Weltgebetstagsgottesdienst in der Leonardikirche zunehmend ein Fest der Ökumene
"Steht auf für Gerechtigkeit"

Neben Speisen und Gewürzen gehörten unter anderem auch Bilder aus Malaysia zum Bodenbild in der Leonardikirche. Bild: lek
Lokales
Krummennaab
05.03.2012
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Zu einem beeindruckenden Weltgebetstagsgottesdienst in der Leonardikirche trafen sich Männer und Frauen aus den Gemeinden Krummennaab/Thumsenreuth und Reuth/Premenreuth. In verschiedenen Gruppen hatten sich rund 30 Mitwirkende im Vorfeld intensiv mit Malaysia, dem Land aus dem die diesjährige Gebetsordnung stammt, auseinandergesetzt.

Dessen Schönheit und Reichtum wurden gewürdigt. Nicht verschwiegen wurden jedoch auch die Probleme, die die multikulturelle und multiethnische malayische Gesellschaft belasten. In der Vorstellung des asiatischen Landes wiesen die Sprecherinnen auch auf die eklatante Zerstörung der Regenwälder durch weltweit agierende Konzerne hin. Der Lebensraum der indigenen Urbevölkerung ist dadurch unwiederbringlich zerstört. Sie werden ihrer bescheidenen Lebensgrundlagen beraubt und notfalls gewalttätig vertrieben. Die wohl weltweit artenreichste Flora und Fauna wird rigoros vernichtet.

Religiöse Konflikte

Den Verfasserinnen der Gebetsordnung ist es ein großes Anliegen, gleiche Rechte und Chancen für alle zu erreichen. Aber auch religiöse Konflikte in dem überwiegend muslimischen Land schreien nach Toleranz und Akzeptanz. Die Lasten von Ungerechtigkeit, Korruption und Gier liegen schwer auf ihnen.
Jugendliche aus der Evangelischen Landjugend Krummennaab/ Wildenreuth ließen die Trägerin des alternativen Nobelpreises 2005, die Menschenrechtlerin Irene Fernandez, in einem fiktiven Interview zu Wort kommen. Häusliche Gewalt und die Misshandlung von Frauen hat sie immer wieder angeprangert und öffentlich gemacht. Sie bietet nach wie vor Beistand für Opfer von Menschenhandel.

Die Teilnehmerinnen brachten zum Ausdruck, dass die Christen aufgerufen seien, Unrecht zu benennen und sich für Gerechtigkeit und Wohlergehen derer, die am Rand stehen - Witwen, Waisen und Arme - einsetzen müssen.

Den Instrumentalistinnen und Sängerinnen eines kleinen Chors gelang es, die Harmonie und Schönheit der malaysischen Musik und der thematisch genau abgestimmten Lieder in die Gemeinde zu tragen.

Besonders beeindruckte war in der abgedunkelten Kirche der im Altarraum vorstellte Lichtertanz einer kleinen Gruppe. In anmutigen Bewegungen präsentierten die Darstellerinnen noch einmal das Thema des Kampfes um Gerechtigkeit.

Ein liebevoll geschmückter Gemeindesaal lud anschließend zu köstlichen Proben aus der malaysischen Küche ein.
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