bürgermeister zusammen mit den örtlichen Gastronomen zum Glänzen bringen, etwa in Form von speziellen Angeboten auf Speisekarten.

Moosbachs Rathauschef Hermann Ach ist "immer noch platt" von der Auszeichnung. 16 Seiten umfasste die Bewerbung seines Marktes, in der er unter anderem Freilandhaltung alter Rinderrassen oder die Vermarktung über die bäuerliche Schlachtgemeinschaft vorstellte. Den Titel will Ach auf Prospekte drucken lassen und im Internet publizieren. Auf den Briefköpfen der Verwaltung könnte es allerdings eng werden. Denn dort muss sich der "Genussort" einen Platz neben dem "staatlich anerkannten Erholungsort" suchen.

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