Girls' Day: Berufsfindung mal ganz praxisnah
Interesse an Technik klar da

Schminke mal anders: Tarnfarben statt Lidschatten und Lippenstift. Der Girls" Day beim Logistikbataillon 472 in der Schweppermannkaserne gab den Mädchen Einblicke in das Soldatenleben. Bild: Hartl
Lokales
Kümmersbruck
25.04.2013
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"Daran gewöhnt man sich", sagt die junge Soldatin. Doch die Mädchen bleiben skeptisch. Soeben haben sie erfahren, wie schwer das Marschgepäck ist, das die Soldaten im Feld dabeihaben. Und natürlich durften sie auch selbst den Rucksack schultern. "Leben im Felde" war nur ein Programmpunkt, den das Logistikbataillon 472 in der Schweppermannkaserne für die jungen Damen vorbereitet hatte. Nicht nur bei der Bundeswehr, auch bei der Grammer AG in Haselmühl und beim Vermessungsamt fand gestern der Girls' Day statt.

Diese Aktion dient vor allem dazu, dass junge Mädchen Einblicke in technische Berufe oder in solche, die eigentlich als Männerdomäne gelten, bekommen - und dazu boten sich gestern viele Möglichkeiten. Den Girls' Day in der Schweppermannkaserne hatte Oberleutnant Christin Günther mit ihrem Team vorbereitet. Für sie stand vor der Berufswahl fest, dass sie zur Polizei oder zur Bundeswehr wollte - jetzt ist sie Soldatin. "Es ist ein abwechslungsreicher Beruf."

Vielfältige Aufgaben

Dies merkten auch schnell die 34 Mädchen, die in die Kaserne gekommen waren. Sie lernten nicht nur das "Leben im Felde" und die Ausrüstung kennen, sondern auch die Berufe, in denen Soldatinnen tätig sind: Mechatronikerin, Fahrlehrerin, medizinisch-technische Assistentin im Sanitätsdienst. Paula findet das sehr interessant. Für die 15-Jährige ist die Bundeswehr durchaus eine Option, "vielleicht später mal zum Studieren". Andrea, ebenfalls 15, pflichtet ihr bei: "Ich find's ziemlich interessant." Und doch sei sie ein bisschen schockiert gewesen - aber nur darüber, was der Soldat alles anziehen müsse, "Sommer wie Winter".

Vieles selbst ausprobiert

Bei der Grammer AG sind die Mädels gerade dabei, sich Erinnerungsplaketten an den Girls' Day anzufertigen. Die Auszubildenden Lisa Strobl und Annika Merkl haben den Tag vorbereitet. Ob Wechselschaltungen, technisches Produktdesign, Zeichnen in 3 D, Arbeiten an der CNC-Fräsmaschine oder Feilen eines Werkstücks: Die zwölf jungen Damen bekamen einige Einblicke und durften auch selbst vieles ausprobieren. "Der Tag war informativ, ich habe viel gelernt", bilanziert die 14-jährige Magdalena. Technisches Produktdesign könne sie sich durchaus als späteren Beruf vorstellen, "Elektronik eher weniger".

Johanna (15) hat noch keinen speziellen Berufswunsch, doch es könnte durchaus ein technischer werden. "Daran habe ich schon Interesse." Laut Ausbildungsleiter Gerhard Pilz hat Grammer 90 Auszubildende. 15 der 68 gewerblich-technischen Azubis sind Mädchen.

Fünf Aufgaben warteten auf die zehn Mädchen im Vermessungsamt Amberg. Ein Gebäude einmessen, Positionsbestimmung mit GPS und Flußbreitenberechnung zählten laut Amtsleiter Kurt Beyerlein dazu. Als besonderes Schmankerl durften sie sogar mit dem neuen Programm "Alkis" (amtliches Liegenschaftskatasterinformationssystem) arbeiten.
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