14.03.2018 - 20:00 Uhr
Kümmersbruck

Die Menschheit am Scheideweg

Amberg. Himmel oder Hölle? Fluch oder Segen? Die technologische Entwicklung geht rasend schnell voran. Was Schriftsteller (Huxleys "Neue Welt") schon vor Jahren als apokalyptische Fiktion erdachten, ist heute gar nicht mehr so unrealistisch, meint der Autor Lars Jaeger. Der Unternehmer und Autor, mit Physik-, Philosophie- und Mathematikstudium, ist aus der Schweiz angereist, um sein Buch "Supermacht Wissenschaft" in der Buchhandlung Rupprecht in Amberg vorzustellen.

"Ich weiß auch nicht wo genau es hingeht" beteuert Lars Jaeger in seinem spannenden Vortrag zum Thema "Supermacht Wissenschaft". Er fordert jedoch angesichts der gewaltigen, bevorstehenden Veränderungen ein kritisches Hinterfragen durch Politik und Gesellschaft. Bild: Hartl
von Marielouise ScharfProfil

"Supermacht Wissenschaft"

Wissenschaft und Zeitgeschehen sind seine Themen. Seine Gedanken dazu veröffentlicht er in Buchform oder als regelmäßig erscheinenden Blog im Internet. Am Dienstagabend dreht sich nun alles um sein neuestes Werk "Supermacht Wissenschaft". Auf über 400 Seiten beschäftigt er sich darin mit den Möglichkeiten der Wissenschaft heute, dann mit Zukunftsvisionen, die gar nicht mehr so fern sind. "Das Buch soll aufwecken. Schaut hin, was gerade passiert!", so sein Resümee.

Und es passiert eine ganze Menge und das in atemberaubendem Tempo! Das bedeutet aber auch, die Gesellschaft muss "dramatische Entscheidungen fällen!" Doch nach den Beobachtungen Jaegers habe die Wissenschaft weder in der Politik noch in der Gesellschaft den Stellenwert, der ihr angesichts der Problematik zukommt!

Anhand von drei Beispielen aus den Forschungslaboratorien mit Schwerpunkten: "Verbindung von Körper und Geist mit Maschine", "Gentechnologie" und "künstliche Intelligenz" beschwor er ein beängstigendes und zum Teil zukunftspessimistisches Szenarium. In seiner fiktiven Zukunftsskizze zeichnete er "eine Utopie und eine Dystopie". Die positive Zukunftsentwicklung wäre eine Gesellschaft im Überfluss "voll automatisiertem Luxus dank Nanotechnologie".

"Vieles ist machbar"

Das Gegenbild wäre ein Schreckensszenarium von massiver Ungleichheit, von Menschenzüchtung und Manipulation. "Vieles ist machbar und in Ansätzen bereits Praxis!" weiß der Autor zu berichten. Nach seinen Überlegungen und Kenntnissen vertritt er deshalb die These "Die Veränderungen sind dramatisch. - Die Menschheit befindet sich am Scheideweg!"

Habe früher die Wissenschaft die Natur und die Dinge geformt, so ist sie heute dabei, den Menschen zu verändern! Jaeger: "Wir sind dabei, neue Menschen zu schaffen!"Vom engagierten und fundierten Vortrag über die Wundertechnologien der Zukunft waren sowohl das Publikum, als auch die Chefin Maria Rupprecht sehr angetan und bewegt, was sowohl die Fragen aus dem Auditorium als auch der Schlussapplaus deutlich bewiesen. .

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