07.05.2018 - 12:42 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Gegner der Kümmersbrucker Westumgehung formieren sich neu Die alte Garde hört auf, die IG macht weiter

18 Jahre lang standen sie an der Spitze der Gegner der Kümmersbrucker Westumgehung. Jetzt sind Freya Zobel und die weiteren Vorstandsmitglieder der "Interessengemeinschaft (IG) Ortsdurchfahrt entlasten - Natur erhalten" von ihren Ämtern zurückgetreten.

Die alte Riege hört auf (von links): Freya Zobel, Ottmar Röhnert und Dietmar Schraml machen in der IG-Führung Platz für Jüngere.
von Autor ZOProfil

Dass sich die Führungsriege geschlossen zurückzieht, habe einen Grund, sagte Freya Zobel zu Beginn ihrer letzten Sitzung als Sprecherin der IG. Diese habe alle juristischen Schritte ausgeschöpft und mit dem für sie erfolgreichen Bürgerentscheid auch eine Mehrheit der Kümmersbrucker auf ihrer Seite, betont sie in einer Pressemitteilung zur Sitzung.

Die Bürgermehrheit hatte es am 24. September 2017 abgelehnt, dass die Gemeinde 20 Prozent der Baukosten für die Umgehung trägt. Welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind, müssten nun Kommune und Straßenbauamt überlegen. Ein Grund, jetzt das Mandat zurückzugeben, sei auch die lange Zeitspanne, in der der bisherige Vorstand tätig war, sagte Zobel: "Wir sind alle in die Jahre gekommen, zum Teil auch gesundheitlich beeinträchtigt, und deshalb ist es an der Zeit, Platz zu machen für Jüngere."

Zobels Rechenschaftsbericht fasste 18 Jahre IG-Arbeit zusammen. "Wir haben zwar unser Hauptziel, die Westumfahrung zu verhindern und die Anwohner der Ortsdurchfahrt anderweitig zu entlasten, noch nicht erreicht. Aber wir können auf Erfolge verweisen, die es ohne unsere Arbeit und vor allem ohne den Mut unserer Kläger nicht gegeben hätte." Als Beispiel führte sie die Umplanung bei der Nordanbindung an, wo "überdimensionale Kleeblatt-Auf- und -Abfahrten die Umgehung mit der Vilsspange verbinden sollten. Der damalige Landrat Nentwig habe sich energisch für die kleinere Kreis-Variante eingesetzt und letztlich auch das Straßenbauamt davon überzeugt.

Als weiteren Erfolg der IG und der klagenden Eigentümergemeinschaft nannte Zobel den Wegfall der Vilsspange aus naturschutzrechtlichen Gründen. Damit sei nicht nur die Vilsaue zwischen Amberg und Kümmersbruck gerettet, sondern auch den Anwohnern der Utzhütte der Lärm der vorbeiführenden Straße erspart. Die IG sensibilisierte dafür mit Flugblättern, der Unterstützung von Sammelklagen, Trassenbesichtigungen, einem Film und einer Flugblattaktion vor dem Bürgerentscheid. "Wir können zufrieden sein mit dem Erreichten", lautete Zobels Fazit.

IG bleibt bereit, falls es nötig wird

Soll die IG weitergeführt werden? Die Mitglieder diskutierten darüber. Für Martin Sarnowski stellt sich die Frage nicht: "Die Bürger erwarten, dass wir uns weiter für eine Verkehrsentlastung der Ortsdurchfahrt einsetzen." Dies war einhellige Meinung aller Anwesenden.

Mahnende Stimmen forderten aber, zu prüfen, "ob es jemand gibt, der so wie Freya Zobel die Lokomotive macht - Heizer gibt es dann genügend". Rechtsanwalt Sarnowski erklärte sich bereit, Zobels Nachfolge zu übernehmen und mit weiteren Mitgliedern aktiv zu werden, sobald es nötig werde.

Zunächst aber seien Straßenbauamt und Gemeinde gefordert, Lösungen zur Entlastung der Anwohner zu erarbeiten, war die Meinung von Stefan Schönberger. Die Behörde sei nicht befugt, "darüber zu entscheiden, was in Sachen Straßenentwicklung geschehen oder nicht geschehen soll". (zo)

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