29.09.2017 - 16:08 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Ausstellung im Museum Theuern eröffnet: "Unter Dampf" in Theuern

Ohne Geschichte keine Gegenwart, ohne Gegenwart keine Zukunft - die Eisenbahn hat auch in der Region maßgeblich zur Industrialisierung beigetragen. Sie sei ein unverrückbarer Bestandteil der Industriekultur, sagte Peter Rezek. Zur Eröffnung der Ausstellung "Unter Dampf" in Theuern erklärte der Referent noch weitere spannende Fakten der Eisenbahngeschichte.

von Klaus HöglProfil

Theuern. Es ist eine imposante, faszinierende und nostalgische Ausstellung, die derzeit im Theuerner Bergbau- und Industriemuseum gezeigt wird. Bei der Eröffnung erzählte Matthias Gruschwitz von der Amberger Kaolinbahn, wie viele Stunden sein Verein mit der Zusammenstellung verbracht hat. Er nannte auch die vielen Leihgeber, die es möglich gemacht haben, mit Dokumenten, Artefakten, Utensilien, Bildern, technischen Überbleibseln, die alte Eisenbahn ins Schloss zu holen.

Die Amberger Kaolinbahn hat einiges vor dem Verlust gerettet, nachdem ohnehin vieles mit der Zeit unwiederbringlich verloren gegangen ist. Umso bedeutender ist die Sonderausstellung, in der Peter Rezek eingangs einen Überblick über die Entwicklung der Eisenbahn in Bayern gab, dann explizit auf den Bahnhof und das Bahnbetriebswerk in Amberg einging.

Viel Güterverkehr

Der erste Bahnhof in Amberg wurde in den Jahren 1857 bis 1859 an gleicher Stelle gebaut. Die Bahnlinie Schwandorf - Nürnberg wurde 1859 eröffnet, im Laufe der Jahre wurden die Nebenbahnlinien Amberg - Schnaittenbach (1898), Amberg - Lauterhofen (1903) und Amberg-Schmidmühlen (1910) gebaut. 1912 ging der Güterbahnhof Luitpoldhöhe in Betrieb. Betriebsanlagen kamen dazu, nachdem der erste Lokschuppen 1875 gebaut wurde, eine Güterumschlaghalle, zahlreiche Anlagen zum Betrieb der damals noch dampfenden Lokomotiven. Das Güteraufkommen war stark: Die Geschirrfabrik Baumann, Gewehrfabrik, Luitpoldhütte, Maxhütte, schließlich das Militär. 1919 wurde der Bahnsteig vergrößert, zeitweise verfügte der Amberger Bahnhof über zwölf Gleise.

Begleitheft zur Ausstellung

Viele Dampfloks sahen der Amberger Bahnhof und der Ringlokschuppen. In Spitzenzeiten um 1960 waren im Bahnhofsbereich Amberg und im Betriebswerk Amberg um die 250 Mitarbeiter beschäftigt, mit Einstellung des Dampflokbetriebes, beginnend 1972 ging es jedoch steil bergab, 1996 fand die letzte offizielle Drehung einer Lokomotive statt.

Referent Peter Rezek ging auch auf die Nebenbahnen nach Lauterhofen, Schmidmühlen und Schnaittenbach ein. Zur Sonderausstellung "Unter Dampf" gibt es ein Begleitheft in dem auf 42 Seiten die Eisenbahn in der Region eingehend beschrieben wird.

Der Eintritt kostet für Erwachsene zwei Euro, für Kinder einen Euro. Die Ausstellung ist noch bis 17. Dezember zu sehen.

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