Theater EIGENart in Thumsenreuth zu Gast
Reformation mit Witz und Charme

Das Theater EIGENart aus Burgweinting gastierte mit der "Gerichtssache Luther" in der Ägidienkirche in Thumsenreuth unter anderem mit Ankläger Johannes Eck (Johannes Zange, Zweiter von links) und dem "Hohen Gericht" (Eva Schon, Dritte von links).
Vermischtes
Krummennaab
27.10.2017
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500 Jahre hat er Beweis um Beweis gesammelt. Gegen Martin Luther und damit gegen die Reformation. Doch den Reformator selbst hat Johannes Eck nicht zur Gerichtsverhandlung geladen. Wie die "Gerichtssache Luther" ausging, erfuhren die Besucher beim gleichnamigen Theaterstück, geschrieben und inszeniert von der Theatergruppe "Eigenart" aus Burgweinting. Die Bühne für den Reformations-Jubiläumsabend schuf die Evangelische Kirchengemeinde Thumsenreuth mit Friedenfels in der Ägidienkirche in Thumsenreuth, die dem Theaterstück nicht nur von innen eine ganz besondere Würde verlieh. Außen erstrahlte sie in violetten und weißen Farben.

Nur Luthers Weggefährten Katharina von Bora, Argula von Grumbach, Ave von Schönfeld, Barbara Cranach und Leonhard Koppe hatte Eck, gespielt von Johannes Zange, als Zeugen geladen. Er möge ihn nicht, wie er dem Hohen Gericht, gespielt von Eva Schon, anvertraut. Auch mit Schreiber Cordatus (Susanna Haas) liefert sich Eck einen wortgewaltigen Schlagabtausch. Cordatus hatte damals die Tischreden Luthers mitgeschrieben. Der Schreiber und die fünf Zeugen können jedem Argument Ecks etwas entgegensetzen. Das Schlussplädoyer enthüllt schließlich Ecks wahres Ziel: eine Schadensersatz-Zahlung der evangelischen an die katholischen Kirche. Bevor die Richterin ein Urteil sprechen kann, stürmt jedoch Eck aus der Verhandlung. Zwei Gerichtszuschauer (Clara Teufl und Michael Schweiger) stellen einen Bezug zur Gegenwart her. Sie sind beide katholisch und verschiedener Meinung, was die Argumente in der Verhandlung betrifft.

Mit viel Witz gelingt es der Theatergruppe "Eigenart" um Sabine Hrach, die auch das Stück geschrieben hat, die Ereignisse um den Reformator Martin Luther in einem neuen und zeitgenössischen Licht erstrahlen zu lassen. Es wird den Zuschauern deutlich, dass bis heute die Ereignisse um 1517 die Kirchen und die Gesellschaft beeinflussen.

Feuerkörbe luden die Besucher anschließend ein, bei Getränken ins Gespräch zu kommen, auch mit den Schauspielern und der Regisseurin. Auch Bürgermeister Uli Roth ließ sich die Aufführung der "Gerichtssache Luther" nicht entgehen. Pfarrerin Nadine Schneider lud die Theaterspieler ein, mit ihrem nächsten Theaterstück wieder in die Kirchengemeinden zu kommen.
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