Advent im Schloss Theuern
Nikolaus und heilige Barbara vereint

Die Kleinen aus dem Theuerner Kindergarten St. Nikolaus freuten sich über den Besuch ihres Namensgebers. Bilder: e (2)
Kultur
Kümmersbruck
07.12.2016
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Theuern. "Niklaus ist ein guter Mann, dem man nicht g'nug danken kann" stimmten die Kinder an: Tatsächlich hatte der Weihnachtsbote jede Menge Süßigkeiten dabei für die jungen Theuerner, die ihm beim Advent im Schloss ein herzliches Willkommen entboten. Nicht zuletzt ist der Kindergarten im Ort sogar nach St. Nikolaus benannt.

Das war ein stimmungsvoller Auftakt zum zweiten Adventssonntag im Kultur-Schloss Theuern. Draußen herrschte bestes Glühweinwetter, dazu drehte die Sulzbacher Grubenbahn den ganzen Nachmittag über ihre Runden, und jede Fahrt war ausgebucht - nicht nur durch begeisterte Kinder. Und nicht nur mit vielen Besuchern aus dem Landkreis, wie die Autokennzeichen erkennen ließen: Der Weihnachtsmarkt in Theuern hat eine Anziehungskraft auf die ganze Oberpfalz.

Vielleicht deshalb, weil die Organisatoren, Museumsleiter Michael Ritz und sein Team, nichts zu wünschen übrig lassen. Womöglich aber auch deshalb, weil am Sonntag die heilige Barbara ihren Ehrentag hatte. Sie ist die Schutzpatronin der Berg- und Hüttenleute. So wär's geradezu eine Sünde, diesen Tag im Bergbau- und Industriemuseum nicht zu begehen.

Das geschah dann auch auf besonders eindrucksvolle Weise: Das Museum hatte mit Kreisheimatpfleger Dieter Dörner an diesem zweiten Adventssonntag einen kompetenten Mann eingeladen, der im großen Saal in schmucker Bergmannsuniform, mit Tschako (spezieller Hut mit Federbuschen) und Arschleder, unterhielt. "Glück Auf" hieß es für die vielen Zuhörer. Sie erfuhren, was die Bergleute bei ihrer schweren Arbeit zu tragen hatten: Das Arschleder verhinderte das Durchwetzen des Hosenbodens und schützte vor Kälte, Auch Pelerine (Schutzmantel), Eisen-Schlägel, Keilhaue (Spitzhacke), Geleucht, Streitaxt und Häckel (Handstock) mussten sie mitnehmen in die Tiefe. Ihr Kittel (Tracht) ist immer schwarz (er soll die Dunkelheit in den Stollen symbolisieren), die Knöpfe golden (sie stehen für das Licht der Sonne) - und die Jacke der Paradeuniform zieren immer genau 29 davon: So alt soll die heilige Barbara bei ihrem Tod gewesen sein.

Wenn eine Barbarafeier mit in den Adventssonntag einbezogen wird, ist es geradezu Pflicht, die im 16. Jahrhundert im Erzgebirge entstandene Hymne der Bergleute, "Glück auf, der Steiger kommt" zu singen.

Die weihnachtlichen Klänge steuerte das Trio Burst mit Michael Dandorfer (Gitarre), Leif Wiesmeth (Piano) und Curtis Fink (Sänger) bei - während drinnen und draußen Kaffee, Kuchen, Glühwein und Bratwürste weggingen wie die vielzitierten warmen Semmeln.
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