03.09.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Uli Grötsch weiter optimistisch für Bundestagswahl Große Hoffnungen auf TV-Duell gesetzt

Uli Grötsch macht eine ganz einfache Rechnung auf: "Wenn wir jede Woche drei bis vier Prozent zulegen, können wir noch gewinnen. Wir haben das schon mal hinbekommen, als Gerhard Schröder Bundeskanzler wurde." Und er ist nicht der einzige im Saal, der so denkt.

MdB Uli Grötsch (Bild) setzte große Hoffnungen auf das TV-Duell gestern Abend, zwischen Herausforderer Martin Schulz und Bundeskanzlerin Angela Merkel, das live im Fernsehen übertragen wurde. In Mitterteich machte er deutlich, dass die Bundestagswahl noch nicht entschieden ist.
von Josef RosnerProfil

Mitterteich. Am Donnerstagabend machte MdB Uli Grötsch im Josefsheim in Mitterteich Station. Rund 60 Zuhörer kamen zur "Redezeit". SPD-Ortsvorsitzender Johann Brandl lobte den Gast als kritischen, offenen und ehrlichen Menschen, der Klartext rede. SPD-Kreisvorsitzender Rainer Fischer betonte, dass Deutschland eine starke Sozialdemokratie brauche. "Es lohnt sich zu kämpfen."

Hoffen auf TV-Duell

Große Hoffnungen setzte Grötsch auf das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz, das am Sonntagabend über die Bühne ging. "45 Prozent aller Deutschen, die zur Wahl gehen wollen, haben noch nicht entschieden, wen sie wählen wollen", so Grötsch.

Der Generalsekretär der Bayern-SPD machte deutlich, dass er eine wichtige Aufgabe darin sieht, genügend Gelder für die Region zu erkämpfen, "damit es hier weiter aufwärts geht". Grötsch: "Wenn ich den Marktplatz in Mitterteich sehe, dann geht mir dass Herz auf." In seiner mitunter recht kämpferischen Rede machte der Waidhauser deutlich, "dass jeder Schritt mit Martin Schulz bisher Spaß gemacht hat und ich will, dass er die nächste Bundesregierung anführt". Optimistisch stimmt Grötsch, dass das Interesse an der Bundestagswahl in den vergangenen zwei Wochen gestiegen ist "und wir Sozialdemokraten für alle Fragen eine Antwort haben".

Erneut forderte er eine klare Haltung Europas gegen Donald Trump, die er bei Angela Merkel vermisse. Weitere Themen waren die Türkei ("Hier darf sich eine deutsche Regierungschefin nicht alles gefallen lassen), die Flüchtlingspolitik ("Wir müssen den Leuten in Lampedusa und den Bootsflüchtlingen helfen") sowie die angekündigten Erhöhungen im Verteidigungshaushalt ("Martin Schulz will dieses Geld lieber für die Sanierung von tausend Schulen ausgeben, dort ist es sinnvoller angelegt").

Arbeitsagenturen umbauen

Weiter forderte er "gleiche Löhne für Frauen bei gleicher Arbeit". Ein Dorn im Auge sind ihm die befristeten Arbeitsverhältnisse. "Junge Menschen brauchen Sicherheit und dürfen sich nicht von Jahresvertrag zu Jahresvertrag hangeln." Zum Thema Hartz IV sagte Grötsch, dass es Ziel der SPD ist, die Agentur für Arbeit in eine Agentur für Qualifizierung umzubauen. Zudem forderte er mehr Steuergerechtigkeit. "Die Großverdiener müssen steuerlich mehr rangenommen und die Normal- und Mittelverdiener entlastet werden."

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