Spaß im Dreivierteltakt

Die Gruppe (abgebildet ist nur ein kleiner Teil davon) trifft sich alle 14 Tage in der Mehrzweckhalle in Krummennaab. Neue Gäste sind jederzeit willkommen. Bilder: exb/Härtl (3)
Freizeit
Krummennaab
20.08.2017
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Bernd und Uschi tanzen gerne.

In Krummennaab steppt nicht nur der Bär, sondern auch viele Tanzbegeisterte. Seit Herbst 2016 treffen sich Männer und Frauen, um im neuen "Tanzmekka" Walzer, Cha-Cha-Cha und Co. zu lernen.

Bernd (63 Jahre) zeigt stolz auf seinen dicken DIN-A4-Ordner auf dem Tisch und blättert durch viele eng beschriebene Seiten, sein Gründungskonzept. Wie er auf den Einfall kam, diese Tanzabende ins Leben zu rufen? "Ganz einfach", sagt Bernd, "ich stamme aus der Gegend und bin öfters hier und mir hat schon immer die Gelegenheit gefehlt, mein Hobby richtig auszuleben und eine hochwertige Tanzmöglichkeit zu finden." Ein Mann der Tat, was nicht ist, kann man ja selber initiieren, dachte er sich.

Ganz viel Vorbereitungen und Gespräche, erinnert er sich - es war eine lange Reise von dem Wunsch bis zur Gründung der Tanzsparte. Das einfachste war es, den geeigneten Trainer zu engagieren: Alex, man kennt sich aus der Tanzszene in Nürnberg.

Schwerer Anfang

Am schwierigsten war es, den passenden Platz zu finden. "Zum Glück kam uns die Gemeinde Krummennaab entgegen und bot uns ihre Mehrzweckhalle an." Die dient hauptsächlich als Schulturnhalle und wird in den freien Zeiten vom Verein TSV Krummennaab kostenlos mitgenutzt. Deshalb wurde die Tanzgruppe eine Sparte innerhalb dieses Vereins. Bernd verweist auf die positive Unterstützung durch Bürgermeister Uli Roth und zweiten Bürgermeister Reinhard Naber. Im Herbst vergangenen Jahres fiel der Startschuss. Bernd begrüßte etliche motivierte Tanzwütige aus der ganzen Umgebung. Um die Sache in Schwung zu kriegen, sponserte er sie anfangs. Inzwischen trägt sich die Sparte Tanzen durch die Mitglieder.

Uschi (53 Jahre) tanzt seit fünf Jahren und ist wie Bernd begeistert vom Verein. Sie schätzt, dass man hier endlich richtig tanzen kann, weil genügend Platz vorhanden und der Boden gut geeignet ist. Dafür nimmt sie die 45 Kilometer Anfahrt gerne in Kauf, ab und an wünscht sie sich ein spezielles Lied - "dann schwingt es noch besser", schmunzelt sie.

Sonja (63 Jahre) und Peter (67 Jahre) sind fast von Anfang an dabei. Der Artikel im "Neuen Tag" vom ersten Tanzabend war die Initialzündung. Die Mischung aus Alt und Jung finden beide spannend und loben zugleich den Lehrer, der sowohl die Grundschritte auffrischt als auch kontinuierlich langsam die Tänze mit Figuren auffüllt.

Ihr Lieblingstanz ist der langsame Walzer. "Wir haben den nie richtig gekonnt, aber seitdem wir hier üben, beherrschen wir den einigermaßen und so macht es halt richtig Freude, wenn unsere vier Beine auch alle in die richtige Richtung tanzen", lachen sie. Sonja ergänzt: "Wenn man beruflich viel vor dem Computer sitzt, ist das der ideale Ausgleich, quasi Gehirnjogging für den Alltag."

Karolina (49 Jahre) ist heute ausnahmsweise alleine da. Ihr Mann drückt sich nicht, er ist heute beruflich verhindert. Für sie kein Problem. Alex, der Trainer legt sehr viel Wert auf Körperhaltung und die saubere Ausarbeitung der Schritte - das kann man auch gut ohne Tanzpartner üben. Karolina spricht von Basics und Schrittfolgen, man merkt ihr die Begeisterung an.

Sie tanzt seit acht Jahren regelmäßig und lobt den qualitativ hochwertigen und strukturierten Unterricht. Am liebsten tanzt sie Latein, zum Beispiel Bachata, "da lass' ich mich führen". Wenn jemand tanzen lernen will, sei er hier bestens aufgehoben. Alleine hierher zu fahren, stellt ihrer Ansicht nach überhaupt kein Problem dar, hier wird man bestens integriert. Tanzen ist ein Hobby, das man lange ausüben kann, findet sie.

Lehrer aus Erlangen

Wenn Alex Wenisch (51 Jahre, Tanzsporttrainer mit Lizenz C Breitensport) vom Tanzen spricht, merkt man seine Begeisterung. Als die Anfrage von Bernd kam, die Tanzabteilung mit aufzubauen, habe er die Herausforderung sofort angekommen, obwohl er dafür jedes Mal aus Erlangen anreist. Der Unterricht macht ihm Riesenspaß, die Paare seien alle sehr wissbegierig.

Er freut sich, wenn er die Fortschritte sieht, sowohl bei "seinen" Anfängern als auch bei den Fortgeschrittenen. Ihm sind Körperhaltung, Führung, Bewegungsabläufe und Grundschritte wichtig. Denn nur wer die Basis beherrscht und versteht, könne darauf aufbauen. Seine Lieblingstänze sind Rumba und der langsame Walzer sowie Quick-Step, weil man dabei sein Gefühl austanzen kann.

Er unterrichtet die gesamte Palette der Standardtänze (langsamer Walzer, Tango, Wiener Walzer, Foxtrott, Slowfox und Quick-Step und die Lateinamerikanische Tänze bestehend aus Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso Doble und Jive).

Sein Ziel ist es aber, auf die Wünsche seiner Schüler einzugehen und auch "Partytänze" wie Salsa, Bachata, Discofox oder Polka anzubieten. Zum Schluss verrät er uns noch sein Motto: Besser tanzen - bessere Bewegung - bessere Gesundheit.

HintergrundDer Abend beginnt mit dem Anfängertraining um 18 Uhr, um 19 Uhr folgt eine Stunde Aufbautraining zur Vertiefung. Anschließend, bis 22 Uhr ist dann freie Übungsparty. Der erste Abend ist kostenfrei, danach pro Schnupperbesucher zehn Euro pro Abend. Wer dabei bleiben will, kann dem Verein beitreten (45 Euro Jahresbeitrag, 12,50 Euro Monatsbeitrag für das Training). Tanz-Workshops werden zudem auch sonntags von 10 bis 12 Uhr angeboten. Infos bei Jobst-Bernd von Lindenfels (jobst-bernd.von.lindenfels@web.de und 0171/5579 115 ).

Am 16. September sind alle Interessierten zum Sektempfang zum Schuljahresbeginn eingeladen. Ein bunter Abend mit Show-Einlagen und Tanzparty bietet Tanzbegeisterten die Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen.
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