25.03.2018 - 17:12 Uhr

Neues Projekt zum Wohnen im Alter Vorbild für ganz Bayern

Kräftige Unterstützung gibt es für die digitale Wohnberatung des Landkreises und dessen Bildungsangebote für Ältere zur Digitalisierung: Fördermittel von knapp 200 000 Euro fließen in das gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft getragene Projekt.

Ministerialdirigent Karl-Heinz Arians (vorne, Mitte) überreichte die Förderbescheide an den Landkreis Tirschenreuth und die Fraunhofer-Gesellschaft. Darüber freuten sich unter anderem Landrat Wolfgang Lippert (Fünfter von rechts), Fraunhofer-Geschäftsführer Dr. Roland Fischer (Fünfter von links), Projektleiterin Anita Busch (Dritte von links) und MdL Tobias Reiß (Sechster von rechts). Bild: jr
von Josef RosnerProfil

Tirschenreuth . Ministerialdirigent Karl-Heinz Arians überreichte jetzt den Förderbescheid in Höhe von 196 800 Euro für das laufende Jahr an den Landkreis Tirschenreuth und die Fraunhofer-Gesellschaft. Ziel ist es, neue digitale Möglichkeiten für das Wohnen zu Hause exemplarisch zu erproben. Durch den Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechnologien soll die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raum gesichert werden.

Landrat Wolfgang Lippert freute sich, dass sich das bisherige Projekt "Kompetenznetzwerk Wohnberatung - Mein Daheim für ein Wohnen im Alter zu Hause" sich zu einem Beispiel für ganz Bayern entwickelt habe. "Die Kombination aus Wohnberatungsstelle, Musterwohnung und ehrenamtlichen Wohnberatern ist einzigartig in ganz Bayern", sagte Lippert. Der Landkreis habe umgehend die Möglichkeit genutzt, einen Förderantrag zu stellen, als sich diese im Rahmen des Projekts "Digitales Dorfes" der Steinwald-Allianz ergeben habe. Ein Dank galt dem Erbendorfer Bürgermeister und Steinwald-Allianz-Vorsitzenden Hans Donko, der das Projekt "Digitales Dorf" an Land gezogen habe. In Zusammenarbeit mit der Fraunhofer-Gesellschaft sei der Antrag ausgearbeitet worden. Der Landrat lobte hierbei die Unterstützung durch das Sozialministerium. Das Ziel sei klar umrissen: "Ältere Leute sollen so lange wie möglich in vertrauter heimischer Umgebung wohnen können."

Projektleiterin Anita Busch (Landratsamt), Annemarie Wojtech und Dominik Magin (beide Fraunhofer) stellten das Projekt näher vor. Magin verwies auf eine Prognose, wonach das Durchschnittsalter im Landkreis von aktuell 45,5 Jahren bis 2030 auf 49,4 Jahre steigen werde. Die Digitalisierung könne dabei helfen, dass ältere Menschen künftig noch länger als heute ein selbstbestimmtes Leben führen und am sozialen leben teilnehmen können.

Ministerialdirigent Karl-Heinz Arians erteilte offiziell den Startschuss für das Modellprojekt. "Wir wollen die Wohnsituation und die soziale Teilhabe älterer Menschen in Bayern signifikant verbessern." Dank galt vor allem den ehrenamtlichen Wohnberatern, die mit viel Engagement, Idealismus und dem Blick fürs Wesentliche die Grundzutaten für das Projekt leisteten. Arians zeigte sich überzeugt, dass die fast 200 000 Euro gut angelegtes Geld seien. "Mit diesem Geld wird die Lebensqualität vieler älterer Mitbürger spürbar verbessert und ihnen werden ganz neue Möglichkeiten eröffnet."

Arians wusste, dass die meisten Menschen im Alter in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung bleiben wollen. Dies solle mit diesem Projekt gefördert werden. Laut Arians sind viele Privatwohnungen noch nicht seniorengerecht gestaltet. Treppen, Schwellen und andere Barrieren erschwerten ein selbstbestimmtes Leben im Alter erheblich. Angebote der Wohnberatung seien deshalb unverzichtbar und Meilensteine auf den Weg zu einer zukunftsorientierten Seniorenpolitik. Menschliche Zuwendung könne durch Technik freilich nie ersetzt werden, so Arians. Nach einem kurzen Imbiss besichtigten die Gäste die Tirschenreuther Musterwohnung.

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