22.02.2018 - 20:00 Uhr
Kümmersbruck

Ausstellunf im Kultur-Schloss Theuern Prunk und Protz der Bürger

Sie sind besonders schön, prächtig oder auch skurril. Pfarrer Klaus Haußmann hat in rund 30 Jahren eine Vielzahl von Exponaten aus Glas, Porzellan, Emaille zusammengetragen, und zeigt sie nun.

Pfarrer und Experte Klaus Haußmann vor einer Vitrine mit Keramik-Kostbarkeiten aus Asien. Bild: e
von Klaus HöglProfil

Theuern. "Einfach zu schade und zu schön, um sie der Öffentlichkeit vorzuenthalten", erklärte Haußmann in Theuern gegenüber der AZ. Deshalb sind rund 250 erlesene Stücke in einer Sonderausstellung im Kultur-Schloss Theuern zu bewundern, die am Sonntag, 18. März, um 11 Uhr (bis Sonntag, 9. September) eröffnet wird.

Inzwischen ist der Ammerthaler Pfarrer und Experte bereits zusammen mit Museumsleiter Michael Ritz eifrig dabei, die Ausstellung in Theuern zu konzipieren. "Ästhetisch und schön" sind die Ausstellungstücke laut Pfarrer Haußmann. Das älteste Stück, so sagt er, ist eine Potpourri-Vase aus Mähren, etwa aus dem Jahre 1835. "Überhaupt sind viele Stücke aus dem 19. Jahrhundert dabei. Das kommt nicht von ungefähr: Es war früher das Privileg des Adels. Um 1850 hat sich dann auch das wohlhabende Bürgertum etabliert. Wer es sich leisten konnte, der richtete sich ein wie er wollte - und zeigte das auch", blickt Pfarrer Klaus Haußmann zurück.

Das zeigte sich natürlich in verschiedenen Materialien, man hatte gerne Prunkstücke in der Wohnung. "Es ist die erste Ausstellung in diesem Jahr", freute sich Museumsleiter Michael Ritz über diese ganz besondere Präsentation unter dem Titel "Prunk und Protz im Bürgerhaus". Die verschiedenen Ausstellungstücke sind in Zeitepochen und Themen eingeteilt. Exemplare aus Wiener Barock, Historismus, Jugendstil, Art déco, den 1950er-Jahren und der Gegenwart sind dabei. In einer anderen Vitrine werden auch Kunstgegenstände aus Asien ausgestellt.

"Die industrielle Revolution brachte Geld in die breiteren Schichten und die gesellschaftliche Revolution beseitigte viele alte Privilegien", ließ Haußmann ergänzend wissen. Wer es sich leisten konnte, durfte sich grenzenlos mit Prunk umgeben, überschwängliche Dekore ließen die Pracht oft zum Protz geraten. "Sehr früh deutlich wird das bei Porzellan, Gläsern und Emaille-Geschirren, denen die Ausstellung besonders gewidmet ist." Nicht nur die Großbürger, auch die Kleinbürger strebten nach Glanz in der guten Stube, geschützt in der Vitrine strahlten Kakaopokale, Patenteller, Erinnerungsgeschenke, Nippes und das gute Kaffeeservice. Alles mit sehr viel Gold. Anfangs wurden für die Vergoldungen echte Dukaten flüssig gemacht, um sie auf Porzellan oder Glas aufzubringen. Das steigerte die Wirkung und den Wert der Stücke um das Doppelte. "So wird in der Ausstellung auch ein ganz besonderer Schwerpunkt auf die Techniken des Vergoldens und den Beruf des Vergolders in den Fabriken gelegt", betont Haußmann.

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