24.01.2017 - 15:42 Uhr
Oberpfalz

Koordinatoren der Angebote für Neuzugewanderte im Landkreis Tirschenreuth Bildung ist das Schlüsselwort

Es ist noch gar nicht so lange her, da hat Regina Kestel händeringend Wohnungen für Flüchtlinge gesucht. Heute schaut die Oberregierungsrätin, wo sie Mietverträge kündigen kann. Aus gutem Grund.

Sonja Schmid und Ahmed El-Zein sind im Landkreis die Koordinatoren der Bildungsangebote für Neuzugewanderte. Bild: bz
von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Exakt 327 Asylbewerber sind vergangenes Jahr dem Landkreis zugewiesen worden, allein zwei Drittel in den ersten drei Monaten. Seither hat sich aber nicht mehr viel getan. 546 Flüchtlinge sind mit Stichtag 19. Januar in Gemeinschaftsunterkünften und dezentralen Plätzen hier untergebracht, darunter 182 sogenannte Fehlbeleger. Also Menschen, deren Verfahren abgeschlossen ist und die jetzt eine eigene Wohnung und Arbeit suchen können. Geeigneter Wohnraum allerdings ist kaum zu finden, weshalb auch die anerkannten Flüchtlinge noch in ihren bisherigen Unterkünften wohnen.

"Wir müssen Überkapazitäten abbauen", verwies die Juristin in der Sitzung des Kreisausschusses am Montag auf die Weisung der Regierung, dezentrale Plätze zu schließen. Gleichzeitig versuche man bei den Anbietern die Bereitschaft auszuloten, ob sie nicht doch an anerkannte Flüchtlinge vermieten wollen. Grundsätzlich könnte der Landkreis auch die Gemeinden zur Mitwirkung verpflichten. Anerkannte Flüchtlinge erhalten auch eine Arbeitserlaubnis, in einem laufenden Verfahren aber ist das laut Kestel im Ermessen der Ausländerbehörde. "Allerdings gibt es da auch ermessenslenkende Vorgaben", verwies die Oberregierungsrätin auf ein dickes Bündel an Papieren. Die Identität des Betreffenden müsse geklärt sein. Und er sollte aus einem Land mit guter Bleibe-Perspektive stammen. Das sind laut Kestel Syrien, Irak, Iran, Somalia und Eritrea. "Afghanistan fällt nicht darunter."

Weil Bildung eine Schlüsselfunktion in der Integration von Neuzugewanderten darstellt, kümmern sich im Landkreis Sonja Schmid aus Hofteich und Ahmed E-Zein aus Kemnath um die Koordination der Angebote. Gefördert vom Bund sollen sie alle lokal bereits vorhandenen Leistungs- und Bildungsträger, Ämter und Behörden, Sozialverbände, Kirchen und Religionsgemeinschaften, ehrenamtliche Initiativen und Vereine zusammenbringen.

"Es geht nicht darum, neue Netzwerke zu schaffen, sondern wir wollen bestehende noch mehr als bisher verdrahten," sagten die beiden Koordinatoren bei der Vorstellung im Kreisausschuss. In den nächsten Wochen werden Schmid und El-Zein auch in den Gemeinden vorstellig werden und ihre Aufgaben und Ziele vorstellen.

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