23.03.2018 - 19:00 Uhr

Schulamtsdirektor Wolfgang Krauß in Ruhestand verabschiedet „Es hätte auch ein wenig leiser sein können“

Der neu gestaltete Sitzungssaal des Landkreises und der Name Wolfgang Krauß sind nun untrennbar miteinander verbunden. Die Verabschiedung des Schulamtsdirektors ist nach der Einweihung der erste Anlass für die Belegung.

Blick in den herrlichen Saal am Landratsamtes, nahezu hundert Gäste waren zur Verabschiedung von Schulamtsdirektor Wolfgang Krauß gekommen.
von Josef RosnerProfil

Tirschenreuth . Im großen Sitzungssaal endete am Donnerstag der berufliche Weg von leitendem Schulamtsdirektor Wolfgang Krauß. Mit einer großen Feier wurde er in den Ruhestand verabschiedet. Krauß sagte in seiner gewohnten Bescheidenheit: "Ein Abschied leiserer Art hätte auch gereicht." Den Landrat nannte Krauß einen Segen für die Schulleute: unkompliziert und erstklassig. "Diesem Landkreis gehört die Zukunft, weil der Landrat mit seinen aufgeschlossenen Vertretern der Kommunen die Möglichkeiten erkennt, bevor sie offensichtlich werden", sagte Krauß.

Seinem Nachfolger als fachlicher Leiter Schulamtsdirektor Rudolf Kunz blieb es vorbehalten, die vielen Gäste im Sitzungssaal des Landkreises zu begrüßen. Gekommen waren Vertreter nahezu aller Schulen des Landkreises, von der Grundschule bis zum Gymnasium und zum Berufsschulzentrum. Leitender Regierungsschuldirektor Thomas Unger nannte Krauß einen fachkompetenten, aufrechten, tatkräftigen, immer schülernahen, diskussionsfreudigen und höchst engagierten Schulamtsleiter. Dass zur Verabschiedung so viele Gäste gekommen waren, wertete er als ein Zeichen der hohen Wertschätzung. Unger zeigte noch einmal den beruflichen Werdegang des künftigen Pensionärs auf, der seit 2010 fachlicher Leiter des Staatlichen Schulamts in Tirschenreuth war.

"Krauß war Chef von 239 Lehrkräften im Schulamtsbezirk Tirschenreuth", wusste Unter. "Und er hatte immer ein großes Herz und viel Verständnis, wenn es um die Zukunft der Kinder und Jugendlichen ging. Geradezu eine Pionierrolle übernahm er bei seinen Bemühungen, die Inklusion voranzubringen." Unger wünschte eine stabile Gesundheit, viel Freude mit der gewonnenen Zeit für Familie, Reisen und Hobbys.

Landrat Wolfgang Lippert zollte seinem Lehrerkollegen größten Respekt. "Der Termin deiner Verabschiedung war ein funktionierendes Druckmittel, damit der neue Sitzungssaal auch pünktlich zur Verfügung steht. Deine Verabschiedung ist die erste offizielle Veranstaltung, in dem am Mittwoch eingeweihten neuen Sitzungssaal." Lippert erinnerte an die erste Begegnungen mit Krauß. "Schon damals überzeugtest du mit profundem Wissen, sachlichem und ruhigem Umgangston und vor allem durch Menschlichkeit. Deswegen warst du sehr wohl geachtet, aber kaum gefürchtet". Krauß habe für den Schulamtsbezirk herausgeholt, "was herauszuholen war". Dafür dankt dir die gesamte Schullandschaft". Der Landrat würdigte zudem den Einsatz von Krauß in außerschulischen Institutionen. "Du hast dich mit dem Landkreis identifiziert."

Dankesworte sprachen für die evangelische Kirche Schulreferent Volker Wappmann und für die katholische Kirche Regionaldekan Georg Flierl. Beide betonte ihre persönliche Wertschätzung für den scheidenden Pädagogen. Für den Personalrat betonte Wilhelm Trisl, dass von Beginn an der Verhältnis zwischen Personalrat und Dienststellenleiter geprägt war von Offenheit, gegenseitigem Vertrauen und Empathie. Auch Trisl lobte die Gespräche, die immer auf Augenhöhe geführt wurden und immer vom gegenseitigen Verständnis getragen waren. "Du hat viel zu einem harmonischen Miteinander mit beigetragen, dafür möchte ich mich bei dir bedanken." Als Abschiedsgeschenk gab es einen Gutschein für die Buchhandlung St. Peter, "damit du wieder einmal Tirschenreuth und damit dein Schulamt besuchst".

Das Schlusswort hatte Wolfgang Krauß, der sichtlich überwältigt war. Er stellte fest: "Was für fähige und liebenswerte Menschen Pädagogen doch sind." Ausdrücklich dankte er Regierungsschuldirektor Unger, mit dem das Wir-Gefühl zurückgekehrt sei. Den beiden Kirchen dankte er für die Zusammenarbeit, "wir alle sind an den Schulen unterwegs für die Würde des Menschen. Die Kinder sollen wieder mehr vom praktischen Wert des Glaubens wissen". Dank galt seinen Schulleitern und den Lehrkräften. "Wer sich am Kind orientiert, verläuft sich nicht. Lehrer sind die Lösung und nicht das Problem unserer Gesellschaft."

Ein besonderes Lob hatte er für seine Mitarbeiterinnen im Schulamt: "Sie waren für mich immer der Sonnenaufgang im Amt: immer zuvorkommend, immer liebenswert, einfach ein Erlebnis Mensch". Zum Abschluss überreichte die Wiesauer Grundschulrektorin Inge Dick ein Fotobuch mit Beiträgen aus allen Grundschulen des Kreises. Musikalisch umrahmten die 90-minütige Feier Silvia Hartmann mit Band, die Oberpfälzer Seminarleitergruppe und die Band Böhm/Beck.

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