Krummennaab trifft Tokio
Himezawa singt jetzt

... und als Sängerin eher im punkigen Outfit
Vermischtes
Krummennaab
04.10.2017
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Neues von Krummennaabs Tokio-Export: Sabrina Schultes stellt ihr erstes Album vor. Seit 2015 lebt die 22-Jährige in Japans Hauptstadt, machte bisher vor allem als Modell im japanischen Manga-Comic-Stil auf sich aufmerksam. Künftig setzt sie verstärkt auf Musik.

Tokio. "Weiße Fahnen, zu Papierfliegern gefaltet, schweben aus tiefschwarzen Zimmern über im Nachtlicht schimmernden Fensterbänken." So beschreibt Himezawa ihr erstes Album. Am 7. Dezember erscheint das Werk weltweit. Der japanische Cosplay-Star hat eine Oberpfälzer Vergangenheit (wir berichteten). Als Sabrina Schultes wuchs sie in Krummennaab auf, schlug aber schon bald einen eher untypischen Weg ein: Nach der Realschule folgten Schauspiel- und Gesangsausbildung in Leipzig und London. Von dort aus wagte sie 2015 den Schritt nach Japan, nachdem eine Agentur sie angefragt hatte. Seit ihrer Jugend hängt Sabrinas Herz an der japanischen Cosplay-Kultur. Als Himezawa schlüpft sie in die Welt der Manga-Comics. In Japan ist die Szene und der Markt riesig - als Europäerin ist sie ein Exot.

Dennoch hat sich Himezawa ihren Platz erarbeitet. Bisher verdient sie als Model, Moderatorin, Cosplayerin und Autorin ihr Geld - und nun auch als Sängerin. Etwas Erfahrung hat sie aber auch in diesem Metier, schon 2015 erschien ihre Single "Wagamama Love". Das erste Album trägt nun den Titel "Spades & Stars". Zwölf Lieder, je sechs in englischer und japanische Sprache, sind zu hören. Die meisten Texte hat Himezawa selbst geschrieben. Besonders stolz ist sie auf "Clock Machine", das mit Singer-Songwriterin Flaviyake entstand. Die Russin lebt in Los Angeles.

Himezawa nennt "Spades & Stars" als Konzeptalbum. Das heißt, es gibt eine durchgängige Geschichte. Hauptthema ist eine zerstörerische Liebesgeschichte. "Nicht unbedingt zweier Menschen, sondern eher die eines Träumers und seiner Vorstellung von der Welt", erklärt Himezawa. Das gesamte Album entstand in knapp vier Monaten, ihre Gesangsaufnahmen waren nach vier Tagen beendet. Am längsten dauerte es, das Okay des Vertriebs zu erhalten. Der ließ sich drei Monate Zeit, die CD in den Verkauf aufzunehmen. Das gesamte Album ist "Do-it-yourself". Ein Label hat sich um die professionelle Produktion gekümmert, finanziert hat Himezawa das Projekt selbst. Ihre Fans steuerten über eine Crowdfunding-Aktion Geld bei, dazu kamen die Einnahmen aus ihren Büchern.

Auch eine Tour hat sie selbst geplant: "Normalerweise gibt es dafür einen Projektmanager, aber ich wollte es so Himezawa wie möglich machen." Inzwischen läuft die Tour bereits. Bei den Auftritten in Tokio wird Himezawa von Live-Musikern begleitet. "Darauf freue und davor fürchte ich mich am meisten", gesteht sie. Die Outfits für die Tour sind eher punkig. Netzstrümpfe, zerschlissene Jeans und Shorts, Lederjacken und bauchfreie Tops. Auch Tattoos, blaue und pinke Perücken. "Es kommt aber immer auf das Datum und mich an, wofür ich mich am Ende entscheide", gesteht sie augenzwinkernd.

Mindestens einmal pro Show "stürzt" sich Sabrina in die Menge. "Mein Manager sagt immer, dass das gefährlich ist", erklärt Himezawa. Für sie seien die Fans aber wie Familie: "Ich freue mich, vertraute Gesichter zu sehen und lasse mir da keine Angst machen."

Außerhalb Japans ist Himezawa vorerst nicht zu sehen. "Wenn sich jemand in Deutschland ein Konzert wünscht, kann er mich auf patreon.com/himezawa unterstützen", so Sabrina. Ihre weiteren Pläne sind, noch mehr Musik zu machen und "wieder so viele Menschen wir möglich in einem Projekt zusammenbringen." Himezawa freut sich vor allem auf "Charity Live Performances", Konzerte, deren Einnahmen gespendet werden. "Ich gebe jedes Jahr an meinem Geburtstag einen Teil meiner Einnahmen an eine andere Stiftung ab", erklärt Sabrina.
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