24.08.2017 - 17:12 Uhr
Oberpfalz

Gesprächsrunde im Landratsamt Tirschenreuth zur Schweinepest Hochansteckend und tödlich

Experten warnen vor der Afrikanischen Schweinepest. Kein Grund zur Panik, heißt es in einer Gesprächsrunde im Landratsamt. Dennoch gibt es klare Appelle.

Symbolbild: Lino Mirgeler/dpa
von Josef RosnerProfil

Tirschenreuth. Ausgebrochen ist die Afrikanische Schweinepest in der Stadt Zlin (Tschechien). Dort wurden tote Wildschweine gefunden, die infiziert waren. Auch auf der Mittelmeerinsel Sardinien ist die Krankheit verbreitet, war in der Gesprächsrunde zu erfahren. Veterinär Dr. Klemens Dötsch meinte: "Wir sind in Habachtstellung." Oberregierungsrätin Regina Kestel (Landratsamt) stellte klar: "Wenn die Schweinepest zu uns kommen sollte, sind wir vorbereitet." Beide warnten vor Panikmache. Initiiert hatte das Gespräch zwischen Behörden, Landwirten und der Jägerschaft der Kreisverband des Bayerischen Bauernverbandes.

"Gegen das von Wildschweinen und über Lebensmittel verbreitete Virus gibt es keinen wirksamen Impfstoff", hob BBV-Kreisobmann Ely Eibisch im Gespräch mit Oberpfalz-Medien hervor. Bei einem Ausbruch der Krankheit in einem Schweinebestand auf einem Bauernhof müssten alle Tiere des Betriebs und des Umfeldes getötet und vernichtet werden. Ausdrücklich wurde darauf hingewiesen, dass für Menschen und andere Tiere als Haus- und Wildschweine keine gesundheitlichen Gefahren durch die Afrikanische Schweinepest drohten.

Einschleppen verhindern

Dr. Klemens Dötsch (Veterinäramt) wusste, dass die Afrikanische Schweinepest am 27. Juni diesen Jahres in Tschechien entdeckt und gemeldet wurde. Die Stadt Zlin sei rund 300 Kilometer vom Landkreis Tirschenreuth entfernt. Die Ursache des Ausbruchs, so Dr. Dötsch, sei nicht bekannt. Bis Mitte August wurden im Raum Zlin etwa 90 Wildschweine entdeckt, die an der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verendeten. In den tschechischen Hausschweinbeständen habe es bislang noch keinen ASP-Ausbruch gegeben. "Bisher wurde ASP nur in Osteuropa, Polen, Baltikum, Moldawien, Ukraine, und jetzt in Tschechien festgestellt." Dr. Dötsch machte deutlich, dass eine Einschleppung der Krankheit nach Deutschland unbedingt verhindert werden müsse. Und hier seien alle gefordert: Große Bedeutung komme der strikten Einhaltung von Hygiene-Richtlinien in der Schweinehaltung zu. Möglich sei die Einschleppung der Krankheit auch über Tourismus und Verkehr. Besonderes Augenmerk sei deshalb auf mitgebrachte Nahrungsmittel zu legen, die unter keinen Umständen an Haus- oder Wildschweine verfüttert werden dürfen. Auch Jäger (Jagdtourismus) seien aufgerufen, vorsichtig zu agieren und Schutzmaßnahmen zu berücksichtigen, so Dr. Dötsch. Wichtig sei, die weitere Verbreitung der Krankheit zu unterbinden.

Kein Impfstoff

"Die Afrikanische Schweinepest ist eine fieberhafte, hochansteckende Allgemeinerkrankung der Schweine, mit seuchenhaftem Verlauf und einer hohen Krankheitshäufigkeit und Sterblichkeit. Verursacht wird die Erkrankung durch ein Virus." Ein Impfstoff stehe auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung, klärte Dr. Dötsch auf. Vertreter des Bauernverbands appellierten an die Jägerschaft, die Bejagung der Wildschweine, auch in der Region, nochmals spürbar zu intensivieren. Gregor Ziegler informierte, dass er seit April über 50 Wildschweine erlegt habe. Laut Statistik wurden im vergangenen Jahr im Landkreis Tirschenreuth rund 1800 Wildschweine zur Strecke gebracht, ein Jahr zuvor waren es 2170. Hubert Rustler sprach für die Jäger und war zuversichtlich, dass die Afrikanische Schweinepest nicht nach Deutschland gelange. Natürlich sei die Einhaltung der Hygienevorschriften wichtig. Oberregierungsrätin Regina Kestel verwies auf die Homepage des Landkreises. Hier könne man Wissenswertes über die Schweinepest nachlesen. Kestel abschließend: "Der Austausch war wichtig, wir sind für den Fall der Fälle gewappnet."

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