04.05.2017 - 20:00 Uhr
KrummennaabOberpfalz

Vorführung über Ansaattechnik, Bodenbearbeitung und Gewässerschutz Boden und Gewässer schützen

Die Experten vom Fachzentrum für Agrarökologie in Amberg gaben beim "Tag des Hofes" in Burggrub vor 3000 Gästen zahlreiche Tipps für Landwirte. Bodensole, Gülleverteilung und Saatverfahren waren zentrale Themen.

von Michael DenzProfil

Burggrub/Krummenaab. (mde) "Es dauert rund 100 Jahre bis ein Zentimeter neuer Oberboden gebildet wird. Doch gerade die Oberschicht, die Fein-Erde, ist wichtig. Diese wird, begünstigt durch falsche Bodenbearbeitung, bei Regen regelrecht weggespült und verschmutzt dann die Gewässer.", betont Josef Weiss vom Fachzentrum für Agrarökologie aus Amberg.

Damit keine sogenannte "Bodensole" entstehe, sollten die Landwirte bei der Bodenbearbeitung zwischen der Scheibenegge, dem Grubber und dem Pflug wechseln. "Ein sehr intaktes Bodenleben mit vielen Bodenlebewesen ist äußerst wichtig.", merkte Weiss an. Ein abwechslungsreicher Feldanbau mit Zwischenfrüchten bringe etliche Vorteile. "Die Zwischenfrucht ernährt die im Boden lebenden Tiere. Wenn dann auch noch die Düngung richtiggemacht wurde und es angemessene Niederschläge gibt, entsteht eine gute Hauptfrucht.", führte der Fachmann vom Fachzentrum weiter aus.

Die Verteilung der Gülle sieht Josef Weiss als ein großes Problem. Viele Landwirte würden Gülle zukaufen oder verkaufen, ohne zu berechnen was sie wirklich brauchen oder ausbringen müssten um eine gute Düngung zu erreichen. Markus Zölch, ebenfalls vom Fachzentrum erklärte die verbaute Technik eines Gülletrucks: "Der Truck behält ziemlich konstant die eingestellte Einarbeitungstiefe bei, das bringt eine gute, gleichmäßige Verteilung in gleicher Ebene." Über GPS könne das Sähgerät die Spur des Gülletrucks genau nachverfolgen und die gleiche Furche verwenden.

"Das Saatbeet muss nicht "rein" vorbereitet werden. Die Vorbearbeitung mit Scheibenegge oder Grubber reicht im normalen Feldanbau.", meinte Weiss. Viele Vorteile bringe die sogenannte Mulchsaat mit direkter Einbringung der Gülle als Dünger. Bei diesem pfluglosen Saatverfahren bleiben Pflanzenreste der Zwischenfrucht bestehen, was weniger Eingriff in die Natur bedeute. "Sehr im Vordergrund steht in der Landwirtschaft der Gewässerschutz.

An Hanglagen gilt es, quer zu diesem den Boden zu bearbeiten, um "Abschwemmung" zu vermeiden. Auch müsse so gearbeitet werden, dass niemals Gülle in den Bach gelangen könne. Anschließend gab es eine Vorführung mit einem "Regensimulator". Das Oberflächenwasser und das versickerte Wasser wird in getrennten Behältern gesammelt. Die Messbecher mit unterschiedlichen Wassermengen nach dem "Regen" zeigten, dass mit der Mulchsaat mehr Wasser im Feld verbleibt und weniger ungehindert abfließt.

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