22.03.2018 - 20:42 Uhr

Kreisversammlung der Soldaten in Leonberg Österreicher-Schützen sahnen ab

Den Soldatenbund plagt ein Mitgliederschwund. Während Kreisvorsitzender Ferdinand Lienerth neue Ideen bei der Werbung fordert, regt Bezirksvorsitzender Horst Embacher an, einfach künftig auch Frauen aufzunehmen.

Für ihre herausragenden Leistungen werden die Schützen des 1. Österreichischen Kriegerkorps Waldsassen geehrt, die beim Landes- und beim Bundesschießen abgeräumt haben. In der ersten Reihe (von links) die treffsichersten Waldsassener mit Alfons Reithmeier, Gerhard Bötzl, Bruno Salomon und Karl Birner. In der zweiten Reihe (von links) BKV-Kreisvorsitzender Anton Hauptmann, stellvertretender Landrat Alfred Scheidler, Kreisvorsitzender Ferdinand Lienerth, Bürgermeister Johann Burger und Kreisschießwart Josef
von Josef RosnerProfil

Leonberg. Immer weniger werden die Mitglieder in den 17 Kameradschaften des Kreisverbandes im Bayerischen Soldatenbund. Bei der Kreisversammlung im Pfarr- und Jugendheim Leonberg bezifferte Kreisvorsitzender Ferdinand Lienerth die Mitgliederzahl mit 1243 Personen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies ein Minus von 54 Personen. Klar wurde auch: Kameradschaften mit Schießgruppen sind in der Mitgliederzahl relativ stabil. Lienerth betonte: "Gefragt sind neue Wege und neue Ideen. Wir müssen uns etwas einfallen lassen".

Jede Menge Termine

Trompeter Herbert Krieglsteiner blies beim Totengedenken das Lied vom "Guten Kameraden". Kreisvorsitzender Lienerth erinnerte an die Fülle von Veranstaltungen, die er oder Vertreter des Kreisvorstands besucht haben. Höhepunkte waren die Teilnahmen an einer Podiumsdiskussion im Bayerischen Landtag, an der Friedenswallfahrt in Fuchsmühl und der St.-Quirin-Wallfahrt bei Püchersreuth. Er forderte die Kameradschaften auf, sich im EDV-Programm auf Kreisebene anzumelden. Die Möglichkeiten der Homepage müssten viel mehr genützt werden. Die Zusammenarbeit zwischen Kreisverband und Kameradschaften bezeichnete er als sehr gut. "Fester Bestandteil bleiben die Kriegsgräbersammlungen auf Ortsebene", kündigte Lienert abschließend an.

Kreisschießwart Josef Peter berichtete über Probleme bei den Landesschießwarten. Er forderte die Mitglieder auf, geeignete Personen für diese Ämter zu melden. Weiter kündigte er Änderungen in der Schießsportordnung an. Beteiligt haben sich die Schützen aus den Kameradschaften an Kreis-, Bezirks-, Landes- und Bezirksschießen.

Am Landes- und Bundesschießen nahmen die Schützen des 1. Österreichischen Kriegerkorps Waldsassen und der Soldatenkameradschaft Großkonreuth teil. Dabei sahnten die Klosterstädter richtig ab. Die Waldsassener gewannen die Wertung mit der Meistbeteiligung und hatten mit Heinz Loch, Karl Birner, Alfons Reithmeier, Karl-Heinz Stellmach, Gerhard Bötzl und Bruno Salomon zudem die herausragenden Schützen, die in Serie Spitzenplätze erreichten. Sie wurden in Leonberg geehrt. Reservistenbetreuer Matthias Seidl lud die Schießgruppen zu den Wettbewerben auf Kreisebene ein.

Stellvertretender Landrat Alfred Scheidler überbrachte den Dank des Landkreises. Er habe 1983/84 selbst als Wehrpflichtiger in Oberviechtach bei der Bundeswehr gedient, verriet er. Rückblickend sagte Scheidler: "Mich haben diese 15 Monate sehr geprägt. Ich habe vieles gelernt, Ordnung, Disziplin und Kameradschaft." Scheidler bedauerte, dass es heute keine Wehrpflicht mehr gibt, zumal die Zeit in der Bundeswehr auch die Persönlichkeitsentwicklung fördere. Dass die Mitgliederzahlen in den Kameradschaften zurückgeht, ist für ihn auch eine Folge des Wegfalls der Wehrpflicht. Den Kameradschaften bescheinigte er wichtige Arbeit in Brauchtum und Traditionspflege.

Bürgermeister Johann Burger outete sich als früherer Biathlet bei der Bundeswehr. Auch er erinnerte sich gerne an diese Zeit. Gleichzeitig bedauerte er, dass durch den Wegfall der Wehrpflicht viele junge Männer keinen Lkw-Führerschein mehr machen könnten.

Bezirksvorsitzender Horst Embacher nannte es den Auftrag der Kamderadschaften, die Erinnerung und das Gedenken an die Soldaten wachzuhalten. Embacher brachte als Möglichkeit, dem Mitgliederschwund zu begegnen, die Aufnahme von Frauen ins Gespräch. "Da liegt noch viel Potenzial." Im Übrigen sei der Soldatenbezirk Oberpfalz der stärkste Verband in Bayern.

Markus Nägel, Bezirksvorsitzender des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge, dankte den Kameradschaften für die Kriegsgräbersammlungen. "Der Volksbund betreut weltweit rund 2,8 Millionen Gräber. Alleine im vergangenen Jahr wurden 27500 Soldaten exhumiert und in einem Soldatenfriedhof bestattet". Nägel wusste, dass noch über eine Million deutsche Soldaten vermisst sind. Im kommenden Jahr feiere der Volksbund 100-jähriges Bestehen.

Kritik am Rita-Fest

Ein Thema war auch die Friedenswallfahrt am Sonntag, 27. Mai, in Fuchsmühl. Es wurde Kritik laut, dass die Veranstaltung "mit einer Friedenswallfahrt nichts mehr zu tun hat". Lienerth: "Es ist ja eigentlich auch das Rita-Fest". Die Kameradschaften meinten, dass der Schwerpunkt der Wallfahrt wieder auf den Soldaten liegen müsse. Wie es weitergehen soll, wird noch diskutiert.

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