05.09.2017 - 16:58 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Pfarrer Klaus Haußmann schätzt im Kulturschloss Theuern mitgebrachte Schätze Kitsch und Krempel

Theuern . Schon erstaunlich, was Dachboden, Keller, Vitrinen und Wohnstuben so alles beherbergen. Im Kulturschloss Theuern hat Pfarrer Klaus Haußmann aus Ammerthal drei Stunden lang beurteilt, begutachtet, geschätzt und bewertet: Kitsch und Kunst stand auf dem Prüfstand. In diesem Fall hatten die Besitzer von Steingut, Porzellan, Glas und Emaille ihre Schätze von daheim mitgebracht.

Pfarrer Klaus Haußmann (Mitte) begutachtet zwei Kannen, hergestellt von der Firma Baumann sowie Terrakotta-Dekor, aus den Jahren 1913/14. Bild: e
von Klaus HöglProfil

Haußmann gilt als ausgewiesener Experte. Vor 30 Jahren, so blickte er zurück, habe er sich zunächst mal für Bücher mit dem Thema Oberpfälzer Steingut befasst. Und wie's halt oft so ist: Auf Flohmärkten hat er Ausschau gehalten, sein Wissen vertieft, die ersten Sachen gefunden, Firmen und Herstellungsarten gesucht. Seither ist er dem Metier treu geblieben.

Gute drei Stunden lang kamen die Interessenten aus der ganzen Region am Sonntag nach Theuern, der Regen hat nichts ausgemacht, die Begutachtung fand in der alten Müllerstube draußen an der Außenstelle des Bergbau- und Industriemuseums statt. Das Ambiente passte: Denn es wurden Gegenstände zwischen 1850 und der Gegenwart zur Begutachtung gebracht - viele weniger spektakuläre Objekte, aber auch durchaus Wertvolles. In aller Regel waren es Familienstücke. Ein Schäferhund zum Beispiel, etwa 50 Zentimeter lang, von 1933 aus der Hirschauer Steingutfabrik, eine Vase aus Satsuna (Japan) um das 19. Jahrhundert, ein ausgefallenes Schalenset aus Steingut um 1900 hergestellt mit diversen Porzellanschüsselchen, etliche Gegenstände aus der oberpfälzisch/oberfränkischen Porzellangeschichte, Original Rosenthal kommt da immer wieder vor.

Das Klientel, das Rat suchte bei Experte Haußmann, "das sind in der Regel ältere Leute". Die Kernfragen seien im Grunde dann fast gleichlautend: Woher kommt's, was stellt es dar, und immer wieder die Frage nach dem Wert.

Die Gründe nach dem Wert zu fahnden seien vielschichtig: Wie ist der Gegenstand zu taxieren, wenn ich ihn den Kindern weitergeben will? Oder die Kinder wollen es nicht, in die Tonne werfen will ich es aber auch nicht, was könnte ich verlangen? Was gibt's dafür Bares? Haußmann hat aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung allenfalls einen monetären Richtwert anzubieten. Denn als Credo gilt: "Es ist letztlich so viel wert wie jemand bereit ist zu zahlen." Da stehen natürlich ausgesprochene Sammler- und Liebhaberstücke ganz oben.

"Kurzweilig war der Nachmittag. Viele interessante Leute mit attraktiven Gegenständen waren da", berichtet Pfarrer Haußmann. Er selbst hofft, geholfen zu haben bei der Fahndung nach "woher?" und Herstellern. Gerne gebe er sein Wissen weiter, lasse er die Leute teilhaben, will ausführlich informieren, denn: "Ich will ja mein Wissen nicht ins Grab nehmen."

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