16.10.2017 - 17:20 Uhr
Oberpfalz

Landesverband der Schlagapnoe-Patienten tage in Großbüchlberg „Es wird still, wenn der Atem aussetzt“

Schnarchen ist eine Belästigung und Beeinträchtigung, die den Lebenspartner manchmal ganz schön in Rage bringt. Richtig gefährlich kann es aber werden, wenn das Schnarchen ausbleibt.

Stellvertretende Landesvorsitzende Annemarie Röslmeier, die Referenten Dr. Florian Gfüllner (Klinik Donaustauf) und Alexander Larsen sowie der Tirschenreuther Josef Kuchenreuther, Leiter der Selbsthilfegruppe Nordostbayern (von links), waren gefragte Gesprächspartner beim Schlafapnoe-Treffen. Bild: jr
von Josef RosnerProfil

Großbüchlberg. Der Landesverband Bayern für Schlafapnoe und chronische Schlafstörungen lud zu einer Tagung in der "Petersklause" ein. Etwa 25 Teilnahme aus ganz Bayern reisten dazu an. "Es wird still, wenn der Atem aussetzt, die Schlafapnoe macht sich bemerkbar", sagte stellvertretende Landesvorsitzende Annemarie Röslmeier (Regensburg). Bayernweit seien rund acht Prozent der Männer und vier Prozent der Frauen in allen Altersschichten von dieser Krankheit betroffen.

Im ersten Referat stellte Medizinproduktberater Alexander Larsen das Neueste für diesen Bereich auf dem medizinischen Markt vor. Im Anschluss referierte Dr. Florian Gfüllner, leitender Oberarzt des schlafmedizinischen Zentrums der Klinik aus Donaustauf, über neueste Entwicklungen in der Therapie von Patienten mit schlafbezogenen Atemstörungen. Dabei machte er deutlich, dass Atemstillstände während des Schlafens, die länger als zehn Sekunden dauern, ein Schlafapnoe-Syndrom sind. Auch Atemstillstände von über zwei Minuten seien keine Seltenheit. Hieraus entstünden eine Unterversorgung des Organismus mit Sauerstoff. Die Folgen seien Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Leistungseinschränkungen, Persönlichkeitsveränderungen, Libidoverlust, Gereiztheit, Schwindelgefühl, Übergewicht, Depressionen, nächtliches Schwitzen, Alpträume und Schwindelattacken.

"Es treten jedoch nicht alle Symptome bei jedem Betroffenen gleichzeitig auf. Besonders der Sauerstoffmangel hat für den Patienten schwerwiegende Folgen. Es entstehen Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, plötzlicher Herztod, Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes und krankhafte Vermehrung von roten Blutkörperchen", so der Experte. Die Folgen seien eine verkürzte Lebenserwartung und eine eingeschränkte Lebensqualität. Das Unfallrisiko im Straßenverkehr und am Arbeitsplatz nehme stark zu. Als Risikofaktoren nannte er Alkohol, Rauchen, Übergewicht, Anomalien im Nasen- und Rachenraum, langjährige Schichtarbeit und unbewältigten Dauerstress.

Dank modernster Technik sei heute eine Therapie möglich. In einem Schlaflabor könne in wenigen Tagen eine differenzierte Diagnose erstellt und eine individuelle Therapie eingeleitet werden. Zu den therapiebegleitenden Maßnahmen gehörten Verzicht auf Alkohol, Gewichtsreduktion sowie Hoch- und Seitenlagerung des Oberkörpers beim Schlafen.

Die Selbsthilfegruppe Nordostbayern wird geleitet vom Tirschenreuther Josef Kuchenreuther. Sein Ziel ist es, den betroffenen Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Dies geschieht mit regelmäßigem Erfahrungsaustausch, Informationen, Beratung, Betreuung und diversen Fachärztevorträgen. Außerdem will die _Gruppe die betroffenen Menschen und deren Angehörige über das Schlagapnoe-Syndrom aufklären. Eines ist auch klar, nicht alle Schnarcher leiden unter Schlafapnoe, aber sicherlich die starken Schnarcher, hieß es in der Versammlung.

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